Als der letzte König Boabdil von Al-Andalus sich umdrehte, um die Alhambra ein letztes Mal anzusehen, fielen ihm Tränen übers Gesicht. Dies ist ein Ausschnitt der Geschichte Al Andalus, als 1492 Granada als die letzte Stadt unter Herrschaft der Mauren an die Reyes católicos abgetreten wird. Die Geschichte wiederholt sich.

Und diese Szene wiederholte sich im Jahr 2012, als ich mich umdrehte um ein letztes Mal auf die Alhambra zu blicken. Es war das letzte Mal nach einem Jahr Erasmusaufenthalt in Granada. Einem Jahr aus 1001 Nächten. Möchte man in Europa in ein anderes Reich untertauchen und den zurück in die Vergangenheit a la Micheal J. Fox spielen, sollte man nach Andalusien. Das Land der Mauren. Als in ganz Europa das Zeitalter der „Dark Ages“ für die Epoche des Stillstands des Wissens steht, herrschte in diesem Bereich Europas eine andere Welt, der wissenschaftliche Durchbruch in Literatur, Wissenschaft, Astronomie, Mathematik. Dieser Durchbruch ist in seiner Luft zu spüren. Zwar sind nicht viele Erinnerungsstücke, wie Bauten und übergeblieben, jedoch die wenigen die erhalten wurden sprechen für sich. Zu diesen Bauten oder Städten gehören Toledo, Cordoba, Sevilla und Granada, die mezquita und die Alhambra.  Durch die spanische Reconquista wurden viele Bauten der Mauren niedergerissen und niedergebrannt, um alles was an das alte Herrscherreich und dessen Zivilisation erinnert zu beseitigen. Wie es Huntington in seinem „clash of cilizations“ prognostizierte. Stimmt also seine Prognose? Haben sich die unterschiedlichen Zivilisationen, Kulturen bekämpft? Passen sie einfach nicht zusammen? Muss das Eine sich dem Anderen überstellen? Ich gehöre zu den Kritikern der Huntington These. Dies hat mir auch Andalusien bewiesen. Denn obwohl viele Moscheen in Kirchen umgebaut wurden, hat sich der Baustil gehalten und 1001 Nächte zeigen sich in diesem Stück Europa in jeder kleinen Gasse. Vielleicht ist auch dies die Verbindung vom Okzident und Orient von dem oft Leopold Weiss, alias M. Asad gesprochen hatte, ein österreichischer Jude, der 1900 geboren wurde, durch die Erlebnisse des I.WK zum Atheisten wurde und im damaligen Palästina die Kultur, Tradition und Religion des Orients kennenlernte und diese zu seiner eigenen machte. In diesen Gebieten Spaniens, spürt man diese Gedanken, dass es eine Möglichkeit der gemeinsamen Zusammengehörigkeit gibt.

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