"Leider fällt nicht der Name Rosa Parks, wenn es um die Anfänge der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung geht. Sondern viel eher der Name Martin Luther King, oder andere männliche Namen..", wies uns gestern unsere Dozentin Studierende hin, als wir im Rahmen des Themas "Afroamerikanischer Feminismus" zur Bürgerrechtsbewegung  Black Power kamen.

Rosa Parks war es, die sich am 01. Dezember 1955 weigerte im Bus ihren Sitzplatz an einen weißen Fahrgast zu übergeben, woraufhin sie verhaftet wurde. Man muss sich mal vorstellen, was das bedeutet, vor fast 60 Jahren als afroamerikanische Frau auch noch, so einen "Aufstand" zu machen.

Es gibt da so einiges, was dabei bemerkenswert ist..

Einmal fragt man/frau sich heute, wie es dazu kommt, dass vor allem Männer erwähnt werden, sobald es um diese Bewegung geht. Liegt es daran, dass die afroamerikanische Welt damals patriarchalisch geprägt war? Wobei - wenn man bedenkt, dass sich im Anschluss der Verhaftung von Rosa Parks viele Männer und Frauen zusammen getan hatten, um friedlich gegen Rassentrennung zu protestieren, sieht es zunächst einmal nicht so aus, als wäre die afroamerikanische Welt so patriarchalisch, als dass sie Rosa Parks unerwähnt gelassen hätte.

Oder liegt es an der weißen medialen Verbreitung von "Helden" und daran, dass die weiße Welt patriarchalisch geprägt war/ist?

Wahrscheinlich an beidem. Denn auch wenn der Fall Rosa Parks eine Massenbewegung auslöste und sie somit als "Mutter" der afromaerikanischen Bürgerrechtsbewegung gilt, man(n) sie eben auch unterstützte, gab es nach und nach Schwierigkeiten für eine afromaerikanische Frau sich aktiv und lautstark für ihre Rechte einzusetzen. Und dabei war es irrelevant, ob sie (=die afromaerikanische Frau) sich gegen Rassismus einsetzte oder ob sie gegen Unterdrückung des Geschlechts einsetzte.

So entwickelte sich auch der afroamerikanische Feminismus - sich von dem weißen Feminismus abgrenzend.

Denn eine afroamerikanische Frau hatte es nicht nur in ihrer eigenen Community schwer. Nein. Sie hatte es auch mit den weißen Frauen schwer. So musste sie an beiden Fronten kämpfen.

Schade, dass nicht so gut kooperiert werden konnte. Schade, dass gemeinsame Ziele nicht Hand in Hand zu erreichen angestrebt wurden.

Vielleicht machen es Frauen von heute besser. Denn es muss noch einiges getan werden.

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/Fotoquelle: guardian.de/

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