Auf der Suche nach den richtigen Worten für einen bekannten geliebten Menschen bin ich auf ein Video gestoßen, welches mir erneut bewies, dass nicht die Anzahl der Wörter oder das Niveau der ausgewählten Sprache ausschlaggebend sind, sondern eher die Art und Weise wie man sich ausdrückt. Nun zum Video, ein Blinder Obdachloser sitzt am Rande einer Treppe, vor ihm eine Dose für die Spenden der Passanten, neben ihm ein großes Stück Karton mit der Aufschrift „Please help I’m blind“ nach einigen kleinen Spenden lief eine Passantin vorbei, die sich nicht damit zufrieden gab ein Paar Münzen in die Dose zu schmeißen, nein sie machte noch etwas viel Nützlicheres. Sie nahm das Stück Karton mit dem Aufschrieb drehte es um und schrieb etwas auf die Rückseite, während dessen tastete der Obdachlose ihre Schuhe ab.

Die Frau ging und das Schicksal des Mannes änderte sich abrupt. Etliche Passanten, die ihm Münzen vor die Schuhe warfen, wie er es normalerweise nicht gewohnt war. Einige Zeit später kam die Frau mit den Lackschuhen erneut, sie sah sich das Ergebnis ihrer Tat an während der Mann wieder ihre Schuhe abtastete, natürlich hatte auch er gemerkt, dass dieser Schicksalswandel etwas mit ihrem Kommen zu tun hatte, er fragte sie was sie denn gemacht habe. Sie antwortete „Ich schrieb das Gleiche, nur mit anderen Worten“. Am Ende des Videos sah man den Aufschrieb der Frau „Es ist ein wunderschöner Tag und ICH KANN ES NICHT SEHEN“.

Man mag gar nicht glauben wie viel Worte bewirken können. Eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die geschmückt mit Gefühl und Stimme, jahrelang mühevoll aufgebaute Beziehungen binnen Sekunden zerstören können oder ganz im Gegenteil die Kraft eines einzigen Wortes, welches alles Leid zuvor in den Schatten stellt.

Passend zum Thema bin ich im Internet auf einige Ausschnitte von verschiedenen Experimenten gestoßen. Bei einem dieser Versuche wurden zwei Wasserflaschen mit Musik bespielt und anschließend zum gefrieren in die Kühltruhe gelegt. Die erste Flasche wurde mit Beethovens „Pastorale“ einer hellen fröhlichen Symphonie bespielt, die zweite Flasche mit Chopins „Abschiedlied“. Nachdem beide Flaschen gefroren wurden, hat man von beiden Flaschen Proben entnommen und die Wasserkristalle mikroskopiert. Nun hier beginnt die Sache interessant zu werden, Flasche eins zeigte schöne „Ideal-Kristalle“, wohingegen die Kristalle der zweiten Flasche in kleine Teile geteilt waren, die voneinander „getrennt“ waren.

Der zweite Versuch war ein visueller. Diesmal wurden den Flaschen Wörter auf die Innenseite geklebt. Flasche A wurde mit den Worten „Liebe/Dankbarkeit“ beklebt, Flasche B mit einem Satz den heutzutage schon manch einer gesagt, gehört oder mindestens gedacht hat „Du machst mich krank. Ich werde dich umbringen“. Flasche A zeigte wie erwartet schöne klare Kristalle, die Kristalle der Flasche B jedoch reflektierten genau das, was ihnen gezeigt worden ist. Die Kristalle waren verdreht, aufgelöst und eingefallen.

Es gab noch einige andere Versuche die interessant waren, doch glaube ich klar gemacht zu haben worauf ich hinaus will. Wenn man bedenkt, dass ein Mensch abhängig vom Alter aus 50-80% Wasser besteht, ist genau das vielleicht sogar der Grund für den Erfolg oder Misserfolg mancher Menschen.

Worte sind also keine bloße Aneinanderreihungen von Buchstaben, nein Worte sind magisch. Ein gutes Wort gleicht einem Baum dessen Wurzeln tief und fest in der Erde sind und dessen Zweige bis in den Himmel ragen und gute Früchte tragen. Als Gegenpol dazu ist ein schlechtes Wort zu vergleichen mit einem Baum, dessen Wurzeln keinen Halt im Boden haben und schlechte Früchte tragen.

Gutes und Böses sind niemals gleich.

Die kritischsten Themen können allein durch die richtige Wortwahl plausibel klingen.

 

Aber was genau ist es was uns daran hindert, diese Art von Kommunikation zu verwenden. Wieso versuchen wir unseren Mitmenschen „eine reinzuhauen“, sogar wenn wir wissen, dass wir genau deswegen das Gegenteil von dem erreichen werden was wir wollen.

Ist es der Stolz? Unser Ego? Vielleicht.

Ich erinnere mich von klein auf, sei es in der Schule oder im Freundeskreis, eingetrichtert bekommen zu haben, dass MEINE Meinung wichtig sei. Ich finde zwar nicht man sollte das Instrument von Plänen anderer Menschen sein und versuchen die gottgegebene Fähigkeit des Denkens abzuschalten, doch finde ich es noch viel wichtiger, die goldene Mitte zu finden. Die eigene Meinung ist wichtig, jedoch sollte sie wandelbar sein. Manchmal ist man so darauf beharrt die eigene Meinung, die eigenen Richtlinien durchzusetzen, dass man vergisst, was man alles im Namen dieses „Kampfes“ verliert.

„Aber ich habe doch Recht?!“, wie oft quälen wir uns damit Mitmenschen klar machen zu wollen, dass unsere Meinung die einzig Richtige sei? Wäre es nicht viel leichter stattdessen einzusehen, dass es mehrere korrekte Antworten auf eine Frage gibt? Dass es nicht immer ein Schwarz oder Weiß gibt, sondern viele Grautöne und dass man vielleicht mehrere Meinungen fusionieren sollte, um genau den passenden Grauton zu formen.

Ich glaube wir sind uns alle darin einig, dass man für ein harmonisches Zusammenleben etwas gegen dieses Defizit tun muss. Jede Mühe, welche zur Verbesserung in dieser Hinsicht führt, wird sich sicherlich zukünftig auszahlen und einen positiven Beitrag zu zwischenmenschlichen Beziehungen leisten.

Jeder sehnt sich hin und wieder nach einem Neuanfang, vielleicht wäre genau diese Methode der Schlüssel zu einer neueren besseren Welt. Ändere deine Worte, ändere deine Welt.

Fotoquelle: http://www.freiheitlich.me/wp-content/uploads/2011/09/dialog20_ptahi_fotolia.jpg

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