5 Gründe gegen die Legalisierung von Drogen

Die Weltkommission für Drogenpolitik beklagt, dass der Kampf gegen den internationalen Drogenhandel aussichtslos sei und plädiert für eine Legalisierung der Drogen. n-tv.de feiert dies als ein Umdenken in der Drogenpolitik. So taktvoll und wohlgesonnen der Vorschlag auch vorgetragen wurde, klingt es eher nach erfolgreicher Lobby-Arbeit. Denn über die Folgen, die in absehbarer Zeit auftreten werden, scheint sich keiner Gedanken zu machen. Ein kleines Beispiel aus der Geschichte: Das Rauchen von Opium wurde in China 1729 verboten, weil es in Ostasien zu einem gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Problem wurde, das man nicht anders lösen konnte.

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Das was wir als Drogen kennen, wurde früher als halluzinogene Pflanze für schamanische und magische Kulte eingesetzt.

Drogen haben eine lange Geschichte. Mohn wurde bereits vor 3000 bis 4000 Jahren in Asien und Südosteuropa angebaut. Halluzinogene Pflanzen wurden in alten Kulturen für schamanische und magische Kulte eingesetzt. Zu diesen halluzinogenen Pflanzen gehören Beispielsweise Pilze mit dem Wirkstoff Psilocybin, so wie Trichterwinden und Kakteen mit dem psychedelischen Wirkstoff Meskalin.

Noch heute setzen Naturvölker in Südamerika jene Pilze, Trichterwinden und Kakteen bei schamanischen Ritualen ein. In Europa wurden die heimischen Nachtschattengewächse für magische Zeremonien verwendet. Dazu gehörten beispielsweise das Alraun, das Bilsenkraut, der Stechapfel, die Tollkrische und das Tollkraut. Diese Pflanzen enthalten die Wirkstoffe Atropin und Scopolamin, beide Stoffe wirken halluzinogen.

[frame_box] 1980 hat 0,6% der deutschen Bevölkerung mindestens ein Mal im Leben Kokain konsumiert.

2006 war es schon 4,4 % der Bevölkerung.

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1. Die Legalisierung von Drogen ist eine statistische Manipulation

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Die Kriminalitätsrate wird eher exponentiell ansteigen als sinken.

Die Kriminalität wird tatsächlich mit der Legalisierung von Betäubungsmitteln geringfügig zurück gehen, weil kriminelles Handeln nicht mehr als kriminell eingestuft wird. Das ist ein Parameter, welches weg fällt.

Der Konsum von gesundheitsschädlichen Betäubungsmitteln wird erwartungsgemäß zunehmen.

Ein Boom des Drogengeschäfts ist die natürliche Folge.

 

 

2. Der massenhafte Konsum von Drogen untergräbt den Rechtsstaat

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Zeugen sind von immanenter Bedeutung bei der Aufklärung von Unfällen und kriminellen Vorfällen wie Raub oder Diebstahl.

Ein Rechtsstaat der mitunter auf Zeugenaussagen angewiesen ist, kann sich die Legalisierung von schweren Drogen nicht leisten. Die Gefahr, dass Personen im Rauschzustand angegriffen und/oder beraubt werden ist zu groß.

Die Zeugenaussage einer Person im Rausch ist zweifelhaft. Unmengen an Gerichtsverfahren würden eingestellt werden, weil es an vertrauenswürdigen Zeugen mangelt.

Die Kriminalitätsrate wird eher exponentiell ansteigen als sinken.

3. Neukunde Schüler

Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter müssen meist machtlos und mit einem mulmigen Gefühl mitansehen wie Teenager zur Zigarette greifen. Oder wie Minderjährige unter 16 Jahren Spirituosen genießen. Was wurde nicht alles getan um Jugendliche von gesundheitsschädlichen legalen Genuss- und Rauschmitteln zu schützen?

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Es ist nicht abwegig, dass Dealer das Pulver „strecken“ werden, um ihren jungen Kunden den Kauf von Kokain möglich zu machen. Denn reines Kokain wird man für wenige Euro Taschengeld kaum erwerben können.

