Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

…und feierst du Weihnachten? Die Frage kam von meiner Arbeitskollegin. Aber wie feiert man eigentlich Weihnachten? Also wie feiert man Weihnachten richtig? Lange Zeit war Weihnachten für mich die vierte Jahreszeit. Bevor ich lernte den Winter zu lieben. Lichterketten, Weihnachtsmärkte, Zimt und Plätzchen in der warmen Stub’n liebt doch jeder. Und aus Prinzip würde ich in keinem Land der Welt leben, in dem es kein Weihnachten gibt. Jetzt mit dem ersten Advent bereiten sich viele Christen auf die Ankunft vor. Es gibt Leute, die sich und ihr Tun befragen und eine Jahresbilanz ziehen. Es finden sich aber auch kulturell unterschiedliche und modernere Formen des Feierns. Ein Überblick:

Weihnachten in Ecuador

Stefi, 32, aus Ecuador hat Molekular Medizin studiert. „In Ecuador ist Weichnachten sehr amerikanisch“, sagt sie. Der Weichnachtsbaum ist üppig geschmückt und zu Heiligabend werden so viele Leute wie möglich eingeladen. Dann gibt es Truthahn. Anschließend werden die Geschenke ausgepackt. Gegen Ende kommt der ecuadorianische Teil: Um ein Uhr trifft der DJ ein und bis 5 Uhr morgens wird Salsa getanzt. Zu ecuadorianischer Musik versteht sich.

Weichnachten in Deutschland empfindet Stefi als „echter und schöner“. Besonders gefällt ihr der Schnee, dass man zusammen den Weihnachtsbaum schmückt und zur Mitternachtsmesse geht. Das findet sie „ruhiger und spiritueller“. Zum Weihnachtsfest in Ecuador sagt sie: „Wie haben keine Adventszeit, backen keine Plätzchen, es gibt keinen Weihnachtsmarkt und auch keine Plätzchen.“

Advent in Chile

Auch in Chile gibt es keinen Weihnachtsmarkt. Das wissen wir von Guillermo, 31, der Philosophie studiert hat. Auch im Dezember ist es in Chile bis zu 30° C warm. Deswegen gefällt Guillermo die weihnachtliche Athmosphäre in Deutschland besonders gut. „Das ist ganz anders als im warmen Chile“, sagt er. Auch in Chile gibt es zu Heiligabend traditionell Truthahn. Auch in Chile stellen die Christen zur Adventszeit eine Krippe auf. Die Jesus-Figur wird nur an Heiligabend feierlich in die Krippe gelegt.

Ein Fest mit italienischen Leckereien

Zu Heiligabend geht Gianluca, 27, mit seiner Familie in die Heilige Messe. Am 25. ist dann die eigentliche Weihnachtsfeier. Die ganze Familie trifft sich und ist zusammen fleischgefüllte Tortellini. Zum Nachtisch gibt es eine italienische Kuchenspezialität: Panetone. Die ist meist mit Schokolade oder mit Marmelade gefüllt. Am Abend wird Fleischbrühe gegessen. Danach geht Gianluca noch gern mit Freunden tanzen. „Das ist nicht unbedingt traditionell“, sagt er und fügt hinzu: „aber für mich und meine Freunde im Ort gehört es zu einem gelungenen Weihnachtsfest.“

Das Fest der Liebe

Jeder feiert Weihnachten auf seine Art. Ein Weihnachtsbaum wurde in meiner Familie nicht aufgestellt. Wir gingen immer gern auf dem Weihnachtsmarkt, haben auch mal Weihnachtsdeko gekauft oder gebastelt und Plätzchen gebacken. Denn das Schönste an Weihnachten ist die Liebe, das Teilen und die Gemeinschaftlichkeit. Es sollte mehr Weihnachten geben, überall.

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