Ein neues Modell „Leben“ für Eva 2.0

Wir Denkerinnen haben letzte Woche Donnerstag, 12. Juni 2014, einen wichtigen Beitrag zum Thema Herausforderungen der modernen Frau, der Frau der Generation Y geleistet und mit dieser Konferenz neue Wege aufgezeigt, Lösungsvorschläge diskutiert! Etwa 40 Personen füllten den Hörsaal 005 im Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg, von welchen etwa 10 Prozent männlich und 90 Prozent weiblich waren.

Die erste Konferenz von uns Denkerinnen fand in Form einer Tagung statt, die mit einer Begrüßung durch Monika Buhl, Professorin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg, begann und weiteren Vorträgen von hochkarätigen/m Referentinnen und Referent von 09:30 bis 16:30 Uhr dauerte.

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Apl. Prof. Dr. phil. Monika Buhl, Hochschuldozentin für Schulpädagogik, Universität Heidelberg

 

HABE DIE GABE, MIT ANDEREN GEMEINSAM ZU HANDELN!

In der ersten Sektion gab es einen historischen Abriss über die Frauenrechtsbewegungen Deutschlands – vorgetragen von Christine Kulke, Professorin an der Technischen Universität Berlin. Mit den Worten „Die Frauenrechtsbewegungen war vielleicht die erfolgreichste Niederlage des letzten Jahrhunderts“ endete sie ihren Vortrag und fügte hinzu, dass diese Niederlage jedoch Hoffnung auf weitere Visionen mache, da das Private – mehr denn je – politisch geworden sei! Kulke betonte sich auf Hannah Arendt beziehend, dass nicht die individuelle Kraft lange, sondern dass man sich zusammentun müsse, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Auf Christine Kulkes Vortrag folgte die soziologische Betrachtung des Markus Pohlmann, Professor der Soziologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der dem interessierten Publikum verdeutlichte, dass von 1302 Führungspositionen in den weltweit besten Unternehmen nur 32 von Frauen besetzt seien. Weitere Zahlen und Fakten erschütterten die Damen im Hörsaal! „Geschlechtsspezifische Segregation ist sehr konstant“ und dies müsse sich ändern, teilte Pohlmann seiner Zuhörerschaft mit. 

Prof. Dr. Markus Pohlmann, Hochschuldozent für Soziologie, Universität Heidelberg
Prof. Dr. Markus Pohlmann, Hochschuldozent für Soziologie, Universität Heidelberg

 

HABE DEN MUT DURCHZUHALTEN UND AN DICH ZU GLAUBEN!

Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause ging es dann um 12:00 Uhr weiter mit der Sektion 2, in welcher Prof. Dr. Eva EckkrammerProrektorin u.a. für Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs, Universität Mannheimdarlegte, wie es denn nun mit der altbekannten Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf aussehe. „Vereinbarkeit revisited“ war der Titel ihres Vortrags. Konstruktiv legte sie das jetzt schon seit Jahrzehnten bestehende Debatte um die Unvereinbarkeit, aber auch welchen Stukturproblemen Frauen gegenüberstehen. Ebenso erwähnte sie, dass vor allen Dingen Mut, der Glaube an sich selbst und das Durchhaltevermögen unabdingbar seien! Sie selber habe hochschwanger weiter gelehrt habe als Feedback nur Positives bekommen: “ ‚Endlich mal eine Professorin mit ’nem dicken Bauch!‘, sagten mir meine Studierenden! Ja, auch wenn man schwanger ist, setzt das Hirn ja nicht aus war dann meine Antwort!“, erzählte Eckkrammer. Weder man selber solle so tun, als wäre man krank – nur weil man nun schwanger ist, noch solle man Frauen als krank oder faul betrachten, nur weil sie schwanger sind.

Prof. Dr. Havva Engin (Hochschuldozentin für interkulturelle Pädagogik, Pädagogische Hochschule Heidelberg), Carola von Braun (ÜpFi), Prof. Dr. Eva Eckkrammer (Prorektorin u.a. für Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs, Universität Mannheim)
Prof. Dr. Havva Engin (Hochschuldozentin für interkulturelle Pädagogik, Pädagogische Hochschule Heidelberg), Carola von Braun (ÜpFi), Prof. Dr. Eva Eckkrammer (Prorektorin u.a. für Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs, Universität Mannheim)

HABE DEN MUT AN ANDERE ZU GLAUBEN!