Die günstige Zigrattenpackung mit nur 10 Zigaretten wurde abgeschafft, der Preis der normalen Packung wurde mehrmals erhöht, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die umfangreiche Jugendkampagne „rauchfrei“ veranstaltet. Das alles damit Jugendliche nicht zur Kippe greifen.

Tatsächlich erklärt Spiegel Online, dass 2013 die Rate jugendlicher Raucher so niedrig war wie nie zuvor. Nichtrauchen sei sogar zur Norm aufgestiegen. Das sind doch schon mal erfreuliche Nachrichten.

Drogenverkauf auf deutschen Schulhöfen

Es ist kein Geheimnis, dass Cannabis auf deutschen Schulhöfen verkauft wird. Für kleine Summen wie 10€ verticken Dealer das grüne oder braune Gras an Minderjährige. Und machen ein profitables Geschäft, denn nicht immer sind die Dealer so ehrlich wie sie sich ausgeben. Mit der Legalisierung von Drogen wie Kokain werden Dealer nicht abgeneigt sein auch diese auf deutschen Schulhöfen zu verkaufen. Wie soll Unterricht mit Jugendlichen im Kokain-Rausch gelingen? Es ist nicht abwegig, dass Dealer das Pulver „strecken“ werden, um ihren jungen Kunden den Kauf von Kokain möglich zu machen. Denn reines Kokain wird man für wenige Euro Taschengeld kaum erwerben können.

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Levamisol, Lokalanästhetika und Phenacetin gehören zu den Streckmitteln, die häufig vorkommen.

 

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Häufige Streckmittel

Levamisol

Levamisol wird in der Tiermedizin zur Entwurmung eingesetzt. Drogendealer benutzen es, um die Wirkung von Kokain zu verlängern. Denn der Körper wandelt das Levamisol in Aminorex um. Aminorex wirkt ähnlich wie Kokain und wie Amphetamine. Levamisol kann allergische Reaktionen und Verwirrungszustände auslösen und zur Bewusstlosigkeit führen. Zudem kann dieses Streckmittel das Blutbild verändern, die Agranulocytosis tritt ein. Die weißen Blutkörperchen werden stark reduziert so, dass lebensgefährliche Infektionen auftreten können. Zu den Symptomen der Agranulocytosis gehören:

  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Entzündungen an Schleimhäuten, Hals und Zunge
  • Infektion der oberen Schleimhäute
  • Infektionen im Analbereich

Die Agranulocytose kann nur medizinisch behandelt werden.

Lokalanästhetika

Das älteste bekannte Lokalanästhetikum ist Kokain. Vermengt mit anderen Lokalanästhetika erweckt dieses Gemisch den Eindruck „reines“ Kokain zu sein, da der Geschmack und der auftretende Rausch intensiviert werden. Doch schädigt diese Kombination das Herz viel erheblicher als reines Kokain.

Phenacetin

Phenacetin, ein Aminophenol-Derivat, wurde bei der Behandlung von Schmerzen und Fieber eingesetzt. Dieser Wirkstoff wurde 1986 verboten, weil es in Kombination mit anderen Schmerzmitteln höchst krebserregend und nierenschädigend wirkt. Man vermutet, dass es als Streckmittel eingesetzt wird, weil es euphorisierend und anregend wirkt.

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4. Je härter die Droge um so härter die Folgen

Der Umgang mit legalen Genussmitteln (Nikotin, Alkohol) bereitet jetzt schon große Schwierigkeiten. Eine bundesweite Kampagne wie die des BZgA lässt sich nicht im Handumdrehen organisieren und vor allen Dingen nicht einfach finanzieren. Mit dem Konsum neuer Drogen wird das Gesundheitssystem zusätzlich belastet werden. Es werden neue Suchtpräventionsmaßnahmen und neue Kampagnen initiiert werden und das verlangt wiederum riesige Geldsummen. Rufen wir uns in Erinnerung warum Drogen nicht legal sind: Drogen schaden der Gesundheit erheblich und machen dem Konsumenten unmöglich ein geregeltes Leben zu führen.

