Ein Schritt in Richtung Gleichstellung

In Politik und Wirtschaft bleiben  sie nach wie vor unterrepräsentiert. Seit der Wirtschaftskrise wurden Frauen immer stärker in fragile und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gedrängt. Die Frauenquote wurde so lange in der Politik diskutiert, dass sie fast die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verloren hat. Letzte Woche haben Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Justizminister Heiko Maas (SPD) Leitlinien für ein Gesetz zur Frauenförderung bekannt gegeben. 2015 soll es für 3500 Unternehmen verbindliche Vorgaben geben. 

[frame_box]Ein Abteilungsleiter verdient ca. 5000€ im Monat. Eine weibliche Abteilungsleiterin verdient 3800€, für dieselbe Tätigkeit und denselben Arbeitsumfang. Selbst in Führungspositionen verdienen Frauen weniger als männliche Mitarbeiter. Dem Handelsblatt zufolge liegt das daran, dass Frauen in Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden seien. Außerdem fänden Frauen andere Faktoren wichtiger. (handelsblatt.com) [/frame_box]

Frauen müssen in Führungspositionen, am besten sofort. Die Frauenquote ist eine Herzensangelegenheit der Familienministerin. Es gab nicht ein Rede, in der sie nicht für die Gleichstellung von Frau und Mann in Aufsichtsräten warb. Trotz Widerständen, auch im eigenen Lager, hat es die Ministerin geschafft erste Eckpunkte für ein Gesetz zur Frauenförderung vorzulegen. Dieser war längst überfällig. Denn eigentlich wollte Schwesig bereits im März erste Leitlinien für das Gesetz vorstellen.

[frame_box]Frauen arbeiten gerne im Team, auch wenn sie besonders Leistungsfähig sind. Doch der Teamgeist schwindet, sobald Frauen mit Frauen arbeiten sollen. So die Ergebnisse einer Studie der Universität Amtsterdam. (handelsblatt.com)[/frame_box]

Fehlen passende Kandidatinnen sollen die Stühle leer bleiben

Bereits im kommenden Jahr soll es für 3500 mitbestimmungspflichtige oder börsennotierte Unternehmen verbindliche Vorgaben zur Förderung von Frauen geben. Ab 2016 ist das Gesetz bei neu zu besetzenden Mandaten zu beachten. Bestehende Posten im Aufsichtsrat können bis zu ihrem regulären Ende auslaufen. Dies gilt auch für die Ersatzposten. Es soll auch eine Regelung erarbeitet werden die garantiert, dass die Stühle frei bleiben, wenn die vorgesehene Quote nicht erreicht wurde.

[frame_box]Nur 3% der Arbeitnehmer können sich vorstellen eine Frau als Chef zu haben (Forsa Umfrage, handelsblatt.com).[/frame_box] 

Kulturwandel in Unternehmen 

Viele SPD-Politiker zeigen sich zufrieden mit dem Gesetz. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erwartet einen Kulturwandel in deutschen Aufsichtsräten der sich auf alle berufliche Ebenen ausweiten wird. Hat die SPD doch ihr Wort gehalten und den Gesetzesentwurf zur Förderung von Frauen in Führungspositionen vorgelegt. Doch auch die Reichweite der Frauenquote ist begrenzt. In Deutschland befinden sich etwa 300 Unternehmen die in der Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft (Socieatas Europaea, SE) organisiert sind. Darunter befinden sich unter anderem Dax-Konzerne wie die Allianz oder BASF. Für diese Unternehmen gilt Europarecht. Sie können in Organen und Abläufen anders aussehen als Deutsche Unternehmen.  SE Unternehmen werden von dem Gesetz nicht betroffen sein. 

[frame_box]2010 arbeiteten 68% der Mütter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit. Bei den Vätern waren es nur 5%.[/frame_box]

Die Förderung von Frauen in Chefetagen ist bitter nötig. Im Schnitt sind Unternehmen mit gemischten Vorständen erfolgreicher. Frauen bringen neue Ansichten, neue Reflexionshintergründe und neue Ansätze mit. Sie sind besser ausgebildet als jemals zuvor in der Geschichte und oft auch besser als ihre männlichen Mitarbeiter. Schon jetzt sprechen Experten über einen Expertenmangel. Auch die Auswirkungen des Geburtenmangels sollen sich stärker auswirken. Deutschland kann sich nicht leisten auf 50% des Talentpools zu verzichten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Global Gender Gap Report 2013 des World Economic Forum nimmt Deutschland Platz 93 auf der Liste der Lohngerechtigkeit von Mann und Frau ein. Vor Deutschland befindet sich Estland auf Platz 92. Auf Platz 94 befindet sich der Iran. Insgesamt wurden die wirtschaftlichen Umstände in 136 Länder untersucht.

 

 

Quelle des Beitragsbilds:  http://www.spd.de/aktuelles/117786/20140325_schwesig_maas_frauenquote.html

http://www.deutschlandradiokultur.de/gleichstellung-die-frauenquote-fuer-vorstaende-ist-faellig.1005.de.html?dram:article_id=283365

http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-klaus-schuster-frauen-bringen-die-sache-voran-maenner-ihre-karriere/9737602.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/30-prozent-mehrere-bundesministerien-erfuellen-frauenquote-nicht/v_detail_tab_dossier/9674136.html?p9334532=2

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schwierigkeiten-bei-geplantem-frauen-pflichtanteil-das-quoten-schlupfloch-1.1955184

http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2013/

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