Ein Zeichen, um sich abzugrenzen. Bewusst. Von anderen sozialen Schichten - die wir durch die Negation wegradiert meinen. Von anderen Klassen - ein Wort, welches in unserem ach so fortgeschrittenen Zeitalter nur noch in Anführungszeichen erwähnt wird. Unsere Gesellschaft ist ja längst nicht mehr ständisch gegliedert. Nicht mehr in Klassen aufgeteilt.

Begegnung mit der Tür im Zug mit der Aufschrift: "1. Klasse" kann da den Menschen in Verwirrung versetzen.

Die Benennungsmacht lässt auch hier nicht zu wünschen übrig. Erst waren es die Stände. Dann die Klassen. Dann Schichten. Und jetzt sind es die Milieus. Ob es einen Unterschied macht?

Nicht, wenn der Bedeutungswandel mitläuft.

Schon, wenn die Wissenschaft und Ethymologie der Begriffe schiedsrichten.

Zumal das Konzept des Milieus das Konzept von Klassen- oder Schichtsmodellen erweitert. Differenziert. Ohne zu verpulverisieren. Auseinander zu nehmen. Klar trennend und Hoffnung gebend. Für erhöhte Bildungschancen in Deutschland. Für keine vermeintliche Öffnung der Zugänge. Sondern wahre Etablierung von Chancengleichheit und keine selektive Bildungsexpansion, die die ständische Regulierung fördert.

Milieuforschung deckt genau dieses Phänomen auf, wie prozesshaft solche Distinktionslinien konstruiert werden. Messerscharf. Folgenreich. Und hemmend. Möge sie dienen, diese aufzuheben. Ein für alle mal!

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Fotoquelle: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/97p2-kj.jpeg

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