Frau in Sicht! – Eine kleine Reise durch unsere visuelle Kultur

Wenn man „Frau“ bei Google eingibt dann erscheint der obligatorische Wikipedia-Artikel mit Begriffserklärung, ausgeschmückt mit Bildern von nackten westlichen Frauen, eine arbeitende Weberin aus Bangladesch, Asiatinnen in Trachten und eine äthiopische Laborantin. Auf der ersten Seite gibt es weitere Begriffserklärungen von Stupidedia, Witze und Frauen, Zitate und Frauen. Als vorletzter Link erscheint die Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und abschließend die Seite der Frau und Arbeit e.V. Hamburg.

Quelle: http://www.n24.de/n24/Mediathek/Bilderserien/d/355232/taetowierte-vampir-frau-aus-mexiko.html
Quelle: http://www.n24.de/n24/Mediathek/Bilderserien/d/355232/taetowierte-vampir-frau-aus-mexiko.html

Ich gehe über zur Bildsuche. Ohne hohe Erwartungen. Ohne jegliche Erwartungen um ehrlich zu sein. Oben befindet sich eine Auswahl an Bildern aus der Bildersuche. Es erscheinen die typischen Porträtbilder junger, attraktiver Frauen, berühmte Frauen, femme fatales und monströse Frauen und vor allem erotische Frauen. Ich glaube Frauen werden vor allem als ästhetische Körper wahr genommen statt als intellektuelles Wesen. Die Frau als das sinnliche und gefährliche Andere.

Stört das die Frauen oder fühlen sie sich eigentlich ganz wohl damit?

In der Vergangenheit haben Studien gezeigt, dass Frauen mehr Bilder von sich selbst auf sozialen Netzwerken posten als Männer. Posen die immer wieder auftreten sind das Duckface im Bad, der schräg gestellte Kopf, ein unschuldiger oder leerer Blick und leicht geöffnete Lippen. Kritiker unterstreichen, dass diese Art von Selbstinszenierung zwar anziehend auf den Betrachter wirkt, aber gleichzeitig die Persönlichkeit völlig versteckt  bzw. auf die Erotisierung reduziert wird.

Quelle: http://www.petra.de/sex-psyche/psychologie/artikel/geheimnis-wow-frauen
Quelle: http://www.petra.de/sex-psyche/psychologie/artikel/geheimnis-wow-frauen

Die Wende nach dem internationalen Frauentag

…die ausblieb. In der S-Bahn nach Mainz hat ein junger Mann seiner Freundin lachend zum Internationalen Tag der Frau gratuliert. Dabei hatte ich das komische Gefühl, dass er viel mehr über den Frauentag lacht als mit seiner Freundin.  Die übrigens errötete leicht. „Ihr lieben, süßen, armen Frauen braucht nun einmal einen Frauentag“, dachte ihr Freund sich wohl.

Nun warum brauchen wir einen Frauentag auf internationaler Ebene eigentlich? Die Idee einen Kampftag für das Stimmrecht und die Gleichberechtigung der Frau zu initiieren kam aus den USA. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin kämpfte auf dieser Seite des Ozeans für die Einführung eines internationalen Frauentages. Auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz etwa schlug Zetkin am 27. August 1910 in Kopenhagen dessen Einführung vor. Viel Kritik und Unmut erntete sie dafür von ihren männlichen Kollegen.

[frame_box]Viviane Reding, EU-Kommissarin aus Luxemburg, stellt dazu nüchtern fest: „So lange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.“ [/frame_box]

Und was passiert wenn man das Schlagwort „Mann“ bei Google eingibt?

Dasselbe. Gleich nach Wiki-Artikel, Stupidedia, Zitate und Sprüche mit Mann folgt ein Artikel einer beliebten Frauenzeitschrift: „Männer verstehen“. Wieder erscheinen Bilder von jungen, attraktiven, berühmten Männern. Sie tragen überwiegend Hemd und Krawatte, also Symbole des Erfolgs.

Der einzige Unterschied ist, dass man seltener Monster sieht – bei mir gab es überhaupt keine. Dafür sieht man öfter Greise mit fehlenden Zähnen, Kranke, Draufgänger und natürlich die obligatorischen Gangsterbilder, selbstverständlich alles in hollywoodgenerierten Posen und mit dramatischer Lichtführung. Die Herren der Schöpfung sind nicht weniger eitel als die Damen.

 

Quellen:

http://www.kleiner-kalender.de/event/frauentag/19503.html

Beitragsbild:

http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag

 

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