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Mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen und dem Abhängigkeitspotenzial hat das britische Medizin-Fachjournal „Lancet“ Kokain für die zweitgefährlichste Droge nach Heroin befunden.

 

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Wie wirkt Kokain?

Die Wirkung von Drogen ist bei jedem Menschen anders und kann nicht voraus gesehen werden. Dieselbe Droge kann bei Person A Glücksgefühle auslösen, während Person B Angstzustände erleidet. Durch Drogen werden körpereigene Glücksstoffe wie Serotonin und Dopamin vermehrt ausgeschüttet oder nicht in die Zellen aufgenommen. Dann verbleiben die Glücksstoffe in dem Spalt zwischen zwei Synapsen und wirken so lange bis sie verfallen oder abgebaut werden.

Kokain sorgt dafür, dass das Dopamin vermehrt ausgeschüttet wird. Je nach Konsumform erleben Konsumenten von Kokain einen Rausch der 5-60 Minuten dauern kann. Nach dem Kick folgt der Absturz. Der Körper braucht nun einige Zeit um das Gleichgewicht der Neurotransmitter wieder herzustellen. Dieser Prozess kann bis zu 3 Wochen dauern. Während dieser Zeit setzt der gegenteilige Effekt ein: Wenn man im Rausch noch froh und munter war, ist man plötzlich niedergeschlagen und gereizt. Viele legen immer wieder nach, um das Hochgefühl noch mal zu erleben und so beginnt die verhängnisvolle Kette der Sucht.

Konsumenten von Kokain können sich im Rausch folgendermaßen fühlen:

  • stark
  • unverwundbar
  • ängstlich
  • Hunger und Müdigkeit werden nicht wahr genommen
  • das Selbstwertgefühl wird erhöht
  • die Sinneswahrnehmung wird gesteigert
  • allgemein akzeptierte soziale und sexuelle Regeln werden bedeutungslos bzw. missachtet

 

Was sind die gesundheitlichen Folgen von Kokain?

  • Atemunregelmäßigkeiten
  • Mangelerscheinungen (da Hunger und Müdigkeit nicht mehr vom Körper wahr genommen werden)
  • paranoide Attacken
  • Halluzinationen
  • Verfolgungsängste
  • Nervosität
  • Aggresivität
  • Verwirrtheit und Konzentrationsprobleme
  • Herzinfarkt
  • erhöhter Blutdruck mit der Folge eines Schlaganfalls
  • Veränderung des präfrontralen Cortex mit der Folge von Aufmerksamkeitsdefiziten, Lerndefiziten und Probleme bei Fällen von schnellen Entscheidungen
  • ein hohes Abhängigkeitspotenzial

Mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen und dem Abhängigkeitspotenzial hat das britische Medizin-Fachjournal „Lancet“ Kokain für die zweitgefährlichste Droge nach Heroin befunden.

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Manchmal sprechen Menschen auf Therapiemöglichkeiten gar nicht mehr an. Dann bleibt die medizinische Anwendung von Betäubungsmitteln der einzige Ausweg.

5. Seien wir ehrlich, den Drogenkonsum zu erlauben macht keinen toleranter als er schon ist

familie-denkerinnenToleranz ist das Label unter dem der Drogenkonsum verschönt, verharmlost, verkauft wird. Selbstverständlich ist Toleranz eines unserer wichtigsten Werte und eine moderne Errungenschaft.

Man sollte Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlicher Ansichten tolerieren. Doch darf man auch Rassisten tolerieren? Und Extremisten? Und Fanatiker?

Eins ist klar, man kann nicht alles tolerieren. Es ist empfehlenswert die Vorteile und Risiken gründlich abzuwägen und zu einem Entschluss zu kommen, an dem mehrere Personen beteiligt sind. Das kann ein Gremium von Experten sein, aber auch ein Volksentscheid. Die Legalisierung von Stoffen wie Kokain, bringt m.E. mehr Risiken mit sich als Vorteile.

