Überlegen Sie mal: Sie gehen wählen und in der Kabine nebenan steht eine Kuh, um ihre Stimme zu geben. Wie würden Sie sich fühlen? Was würden Sie denken? Unserer Fantasien sind keine Grenzen gesetzt...

Was wäre wenn während den nächsten Wahlen ein Huhn Bürgermeister Ihrer Stadt wird? Würden Sie das ohne Widerrede annehmen?

Auch wenn diese Annahmen für sie fremd sind, gibt es Philosophen, die das unterstützen.

Sue Donaldson und Will Kymlicka beschäftigen sich in ihrem Buch "Zoopolis" über politische und philosophische Theorien und verknüpfen sie mit der Tierethik. Dabei gewähren sie den Tieren eine Rolle, die uns bisher fremd gewesen ist: Das Tier wird zum politischen Wesen.

Nach Donaldson und Kymlicka sollen die Tiere als Mitbürger anerkannt werden, die schon seit Jahrzehnten als Nutz- und Haustiere gehalten werden. Kymlicka nennt diese Tiere "domestizierte" Tiere.  Hier muss man sich die Frage stellen, was "domestizieren" eigentlich bedeutet.

Antoine de Saint-Exupéry zeigt in seinem Buch "Der kleine Prinz" deutlich, was wir darunter verstehen müssen:

In diesem Augenblick erschien der Fuchs:

»Guten Tag«, sagte der Fuchs.

»Guten Tag«, antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah.

»Ich bin da«, sagte die Stimme, »unter dem Apfelbaum...«

»Wer bist du?« sagte der kleine Prinz. »Du bist sehr hübsch...«

»Ich bin ein Fuchs«, sagte der Fuchs.

»Komm und spiel mit mir«, schlug ihm der kleine Prinz vor. »Ich bin so traurig...«

»Ich kann nicht mit dir spielen«, sagte der Fuchs. »Ich bin noch nicht gezähmt!«

Kymlicka verlangt von uns Menschen, dass wir die Tiere, die aus der Wildform zu Haus- bzw. Nutztieren gezüchtet worden sind, wie Mitbürger behandeln sollen und ihnen Rechte zur Verfügung stellen sollen. Würde das funktionieren?

Angenommen ein Mensch M vergewaltigt ein Kind . Nach dem  Strafgesetzbuch wird diese Straftat mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf  Jahren bestraft. Nun wissen wir aber, dass Tiere, auch Haustiere mit einbezogen , z.B. Inzucht betreiben. Inzucht ist gesetzlich und moralisch für uns Menschen nicht vertretbar. Aber diese Tiere machen das aus dem  Instinkt. Soll man diese Tiere in Rechenschaft ziehen?

Ich frage mich, wie Herr Kymlicka, wenn er Richter wäre und ein Hund wegen Inzucht vor Gericht käme, reagieren würde.

Jedes Lebewesen besitzt Rechte und einige dieser Rechte können in Bezug mit den Menschen definiert werden. Jedes Tier, ja sogar jede Pflanze hat bestimmte Rechte die geachtet werden müssen. Schon das Sein genügt um einem Seienden natürliche Rechte zuzuschreiben. Doch Bürgerrechte, die von Menschen verfasst worden sind, Tieren zuzuschreiben ist meiner Meinung nach gegen die Natur der Tiere. Wie es aber in der Zukunft aussehen wird, werden wir erst mit der Zeit erleben können... Wer weiss, vielleicht wird in naher Zukunft doch ein Huhn Bürgermeister... oder eine Kuh.

 

Bildquelle: http://www.sixx.de/machts-euch-selbst/gfx/huhn.png

 

Share

Tags: , , , ,