Emanzipation: Männer-Sache!

Vor kurzem äußerte sich die Schauspielerin Emma Watson zum Thema Gleichberechtigung der Frauen im Rahmen der neuen UN- Kampagne „HeforShe“. Dabei appellierte sie direkt an die Männer und rief sie ebenfalls zum Aktivwerden auf. Frauen begeistert, Männer eher weniger.

Ihre Rede war einerseits ziemlich persönlich und emotional, andererseits jedoch wollte sie ihre Stärke, ihren Willen und ihren Drang zur Veränderung deutlich werden lassen. Ich möchte hier gar nicht ihre Rede analysieren, den Inhalt wiedergeben oder mich auf irgendeiner anderen Art wissenschaftlich damit auseinandersetzen, denn ich empfinde es inhaltlich als absolut richtig. Gleichberechtigung ist nicht nur der Kampf der Frau, sondern auch des Mannes, denn wenn Frauen und  Männer nicht an dem gleichen Strang ziehen und GEMEINSAM etwas aufbauen, wird  auf der Waage nie das Gleichgewicht hergestellt. Das, als kleine Ergänzung meinerseits.

[image size=“thumb“ title=“this is not feminism“ link=“http://www.chicagonow.com/nails-on-a-chalkboard/files/2014/05/New-Feminism.jpg“ icon=“image“ lightbox=“lightbox“ align=“center“]Your image url[/image]

Mich interessiert eher die Tatsache, dass vor Emma Watson viele, sehr viele Frauen die gleichen Feststellungen und Überlegungen hatten, dass sie ebenfalls sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigt und auseinandergesetzt haben und es auch immer noch tun, aber es nie geschafft haben,  so viel Aufmerksamkeit wie Frau Watson zu erzielen. Schade drum, denn sobald Frau keinen Star-Bonus besitzt oder akademisch etwas erreicht hat (wie etwa ein Studium in Elite- Universitäten und/oder mindestens drei Titel) wird ihr keine Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist aber nicht nur bei diesem Thema so, allgemein werden Menschen, die im Rampenlicht stehen, -logischerweise- mehr Aufmerksamkeit geschenkt als solche, die „nur normal“ sind.
Aber müsste nicht vielmehr dem Wort Aufmerksamkeit geschenkt werden als der Person?
Ist es nicht wichtiger ein Problem aufzuzeigen und nach Lösungen zu suchen, ohne auf den persönlichen Profit zu achten oder auf die soziale Herkunft?
Ist Rampenlicht denn wichtiger als die eigentliche Tätigkeit?

Emma Watson erlangte ihren Durchbruch als Schauspielerin mit der Harry Potter-Reihe. Alle liebten sie. Sie war das schlaue Mädchen, Klassenbeste, gute Freundin und…. das einziges Mädchen, welches eine Hauptrolle im Film hatte. Selbst im Film musste sie die starke, emanzipierte Frau spielen, die sich nicht alles gefallen lässt und mit ihren Freunden durch dick und dünn geht. Sie musste gegen das stereotypischen Rollenmodell ankämpfen und sich beweisen, dass sie mehr ist als nur das hübsche, schlau Mädchen aus der vorderen Reihe war. Und oft ist sie es doch gewesen, die mutig und entschlossen war, der Gefahr sich gestellt und ihren Freunden den Rücken gestärkt hat. Eine Szene aus den zweiten Teil der Serie verdeutlicht dies, indem Rons schreckliche Angst vor Spinnen deutlich wird, er wird sogar fast ohnmächtig (und angeblich haben ja nur Frauen angst vor Spinnen). Allgemein scheint eher Ron die „typischen Frauencharakterzüge“ zu besitzen, ängstlich, schüchtern und zurückgezogen.

Harry: „Du hast gehört was Hagrid gesagt hat. Wir sollen den Spinnen folgen!“
Ron: „Die rennen genau in den verbotenen Wald?! Wieso gerade Spinnen?! Wieso können wir nicht lieber den Schmetterlingen folgen?“

Da erstaunt es eigentlich nicht, dass Sie sich privat auch für diese Themen einsetzt, oder gar deswegen so überzeugend in ihrer Rolle als Hermine war.

Und was hätten wir nur gemacht, wenn Emma Watson nicht gewesen wäre und dieses brisante Thema angesprochen hätte…?

 

Bildquelle: http://www.chicagonow.com/nails-on-a-chalkboard/files/2014/05/New-Feminism.jpg

Comments

  1. Yasemin Aydin says:

    Ein Artikel, der uns darauf ,,aufmerksam“ macht, wieso unsere ,,Aufmerksamkeit“ so unreflektiert und eigentlich durch die herrschenden Strukturen determiniert ist… Reflexion und die Stärkung des Bewusstseins hierfür sind zwingend notwendig, damit es voran geht…

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