 

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Drogen aus der Apotheke

Drogen schaden der Gesundheit erheblich, das ist wahr. Doch es gibt Ausnahmen in denen Mediziner danach entscheiden, welche Therapie weniger Nachteile mit sich bringt. Manchmal sprechen Menschen auf Therapiemöglichkeiten gar nicht mehr an. Dann bleibt die medizinische Anwendung von Betäubungsmitteln der einzige Ausweg.

Cannabis

Nabiximol wird aus den Extrakten der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen und ist als Wirkstoff in einem medizinischen Mundspray enthalten. Damit enthält dieses Mundspray den psychoaktiven Stoff Tetrahydrocannabinol (THC), er verursacht also Rauschzustände. Das THC lindert chronische Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und spastische Symptome. Cannabis wird nur Patienten mit Multipler Sklerose regulär verordnet, die auf keine anderen antispastischen Therapien ansprechen. In Ausnahmefällen wird die Therapie mit Cannabis auch bei Krebs oder chronischen Schmerzen von der Bundesopiumstelle erlaubt.

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Heroin

Heroin wird in Deutschland eingesetzt um die Sucht von Opiatabhängigen zu kontrollieren. Dabei darf die Person nicht unter 23 Jahren sein und muss schon seit mindestens 5 Jahren opiatabhängig sein, da das Rauschmittel nur Personen mit einer starken Sucht verschrieben wird. Erhalten kann man dann reines, künstliches Heroin, aber unter strenger staatlicher Aufsicht und nur in speziellen Einrichtungen.

Kokain

Kokain ist das älteste bekannte Lokalanästhetikum. Noch heute verwenden Augenärzte Kokain bei bestimmten Operationen. Hierfür benutzen sie Lösungen oder Salben mit einem 2%igen Gehalt an Kokain.

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Anmerkung: Nichts liegt mir ferner als jemanden zu verurteilen. Menschen die Drogen konsumieren sind genauso schätzenswert wie alle anderen Menschen auch. An diese Mitmenschen kann dieser Beitrag als ein freundschaftlicher Hinweis verstanden werden, der Denkanstöße für ihre Gesundheit gibt. Genauso, wie er alle anderen Mitmenschen informieren soll über die Konsequenzen des Drogenkonsums. Aber profitgierige Kapitalisten, denen jeder Weg recht ist und die Geld aus dem Leid bzw. der Gesundheit anderer schlagen, soll dieser Beitrag zu mehr Menschlichkeit aufrufen.

Textquellen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zigaretten-weniger-jugendliche-rauchen-als-jemals-zuvor-a-907576.html

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Weltkommission-fordert-Legalisierung-von-Kokain-article13577001.html

http://www.spektrum.de/quiz/welche-droge-ist-als-medikament-in-deutschen-apotheken-erhaeltlich/1207950

http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wissen/Die-Welt-der-Drogen-article6586121.html

http://www.n-tv.de/leute/buecher/Saviano-folgt-der-weissen-Linie-article12480761.html

http://www.n-tv.de/politik/Der-Irrweg-der-deutschen-Drogenpolitik-article11907176.html

http://www.onmeda.de/drogen/kokain.html

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/sucht/tid-14387/kokain-modedroge-mit-langzeitfolgen_aid_402817.html

Comments

  1. Jörn Wieland says:

    Wer etwas nicht kennt, sollte schweigen.

  2. Optional says:

    Ich vermeide mal langwierige Ausführungen und verweise auf die Textstelle in der von „braunem gras“ die Rede ist und bitte höflich um eine Löschung des Artikels durch den Autor. Selbstredend ist jedem Menschen die Entscheidung Abstinenz oder Gebrauch von „Drogen“ selbst zu überlassen, weshalb sich aber jemand mit offensichtlichem halbwissen in eine Thematik einschaltet, die ihn selbst nicht oder nur kaum betrifft entzieht sich mir vollends. Jeder kann ja seine Meinung haben aber wenn man zu einem Thema nichts konstruktives beizutragen hat kann man es auch einfach mal bei „vornehmer Zurückhaltung“ belassen. Vielen Dank

  3. Merve Kadayifci says:

    Hi!

