Es ist der 14. April 2014.

Du, als 13- jährige, besuchst eine Schule in Chibok, nordöstliche Region des Landes. Es ist ein normaler Tag, ein normaler Morgen für die Umstände in Nigeria. Vielleicht hast du auch heute Geburtstag, oder es ist sonst noch so ein besonderer Tag. Während du der Lehrerin aufmerksam zuhörst und fleißig mitschreibst, denkst du ab und zu an deine Zukunft, denkst daran vielleicht auch mal eine Lehrerin zu werden oder vielleicht doch lieber Ärztin? Dein ganzes Leben liegt vor dir, du bist optimistisch, lebst mit deinem Traum von einem besseren Leben durch deine Schulbildung. Vielleicht träumst du auch davon mal endlich „alltäglichen und normalen Dinge“ zu unternehmen, wie es halt eine 13-jährige tut. Während du in Gedanken versunken dir deine rosarote Welt ausmalst, in der alle gesund und munter sind, schreckt dich ein Geräusch auf, was dir nicht allzu fremd vorkommt. Es sind womöglich Schüsse. Jetzt geht alles schnell, viel zu schnell. Die Tür wird aufgerissen, bewaffnete Männer stürmen in den Raum. Sie wollen dich und deine Freundinnen entführen. Vielleicht hast du auch Geschwister, die ebenfalls auf diese Schule gehen. An was denkst du? Oder an wen? An deine Mutter, die du heute Morgen noch gesehen hast? An deine Geschwister, die auch gerade Angst haben? An deine Träume und Zukunft, die auf einmal wie Seifenblasen zerplatzen, zerplatz werden von Waffen, die man dir vor die Nase hält? Und was fühlst du? Angst oder aber auch Wut? Wut über diejenigen, die Kinder entführen lassen, unschuldige Kinder, Kinder die unsere Zukunft sind, die die Welt zu einem besseren Ort machen, die es überhaupt lebenswert machen. Oder aber über diejenigen, die zwar aussehen wie Menschen, aber keine sind. Denn kein gesunder Menschenverstand sollte in der Lage sein, Kinder zu töten.

200 Kinder wurden entführt, 200 Mütter die weinen. Die Welt schaut mal wieder zu. Nun erschien letzte Woche das Video, welches die Mädchen zeigte. Forderung: Freilassung von Häftlingen, die der Terrororganisation Boko Haram angehören, eine Gruppierung, welche Verbindungen mit Al Kaida hat. Die Terrororganisation ist seit 2009 aktiv, der Name auf Hausa bedeutet in etwa „westliche Bildung verboten“.

Es ist natürlich schön und bemerkenswert, dass sich jetzt Länder wie England, China, Frankreich oder USA helfen wollen, jedoch frage ich mich, was denn die Gegenleistung ist. Welchen Profit schlagen diese Staaten aus dieser Misere und warum wurde erst jetzt auf die Aktivität der Terrororganisation aufmerksam gemacht?

Übrigens reagierte mittlerweile auch die Weltbevölkerung und postet/twittert unter dem Hashtag #bringbackourgirls. Ich weiß nicht inwieweit diese Aktion helfen kann. Jedoch möchte ich daran glauben, dass man durch Aktionen dieser Art dazu auffordern kann, etwas zu verändern.
WIR sind schließlich diejenigen, die in der Überzahl sind, nicht die Einzelpersonen an der Macht.

Wenn WIR nur zu dem WIR werden könnten!

Aufhören würden, uns durch Vorurteile, die wie ein schwarzes Loch unsere positiven Gefühle aufsaugen und verschwinden lassen, verblenden zulassen..
Ja, dann könnten WIR doch so viel erreichen.

Warum soviel Hass, Intoleranz und Hässlichkeit, wenn mit Liebe, Verständnis und Zuversicht alles viel einfacher geht?

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