Der Mensch – gut oder böse?

Über Millionen von Jahren überquerten unendlich viele Menschen diesen Planeten und keiner glich dem Anderen. Manch einer schien gut zu sein und manch anderer genau das Gegenteil. An dieser Stelle kommen mir sämtliche Fragen in den Sinn. „Wie ist eigentlich die Natur des Menschen beschaffen?“ „Sind Menschen von Natur aus gut oder böse?“ „Welche Folgen haben die Antworten dieser Fragen für das Leben des Einzelnen und die Gesellschaft?“

Doch bevor wir überhaupt diese Fragen beantworten können, sollten wir zuerst die Begriffe gut und böse definieren. Wobei dies äußerst kompliziert ist, denn die Definitionen von gut und böse ändern sich je nach Gesellschaft, Religion, Philosophie und Perspektive des Menschen. Aufgrund dieser Aspekte gibt es eigentlich keine allgemein gültige Definition. Man kann sagen, dass während der Sozialisation diese abstrakten Begriffe mit Inhalten gefüllt werden. Ganz grob ausgedrückt, ist alles böse was jemandem oder etwas einen Schaden hinzufügt. Genau das Gegenteil ist gut. Nämlich, dass man jemandem oder einer Sache einen Nutzen bringt.

Nehmen wir an, der Mensch ist von Natur aus böse, egoistisch und selbstbezogen. Die Folgen dieser Annahme für das Individuum wären, dass er sich die ganze Zeit in einem Wettbewerb mit den anderen Menschen sieht. Oder wie Thomas Hobbes sagt: „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ Demnach sollte man niemandem trauen und man schließt am besten einen Vertrag mit allen anderen Mitmenschen ab, um sich in Sicherheit zu fühlen. Denn andersrum müsste man immer mit der Angst leben vom Gegenüber betrogen oder gar umgebracht zu werden.

Nun nehmen wir an, der Mensch ist von Natur aus gut, kooperativ und gesellig. Passend dazu fällt mir der Begriff des „Zoon Politikon“ (Aristoteles, Platon) ein. Demnach ist der Mensch auf eine soziale Gemeinschaft angewiesen. Hierbei ist die gegenseitige Hilfe der Mitmenschen die beste Überlebens- und Miteinanderlebensart. Einer der wichtigsten Faktoren ist hier der Glaube an das Gute im Menschen und gegenseitiges Vertrauen.

Das Schwierige ist, sich an einer dieser Annahmen festzulegen. Denn jeden Tag werden wir mit verschiedenen Situationen konfrontiert. Und jedes Mal beobachten wir die andere Seite des Menschen. Jedoch denkt jeder Mensch in einer anderen Art und Weise und handelt demzufolge auch danach. Meiner Ansicht nach sollte nicht gesagt werden, dass der Mensch definitiv gut oder böse ist. Es ist offensichtlich, dass man beide Seiten in sich trägt. Welche Seite man zum Vorschein bringt, ist jedoch von vielen verschieden Faktoren, wie z.B. Familie, soziales Umfeld, Bildung, abhängig. Auch schlechte oder gute Erlebnisse im Leben könnten das Menschenbild derjenigen Person prägen. Abschließend möchte ich ein besonderes Augenmerk darauf werfen, dass der Mensch, sei es mit Vernunft oder auch nicht, am Ende selbst entscheidet, welchen Weg er laufen will.

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