Wir schreiben das Jahr 2013. Zeitalter des neuen Mediums Internet. Ein Zeitalter, indem wir mit unserem Smartphones reden, Bücher digitalisieren und online shoppen. Ein großer Teil der Gesellschaft benutzt die sogenannten Social Networks, Facebook, Twitter und CO. Das Privatleben wir veröffentlicht ohne Rücksicht auf jeglichen Verlust, ohne Bedenken. Hauptsache man imponiert andere mit seinem Eigentum. Das neueste Iphone wird veröffentlicht und spätestens nach zwei Monaten nach Erscheinung auf dem Markt ist es im Besitz von (zu) vielen Menschen. Die Finanzierung ist kein Problem. Verschuldungen, Zinsen, Raten. All das wird in Kauf genommen um "cool" zu sein. Was passiert mit dem alten (neuen) Geräten? Keine Gedanken an die Umwelt wird verschwendet. Hauptsache konsumieren und das in Massen.

„Der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit.“ Das Zitat stammt von Erich Fromm, einem deutsch-amerikansichen Psychoanalitiker. Der Vergleich des Säuglings ist sehr interessant, denn ein Säugling ist auf die Hilfe von außen angewiesen. Er kann zum Beispiel keine feste Nahrung aufnehmen, diese muss so prepariert werden, dass er sie problemlos schlucken kann, sie muss ihm also "in den Schoss" gelegt werden. Für ihn schon kleingeschnitten und vorbereitet werden. Außerdem nimmt der Säugling alles so auf, ohne nachzudenken, ohne zu kritisieren. Er will die Flasche und wenn ihm dann jene präsentiert wird und somit seine Bedürfnisse befriedigt werden, macht er sich keine Gedanken mehr. So ergeht es auch dem Konsumenten. Ihm soll alles vorgefertigt zukommen. Er denkt auch nicht über die Folgen seines Massenkonsums nach. Für ihn ist es nur wichtig, dass er zu der gewollten Zeit, das gewollte Objekt kriegt. Egal mit welchen Mitteln. Ohne auch drüber nach zu denken, ohne kritisch zu überprüfen, was er nun eigentlich präsentiert bekommt.

Dieses Verhalten führt dazu, dass sich die Gesellschaft zu sehr auf die Schnelligkeit, Fertigkeit manifestiert und sich an das simple konsumieren gewöhnt. Allein wenn wir an das Kochen denken: Fertigprodukte findet man in jedem Haushalt. Wir achten nicht mehr drauf was wir essen. Selbst wenn man den Inhalt liest versteht man wenig, denn alles ist verpackt in Zahlen und Fachwörtern aus denen ein durchschnittlicher, normaler Bürger kaum was versteht. Ein anderes Phänomen des Konsums sind die Verpackungen und die Produktionsweise der Güter. Alles ist in Plastik verpackt, in Länder produziert, wo ein Arbeiter gerade mal für weniger als einen Euro entlohnt wird. An Kinderarbeit, Arbeitsverhältnisse und an die Gesundheit der Menschen, die für wenig Geld viel leisten, wollen wir gar nicht denken. Einer der neuesten Unfälle ereignete sich in Bangladesh, wo die Fabrik plötzlich in Flammen aufging und viele Menschen ums Leben gekommen sind. Das schockiert uns natürlich, aber nur für eine kurze Zeit. Spätestens nach einem Monat ist der Unfall schon vergessen und wir kaufen uns neue Nike Schuhe, Kleidung von H&M oder anderen Labels, wo man genau weiß, hier werden Menschen unterbezahlt.

Es ist natürlich einfach das alles zu kritisieren und schwer den völligen Verzicht umzusetzten. Ich glaube auch kaum, dass das möglich ist, aber ich würde mir wünschen, dass die Menschen mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich vielleicht zweimal überlegen ob man dieses oder jenes braucht. Außerdem sollte man sich auch überlegen wohin unser Müll deponiert wird. Wegen der Verschmutzung in Amerika und Europa leidet nicht nur die Ozon-Schicht, sondern auch die Drittländer. Wir können doch keine Länder als Mülldeponie benutzen? Ich glaube irgendwann (in absehbarer Zeit) werden wir die Schäden des rücksichtslosen Konsums spüren. Und ich hoffe bis dahin werden wir wenigstens in Ansätzen versuchen, die Lage nicht noch mehr zu verschlechtern.

Als letzten Denkanstoß möchte ich auf ein Zitat von Lotta Ingrisch, einer österreichischen Schriftstellen, aufmerksam machen:

„Ist es nicht so, daß wir aus Dingen eine Mauer um uns errichten, eine hohe Mauer, um den Tod nicht zu sehen? ... Der Motor der Konsumgesellschaft ist nicht die Freude am Leben, sondern die Angst vor dem Tod.“

 

Weitere Artikel:

Share

Tags: , , ,