Die Leiden der jungen High Heel Trägerin (2)

Es ist ein wundervoller Morgen, denn meine Füße tun überhaupt nicht mehr weh. Wundervoll! Und dann kommt die Ernüchterung: Diese High Heels, ursprünglich eine ganze Nummer größer, sitzen wie angegossen. Entweder hat eine Fee die Schuhe kleiner gezaubert als ich schlief oder meine Füße schwollen in der Nacht freudig weiter an. Und heute findet ausgerechnet die Tagung statt. Ich darf mich dort um Himmels willen nicht blamieren.

Tag 2: Die Anatomie meiner Füße protestiert gegen die High Heels

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Bild: Flickr / George / CC-BY-NC-SA-3.0

Irgendwie, und vielleicht war es ein Wink des Schicksals, habe ich die Fahrt zum Tagungsort überlebt. In mir machte sich Erleichterung breit, schließlich waren wir angekommen und bald darf ich endlich sitzen.

Dann mussten wir aber doch ein Streckchen laufen. Das war mindestens ein Kilometer, da bin ich mir sicher. Ein Kilometer voll Qualen und der Verzweiflung um, ja, die Haltung zu bewahren. Innerlich schimpfte ich mit mir selbst, weil ich keine Zweitschuhe mitgenommen zu haben.

Bis ich endlich Platz nehmen durfte, musste ich minutenlang tapfer an zwei endlosen Schlangen anstehen, weitere tausende Meter über das Gelände laufen und riesige Fluren überqueren. Das bloße Erreichen des Sitzungssaals wurde zur Odysee. So müssen Märchen entstanden sein, in denen unbezwingbare Berge und endlose Wege erklommen werden. 

Bild: Flickr / Duncan Rowlinson / CC-BY-NC-3.0
Bild: Flickr / Duncan Rowlinson / CC-BY-NC-3.0

Eine gute Lösung war, während der Sitzungen die Schuhe auszuziehen. Denn bei Veranstaltungen dieser Art fällt es keinem ein unter die Tische zu sehen.

Eine Sitznachbarin nahm den Vorschlag dankend an und auch sie erleichterte es enorm, die Schuhe für einige Zeit auszuziehen. So lauschten wir barfüßig aber begeistert den RefertenInnen und machten brav Notizen.

An diesem Abend schmerzten nicht nur meine blutroten Zehen. Zu meinen Zehen hatten sich mein Fußknöchel und meine Fußgelenke gesellt. Sie protestierten lautstark. Keine Massage und keine Fußwäsche konnte sie über ihre Entrüstung hinweg täuschen.

Und am nächsten Tag steht die Rückfahrt an…

Bild: Flickr / gosheshe / CC-BY-3.0
Bild: Flickr / gosheshe / CC-BY-3.0

Tag 3: Die Rückkehr

Die Schuhe trug ich nur bis zum Auto. Auch die kleinste Handtasche wiegt Tonnen wenn man High Heels trägt, das kann ich bezeugen.

Während der ganzen Rückfahrt, ausgenommen sind die Pausen, ließ ich die High Heels aus.

Die Schwellung ging trotzdem nicht zurück. Meine Fußknöchel und Fußgelenke schmerzten immer stärker.

High Heels
Bild: Flickr / Emilien Etienne / CC-BY-3.0

Auch meine Waden gesellten sich zu ihnen. Bis zur Mitte meiner Waden emfpand ich tiefsten Schmerz von nur drei Tagen High Heels(!). Unfassbar.

Nie wieder Pfennigabsätze schwor ich mir. Nie wieder so hohe High Heels. Ich trage ab sofort nur noch Keilabsätze. Die sind elegant, trägerfreundlich, alltagsfreundlich. Der Wahnsinn in einem Paar Schuhe.

Meine Schmerzen klangen übrigens erst einige Tage später ab.

Am 11. Februar 2016 wurde dieser Beitrag aktualisiert.

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