Das Weisheitszahn-Martyrium – nichts für zarte Gemüter

Vor vielen vielen Semestern ging eine Studentin zur Zahnärztin wegen einer Entzündung und viel Gestank. Die Zahnärztin verkündete:“Der Weisheitszahn muss gezogen werden. Sofort!“. „Ok“, sagte die Studentin, dass der Zahnärztin die Kinnlade runterklappte. Nichts ahnend machte sie noch für denselben Abend einen Termin aus. Und so begann die Geschichte meines ersten Weisheitszahns, den es nun nicht mehr gibt. 

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Zahngesundheit fängt im Kindesalter an.

Ich will ja niemandem Angst einflößen, aber es kann ein ganz schönes Desaster werden, wenn man seinen Weisheitszahn los werden will. Beim ersten Weisheitszahn hatte ich das Pech, dass die Ärztin recht unerfahren war. Nun gut, sie hatte überhaupt keine Ahnung. Die Weisheitszahn-Entfernung dauerte geschlagene vier Stunden. In diesen vier Stunden konnte ich beobachten, wie sich die Zahnärztin Schritt für Schritt in ihre Wut hineinsteigerte. Das Sahnehäubchen der Geschichte: Sie schlug mit der runden Seite des kleinen runden Spiegels gegen meinen Weisheitszahn.

Aber fangen wir ganz von vorne an.

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So fühlte sich die Behandlung in etwa an.

Ich machte also den Termin aus, verbrachte ein paar angenehme Stunden in der Stadt und ging zurück zum Zahnarzt. Eigentlich hätte ich es an der Art bemerken müssen, wie sie gefragt hat. „Wollen Sie es wirklich heute ziehen lassen? Es geht auch zu einem späteren Termin.“ Die gute Frau hatte Angst, sogar mehr als ich.

Es fing schon mit dem ersten Schnitt an, der unnötig groß war, wodurch die Blutung unnötig viel war. Die Details erspare ich euch an dieser Stelle. Dann bohrte sie und bohrte sie viele Stunden in meinem Mund. Ich war schon ganz erschöpft und so war sie. Sie schaute abwechselnd unzufrieden, sauer und genervt zu meinem angebohrten Zahn. Als würde sie ihn anklagen.  Sie haute mehrmals mit der Rückseite des kleinen runden Spiegels gegen meinen Zahn und zack! Raus war er.

Doch damit endet die Geschichte nicht. Sie fängt erst an.

Da der Schnitt zu groß war nähte sie alles besonders fest zu, erläuterte der Chirurg später. Es sollte ja keiner merken. Die folgenden zwei Wochen wurden zur Leidenszeit einer Studentin. Die Schwellung an der Wange färbte sich blau und schwoll durch eine saftige Entzündung an. So reichte die Schwellung oberhalb bis zum Auge und unterhalb bis zur Mitte des Halses. Tja und ich heulte wie ein Schlosshund. Ein Schlosshund mit einer geschwollenen Wange.

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Wer einen guten Zahnarzt findet, kann sich freuen.

Ein paar Nähte mussten vom Chirurgen entfernt werden. Gegen die Entzündung half nur ein starkes Antibiotikum, welches Schwindel verursachte. Über eine Woche blutete die Wunde. Und die Moral der Geschicht‘: Wer seinen Zahn möchte ziehen lassen, der gehe zu einem erfahrenen Zahnarzt oder gleich zum Chirurgen.

In der nächsten Geschichte geht es um den zweiten Weisheitszahn. Den habe ich mir kürzlich ziehen lassen und diesmal war es ein toller Arzt.

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