Die schönste Rose

[frame_box]Die Kurzgeschichte „Die schönste Rose“ stellt das kurze Leben, die Entscheidungen die man in dieser Zeit fällen muss und die Entscheidungslosigkeit dar. [/frame_box]

Einst lebte ein wunderschönes Mädchen. Dessen Schönheit wurde bis in weite Fernen bekannt. Viele junge Ehrenmänner, Prinzen, Kavaliere und Geschäftsmänner kamen, um sie einmal zu sehen. Alle hielten um ihre Hand an. Jeder träumte von einer gemeinsamen Zukunft mit der Schönsten aller Schönen. Auch ein junger Mann aus der selben Stadt hatte sein Herz an die Schönheit verloren. Er verlor sich täglich in ihrer Schönheit. Ein einziger Anblick reichte für ein Glück, welches für den ganzen Tag reichte. Auch er machte, wie so viele andere, dem Mädchen einen Antrag. Doch die Schönheit brachte dem Mädchen auch Eitelkeit. So sagte sie dem jungen Mann ab.

Dem jungen Mann zersprang das Herz vor lauter Schmerz. Keine Macht der Welt konnte ihn noch an diese Stadt binden. So packte er sein Hab und Gut und wanderte aus, in die Ferne. Dort gründete er seine Familie und sein Geschäft.

Viele Jahre später verschlug es den Mann geschäftlich in seine Heimatstadt. Und als er durch die Straßen ging, erinnerte er sich wieder an das junge schöne Mädchen, dass ihm in der Jugend das Herz und den Verstand geraubt hatte. Eine Neugier packte ihn. Was wohl aus ihr geworden war? Ob sie wohl noch immer so schön sei? Mit wem sie wohl letztendlich geheiratet hätte? All diese Fragen ließen ihm keinen Frieden und er beschloss bei Morgengrauen das Haus des Mädchens aufzusuchen. Als er dort ankam versteckte er sich hinter einer Hecke und beobachtete geduldig die Tür. Nach einer kurzen Weile ging die Tür tatsächlich auf und da stand sie. Sie war mit der Zeit gealtert dennoch hatte sich an ihrer Schönheit nichts verändert. Sie stellte sich beiseite und ein dicker glatzköpfiger Mann kam hinter ihr an der Tür zum Vorschein. Er gab der Schönen einen Kuss und sagte, dass er zum Abendbrot wieder da sei. Sie hatte also am Ende doch geheiratet. Doch der Anblick hatte den enttäuschten Verehrer irritiert. Es hatten doch so viele um ihre Hand angehalten. Sie hätte doch mit jedem heiraten können. Und diese wären sicherlich besser gewesen als der Auserwählte.

Dem Mann wurden die Fragen zuviel. Er kam hinter der Hecke heraus, vergewisserte sich, dass ihn keiner sah und klopfte an die Tür. Die Frau öffnete die Tür. Der Mann machte sich bekanntlich und stellte die Fragen, die ihn wurmten. Sie schaute ihn mit einer gewissen Ruhe an und fragte ihn, ob er wirklich an der Antwort interessiert sei. Er bestätigte sein Interesse. Dann sagte die Schöne zu dem Mann :“Gut. Ich werde dir unter einer Bedingung antworten. Siehst du den Rosengarten hinter dem Haus? Du wirst jetzt in den Garten gehen und die allerschönste Rose pflücken, jedoch darfst du, wenn du durch den Garten gehst nicht umkehren. Ich werde am Ende des Gartens mit der Antwort auf dich warten“.

„Nichts leichter als das!“ dachte sich der Mann und lief direkt in den Rosengarten. Dieser Garten war über und über gefüllt von den unterschiedlichsten und zart duftendsten Rosen. Er lief und betrachtete die Rosen. Jedes mal wenn er dachte, er hat nun die schönste Rose im Garten erspäht, erblickte er einige Schritte weiter eine noch Schönere. So lief er von Farbe zu Farbe von Rose zu Rose. Er bemerkte nicht, dass er am Ende des Gartens angekommen war. So entschied er sich für eine der Rosen am Ende des Gartens. Diese übergab er dem Mädchen.

Sie lächelte, wenn auch etwas verbittert und sagte:“ das soll die schönste Rose des Gartens sein? Wir wissen beide, dass du dort viele Schönere gesehen hast. Doch der Gedanke eine Schönere zu finden, die Idee der schönsten Rose, haben dich in deiner Entscheidung getrübt. So bist du am Ende mit einer kleinen Rose mit vertrockneten Blättern aus dem Garten heraus gekommen. Siehst du! So ist es mir bei meinem Mann ergangen“.

Der Mann verstand und verabschiedete sich für immer von der schönen Frau. Diese machte sich zu ihrem Haus, um für ihren Mann das Abendessen zu bereiten.

 

Fotoquelle:

http://www.kostenlosewallpaper.com

(Diese Kurzgeschichte wurde frei übersetzt und ist von einem anonymen Autor)

 

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