    Danke für die Kommentare. Ich wollte keinem zu nahe treten, sondern äußere nur meine Meinung. Man muss schließlich nicht Drogen-erfahren sein, um seinen Teil zur Thematik beizutragen. Gerade als Konsument ist man nicht neutral, sondern positiv vereinnahmt von der Sache, die man konsumiert.

    Ich unterstreiche noch Mal, dass für mich alle Menschen, egal ob sie Rauschgift konsumieren oder nicht, gleichermaßen wertvoll sind.

    Aber Verkäufer von Drogen sind in meinen Augen profitgierig und zwar auf Kosten der Gesundheit anderer. Sie wissen über alle Konsequenzen, aber zeigen nur dem leichten Geld ihr herzinniglichstes Interesse. Alles weitere steht in dem 5. Grund im Text und in den Anmerkungen.

    Mich würde natürlich interessieren, was, obwohl in meinem Text stark differenziert wird, so unkonstruktiv ist.

    Liebe Grüße

    Merve

  4. Alberto says:

    Was man bei dem Thema nicht außer Acht lassen sollte: Ein wichtiges Argument für die Legalisierung von Drogen ist, dass den Dealern die Geschäftsgrundlage genommen wird. Für Menschen ist es komfortabler (und günstiger), direkt in der Apotheke ihre Drogen zu kaufen. Anhand von Steuern verdient der Staat dann mit. Idealerweise – und das ist Konsens der Argumentation von z.B. den Parteien DIE LINKE und B90/Grünen – lassen sich mit diesen Einnahmen dann Therapiezentren finanzieren, wie es sie z.B. ja schon für Alkoholabhängige Menschen gibt. Der Staat hat also ein besseres Auge auf seine Süchtigen – und der Süchtige muss nicht in der Angst leben, ständig etwas illegales zu machen. Dass hinter dem Ganzen eine gewisse Ironie steckt – nämlich, dass der Staat die Menschen therapieren sollte, die ihm Steuermehreinnahmen bescheren – ist dabei natürlich nicht zu verkennen. Nicht anders läuft es ja aber eben bei z.B. Alkoholiker_innen.

  5. Merve Kadayifci says:

    Hallo lieber Alberto,
    voll nice, dass du dir die Zeit genommen hast, um einen Kommentar zu verfassen. ^.^ Ich habe mir lange Zeit genommen und viele Gedanken gemacht, zeitweilig auch mich selbst hinterfragt. Es gibt so viel zu sagen, aber ich versuche mich kurz zu fassen und erlaube mir folgende Einmischungen zu äußern:
    1. Die Legalisierung nimmt keinem die Geschäftsgrundlage, sie legitimiert das Dealgeschäft. Dann werden Dealer zu Geschäftsmännern. Der (profitgierige) Akteur als Verkäufer von Drogen bleibt erhalten.
    2. „(…)der Süchtige muss nicht in der Angst leben, ständig etwas illegales zu machen.“ Nicht nur suchtabhängige Mitmenschen, sondern kein Mensch möchte dieses Gefühl haben. Das lässt sich m.E. ziemlich schnell als politische Schönrederei enttarnen.
    3. Therapiezentren aus einer Drogensteuer zu finanzieren ist nicht effektiv und klingt stark nach einem Scheinargument. Effektiv sind präventive Maßnahmen im Umgang mit Rauschmitteln, was nach einer Sucht kommt, ist meist vergebens.
    4. Es ist paradox sich für eine Legalisierung von Drogen einzusetzen und gleichzeitig Therapiezentren miteinzuplanen. Was denn nun, das Eine oder das Andere? Da finde ich es viel authentischer, wenn sich jemand schlichtweg (mit oder ohne Grund) für eine Legalisierung ausspricht. Jede Meinung ist gleichwertig, aber jenes das Widersprüche in sich birgt, ist nicht voll ausgereift.
    5. Durch die Legalisierung verdient der Staat mit am Drogengeschäft. Das muss nicht unbedingt gut sein, denn damit macht sich der Staat zum Unternehmer und diese beiden Institutionen sollten nicht miteinander verwechselt werden.
    Wichtig zu fragen in dieser Diskussion: Wer verdient noch mit außer dem Staat, wenn Drogen legalisiert werden?