Auch Havva Engin, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, betonte regelrecht in ihrem Vortrag namens „jung, muslimisch, türkeistämmig“, wie wichtig es sei, an sich zu glauben – aber wie wichtig es auch sei, an sein Gegenüber zu glauben und wie viele Schülerinnen und Schüler darunter zu leiden haben, nur weil ihnen keine Chancen gegeben wurden und nichts zugetraut wurde. Es hapere nicht an der Anzahl an jungen Frauen, die einen Abschluss erwerben, sondern an der Ermutigung und am Mut der Weiterbildung. „Frauen eliminieren sich selbst“, machte Eva Eckkrammer, Prorektorin für Infrastruktur, Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Mannheim, in ihrem Vortrag deutlich. „Schon allein das Ziel zu formulieren: ‚Ich möchte eine Universitätsdozentin werden‘, höre ich zu selten. Als wäre dieser Wunschgedanke etwas Verbotenes! Das muss aufhören!“, sagte Eckkrammer.

RECHT AUF ZEIT, RECHT AUF MUTTERSCHUTZ, RECHT AUF INDIVIDUELLE LÖSUNGEN

In der Podiumsdiskussion (3. Sektion unserer Veranstaltung) wurden Interessensfelder und Herausforderungen der Politik vergegenwärtigt. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fiel besonders auf, dass an der Podiumsdiskussion Frauen verschiedener Parteien vertreten waren:

Franziska Brantner von der Bündnis 90/die Grünen, Gabi Rolland von der SPD, Ursula Greve-Tegeler von der CDU und Carola von Braun von der Überparteilichen Fraueninitiative waren sich einig, dass sie bei dieser Podiumsdiskussion keine politischen Anliegen in den Vordergrund stellen möchten, sondern gemeinsam überlegen möchten, wofür Frauen sich gemeinsam einsetzen können, worunter Frauen von heute leiden – ganz gleich welcher Partei, welcher Herkunft, welcher Ideologie oder Religion – und welche gemeinsamen Ziele für die Expertinnen der Generation Y verwirklicht werden können.

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Dr. Franziska Brantner (Mitglied des Deutschen Bundestags, Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern (Hochschuldozentin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät, Universität Heidelberg)

 

Das Recht auf Zeit, wofür noch gekämpft wird, Recht auf Mutterschutz – zumal weibliche Abgeordnete keinen erhalten – und Recht auf individuelle Lösungen statt eine einzige Lösung sind nur Stichwörter der unheimlich wertvollen Beiträge dieser vier Frauen der Podiumsdiskussion, die von Katja Patzel-Mattern, Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Historischen Seminars und gleichzeitig Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, moderiert wurde.

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Ursula Greve-Tegeler (CDU)

 

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Carola von Braun (ÜpFi), Gabi Rolland (SPD)

 

Dabei kamen sehr wichtige Aspekte zur Sprache, die wir Denkerinnen baldigst präsentieren möchten! Es gibt sehr viel Erfahrungspotenzial in all den Inhalten dieser Podiumsdiskussion, sowie auch in den vorherigen zwei Sektionen! Wir hoffen diesen Inhalten in der weiteren Publikation und in dem Herantragen dieser an die Öffentlichkeit gerecht werden können und hoffen auf weitere so erfolgreiche Konferenzen von uns Denkerinnen!

An dieser Stelle möchten wir erneut für all die großzügige finanzielle aber auch ideelle Unterstützung des Teams des Gleichstellungsbüros der Universität Heidelberg und dem StuRa danken! Ebenso dem Institut für Bildungswissenschaft, dem Studentenwerk der Universität Heidelberg und all den Helferinnen und Helfern! Ohne Sie und ohne euch hätten wir diese Konferenz nicht veranstalten und diesen Inhalten kein Raum und keine Sprache verschaffen können. In diesem Sinne: auf eine gute Zusammenarbeit bis zum Teil II unserer Konferenzreihe: Generation Y und ein neues Modell „Leben“!

Comments

  1. Hier aus unserem Videomitschnitt mit nur einem kleinen Auszug aus dem vielen Lob, was uns Denkerinnen am Veranstaltungstag entgegen kam. Weitere Veranstaltungsdokumentationen folgen in Kürze!

    #DenkerinnenKonferenz2014 #GabiRolland #FranziskaBrantner — mit Franziska Brantner hier: Uni Hd – Institut Für Bildungswissenschaften.

    https://www.facebook.com/photo.php?v=300274070148239

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