Eines Tages…

Eines Tages, wenn der Wind durch alle Fenster mal kräftig geweht haben wird, ja dann werde ich wieder aufatmen können. Die Möwen werden singen und sich mit mir freuen. An einem nassen Tag.

Eines Tages, wenn der Regen alle Dächer durchdringen wird und die Häuser voller Wasser sind, dann werde ich wieder lebendig werden. Die Fische werden springen und sich mit mir freuen. An einem trockenen Tag.

Eines Tages, wenn die Sonnenstrahlen jeden Punkt der Welt erreichen wird, ja dann werde ich ein bisschen Farbe bekommen. Die Blumen werden tanzen und sich mit mir freuen. An einem nassen Tag.

Eines Tages, wenn die Schneeflocken fallen. Und ich ihre Individualität entdecke. Dass jede einzelne was Besonderes ist. Keine einer anderen gleicht. Ja. Dann werde ich mich an die Menschen erinnern. Dass sie auch mal einzigartig waren. Jede einzelne. Keine der anderen glich. Jeder einzelne Mensch etwas Besonderes war. Und hätten mich unter sie bringen können.

Und diese Erinnerung wird mich traurig machen. Denn diese Menschen haben mich immer ausgegrenzt. Viel von mir und über mich gesprochen. Aber mir selten ins Gesicht geblickt.

Dann gab es Menschen, die sich ernsthaft mit mir beschäftigten. Aber diese wurden nicht gehört. Oder diesen glaubten die anderen dann nicht. Und ja. So kam es, dass sie mich alle verlassen haben. Ohne mich auf Erden erlebt zu haben.

Aber vielleicht lesen sie wieder mehr über mich. Und denken darüber nach, was es alles bringen könnte, mich dabei haben zu wollen. Meine Tür steht jedenfalls immer offen. Auch wenn sie mich manchmal missbraucht haben. In meinem Namen Krieg geführt haben. Wenn ich daran denke, dann bekomme ich Angst vor Menschen.

Bitte nehmt mir diese Angst.

Euer Frieden.

Quelle des Beitragsbildes: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.soziale-phobie-chronische-angst-vor-menschen.332a43c2-1dc1-4d2c-8a0c-0a179d569b89.html

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