    1. Matzi says:

      Hallo Merve,
      deine Argumentation hinkt leider. Ich beziehe das mal auf die Punkte deines Posts: 1. „Das Dealgeschäft“. Diese Bezeichnung wäre bei legaler Handelsware irreführend, da negativ konotiert. Es wäre dann ein ganz normales Geschäft, so als ob man eine Handtasche kauft und daher auch als solches zu bezeichnen. „Der profitgierige Akteur bleibt erhalten“ – Selbstverständlich bleibt er erhalten, warum auch nicht? Man nennt das landläufig auch Verkäufer, denn was macht einen Verkäufer aus, wenn nicht die Suche nach Profit? Das hat also erstmal überhaupt nichts mit Drogen zu tun, insofern völlig unpassend.
      Für Punkt 2 fehlt der Schluss. Ja, kein Mensch möchte dieses Gefühl haben, also sollte man dafür sorgen dass es auch kein Mensch hat. Auch kein süchtiger Mensch.
      3. Kannst du das auch begründen? „Es klingt nach einem Scheinargument“ – gefolgt von einer nicht weiter erläuterten Behauptung deinerseits.
      4. Um das scheinbare Paradoxon zu verstehen, müsstest du deine Sicht erweitern. Du müsstest verstehen, dass der Konsum von Rauschmitteln etwas menschliches ist. Und selbstverständlich darf jeder Mensch frei entscheiden was er konsumiert und was nicht. Klar, ohne Gefahren ist das nicht, aber zur Sucht trägt nicht nur die Droge bei, sondern vielmehr die Lebensumstände. Du willst dch nicht ernsthaft behaupten, dass jeder Konsument einer Droge automatisch gleich süchtig ist? Und ich kapiere auch die Herangehensweise nicht, nur wegen scheinbar und subjektiv höherer Authentizität auf etwas grundsätzlich hilfreiches zu verzichten?? Natürlich sind Therapiezentren wichtig, ob nun mit oder ohne Legalisierung.
      5. Das ist nicht dein Ernst, oder? Schon mal was von Steuern gehört? Und wer noch mitverdient? Na der Produzent, der Großhändler, der Verkäufer… so wie bei deiner Handtasche.

  6. Kalle says:

    Matzi ist sauer. 😀

  7. Daniel says:

    Werte Autorin
    ich werde jetzt nicht alle von die angeführten „Argumente“ zerpflücken (das würde den Rahmen sprengen!)
    Nur soviel:

    „Aber Verkäufer von Drogen sind in meinen Augen profitgierig und zwar auf Kosten der Gesundheit anderer. Sie wissen über alle Konsequenzen, aber zeigen nur dem leichten Geld ihr herzinniglichstes Interesse“

    Genau DAS ist der Grund diesen das Geschäft aus der Hand zu nehmen! Vergleiche hierzu bitte die Wirkung der US Alkoholprohibition auf die Entwicklung der OK (btw. der Vergleich mit den Opiukriegen aus dem 18.Jahrhundert ist voll daneben. 1. War der Wissensstand über die Substanzwirkung nahe „0“ 2. wurde das Opium quasi von den Briten „verordnet“)

    Aus deinen weiteren Argumentren:
    „5. Durch die Legalisierung verdient der Staat mit am Drogengeschäft. Das muss nicht unbedingt gut sein, denn damit macht sich der Staat zum Unternehmer und diese beiden Institutionen sollten nicht miteinander verwechselt werden.
    Wichtig zu fragen in dieser Diskussion: Wer verdient noch mit außer dem Staat, wenn Drogen legalisiert werden?“

    – wer verdient den jetzt? NUR die OK.
    – bei der Alkohol & Tabaksteuer (der zweitgrößte Einnahmeposten bei den Verbrauchssteuern!) scheint dich das nicht zu stören.
    Es geht primär auch nicht um die Einnahmen sondern um die gesparten AUSgaben für die Repression. Das die jetzigen Dealer dann das Geschäft übernehmen kann 1. gesteuert werden (keine lizenz für z.B. Vorbestrafte) 2. Kein valides argument- denn nur der REGULIERTE und KONTROLLIERTE Markt kennt:
    – Jugendschutz (welcher Dealer lässt sich jetzt einen Ausweis zeigen?)
    – Qualitätskontrollen (die meisten Opfer der harten Substanzen sind den Streckmitteln geschuldet- nicht dem Wirkstoff!
    – Öffnungszeiten
    usw usf.

    De facto ist die Prohibition nichts anderes als die Garantie für die OK ein Monopol in einem lukrativen Markt auszuüben. Ohne jegliche Kontrolle, ohne jegliche Beteiligung am „Gemeinwohl“ durch steuern etc.pp.

    Mit deiner Meinung unterstützt du diese Machenschaften!

    1. Daniel says:

      PS Zur Erweiterung deines „Wissenshorizontes“ würde ich dir folgende Lektüre empfehlen:

      http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-12/drogenpolitik-alkohol-drogen-sucht-abhaengigkeit-verbot
      Eine Kolumne des Bundesverfassungsrichters Thomas Fischer zu dieser Thematik.

      Summa summarum:
      Schuster bleib bei deinen Leisten!

      1. Merve Kadayifci says:

        Nein Daniel, ich unterstütze keine Machenschaften. Auch nicht, wenn du mir die Worte im Mund verdrehst.

        Bundesverfassungsrichter sind als (Privat-)Menschen frei zu meinen, was sie möchten. Bekanntlich geht es in Kolumnen um Meinungen, nicht um Wissenszuwachs. Das muss weder der Königsweg, noch gut und richtig sein, sondern es ist einfach nur menschlich.

        Bundesrichter Fischer beschreibt eingehend wie schwer die Folgen bereits legaler Drogen, also des Alkoholkonsums sind. Noch härtere Substanzen zu legalisieren widerspricht in diesem Rahmen jeder Logik.

        Na, wenigstens hast du mit deinem Beitrag mal so richtig auf die Tonne gehauen. Die Diskussion hat es keinen Stück weiter gebracht.

        Werden wirklich die jetzigen Drogenverkäufer das Geschäft aus der Hand geben, bloß weil es dann legal ist? Das zu glauben wäre mehr als nur naiv. Dieselben Leute werden froh und munter an der Gesundheit und der schwindenden Lebensqualität der Menschen weiter verdienen. Das heißt keinem wird die Geschäftsgrundlage genommen, sondern das bestehende Netz wird legalisiert.

        Das Kontrollargument klingt sehr freundlich, fast schon schön. Wenn vorbestrafte Mitmenschen keine Lizenz bekommen, können sie allerdings einen Freund oder ein Familienmitglied vorschicken. Ein existierendes Netz lässt sich nicht untergraben.

        Ein kleiner Hinweis noch: Das Streben, gefährliche Substanzen legalisieren zu wollen, ist bereits ein Indiz für Profitgier. Keine Art von Profitdenken wird aufgehoben, wenn der Staat Drogen legalisiert. Mit der Legalisierung kann der Staat teilhaben an schwarzem Geld, aber ich möchte in keinem Dealer-Staat leben und da bin ich bestimmt nicht alleine. Leider völlig intransparent wie und warum diese Diskussion im Bundestag entfacht wurde und welche Lobby dahinter steht. Warum wird an den Menschen vorbei diskutiert?

        Und ob nun das Streckmittel oder die Drogen zum Tod führen, kann keiner in einem Stichpunkt beweisen. Das sprengt den Rahmen, nicht wahr?

        Um Steuern bzw. die Alkohol- und Tabaksteuer geht es nicht in diesem Beitrag. Es geht primär um das, was in der Überschrift steht. Schon gelesen?

        PS: Ich verzichte auf fiese indirekte Beleidigungen, da die Worte die ein Mensch gebraucht mehr über ihn selbst aussagen, als über andere. Es steht jedem frei meine Beiträge zu lesen oder zu übergehen.

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