Gabriele Münter – eine Expressionistin und treue Geliebte

Gabriele Münter (19. Februar 1877 Berlin – 19. Mai 1962 Murnau) ist als Tochter von wohlhabenden deutsch-amerikanischen Eltern auf die Welt gekommen. Heute ist ihr 137. Geburtstag. Sie hat eine Erziehung genossen, die vom Freiheitswillen ihrer Eltern geprägt war, welche übrigens ihre Bestrebung Malerin zu werden unterstützten. Dies war nicht üblich zu ihrer Zeit. Ihre Eltern verstarben früh. Da Frauen das Studium an Kunstakademien untersagt war, nahm Münter privaten Zeichenunterricht in Düsseldorf. Nach zwei Jahren Aufenthalt in Amerika, zog sie 1901 nach München. Dort setzte sie ihr Studium an der Malschule des Künstlerinnen-Vereins fort und trat später in die „Phalanx“-Schule von Wassily Kandinsky (4.12.1866 Moskau – 13.12.1944 Neuilly-sur-Seine) ein.

[frame_box]“Ich habe da nach kurzer Zeit der Qual einen großen Sprung gemacht – vom Naturabmalen – mehr oder weniger impressionistisch – zum Fühlen des Inhaltes, zum Abstrahieren – zum Geben des Extraktes.“[/frame_box]

Die Expressionisten waren von der Wirkung der Farbe auf den Menschen fasziniert und sahen in der Malerei bzw. im Expressionismus selbst den Ausdruck des Gefühls. Wenn Gabriele Münter von einem „Geben des Extraktes“ spricht, dann wohl dem Hinzufügen ihrer Emotionen in das Kunstwerk. Münter wurde zur Geliebten ihres Lehrers Kandinsky, obwohl er verheiratet war. Bereits 1905 versprach er ihr die Ehe und schrieb ihr in einem Brief: [frame_box]“Es hängt sehr viel ab von Dir. Du kannst nicht alles, aber nur durch Dich kann ich zu wirklich Großem kommen.“[/frame_box]

 

IMG_7676 Gabriele Münter. 1877-1962. München. Nature morte avec fleurs et figures. Still life with flowers and figures. 1911.  Bremen

 

CC by jean louis mazieres, IMG_7676 Gabriele Münter. 1877-1962. München. Nature morte avec fleurs et figures. Still life with flowers and figures. 1911. Bremen, für Link siehe Beitragsende

 

 

 

 

Von 1904 bis 1908 machte das Paar lange Reisen an die Riviera, nach Tunis und Paris. In diesem Zeitraum fand Münter unter dem Einfluss von Matisse zu einer Ausdrucksweise der klaren Linien. Als sie 1909 ein Haus in Murnau kaufte, um dort mit Kandinsky die Sommermonate zu verbringen, entwickelte sich die Villa rasch zum Treffpunkt der Münchner Avantgarde. Marianne Werefkin, Alexej Jawlensky, Franz Marc und August Macke bewohnten die Villa regelmäßig. 1911 erlebte die Künstlerin ihren ersten künstlerischen Durchbruch als sie mit Kandinsky und Franz Marc ausstellte.

Vor Beginn des ersten Weltkriegs zog Kandinsky nach Russland. Münter lebte von 1915-1920 in Skandinavien um ihrem Geliebten nah zu sein, doch 1917 verschwindet er wortlos aus ihrem Leben. Jahre später erfährt die Künstlerin, dass er 1917 zum zweiten Mal geheiratet hat. Durch die Kriegs- und Nachkriegszeit rettet Münter einen beträchtlichen Teil der Werke Kandinskys. Sie machte 1926 die traurigte Feststelltung:

[frame_box]“Ich war in vieler Augen doch nur eine unnötige Beigabe zu Kandinsky. Dass eine Frau ein ursprüngliches, echtes Talent haben und ein schöpferischer Mensch sein kann, das wird gern vergessen.“[/frame_box]

1929 beginnt sie mit dem Kunsthistoriker Johannes Eichler zusammen zu leben. Während des Nationalsozialismus gehört sie zu den KünstlerInnen, die Ausstellungsverbot bekommen. Nach dem zweiten Weltkriegt 1949 präsentiert sie die Werke der Künstler des Blauen Reiters und eigene Werke in der Gedächstnisausstellung „Der Blaue Reiter in München“. Erst mit den folgenden Ausstellungen schaffte sie es, sich vom Schatten ihres einstigen Lehrers und Geliebten Kandinsy zu lösen.

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Infos des Beitrags aus:

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/gabriele-muenter/

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MuenterGabriele/

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Beitragsbild:

https://www.flickr.com/photos/mazanto/21843647318/in/photolist-zhfpjW-8Htkau-7k4xqG-9dU3FC-9dU46q-9dQZqM-9dQZmi-9dQZcR-9dU3TU-9dU3KG-9dQYZg-9dQZCR-5B8XxD-7juRE2-kgeBZS-kgcN1r-xfaVKa-nS7bdy-adWN17-kgc8ev-6LSACT-kgeCSy-kgeEVw-nS7bUd-o9vzak-biySwp-7ErJyR-8oWHPD-AoCsTs-e4jzmW-kgeBCE-AQ2XNT-5ypWD8-nhGSr6-b8wB4M-66Wc7P-5ypXbT-5ypXJM-317cEL-zgccq-867eg7-sdB81Y-sT3G1y-7RDbtt-taEty2-sT29KN-8644Ea-sT3VNJ-tan4yJ-t8hKwq

CC by jean louis mazieres

IMG_9924 Gabriele Münter. 1877-1962. Etude en bleu Study in Blau. 1915. Hannover

Bildquelle Stilleben:

https://www.flickr.com/photos/mazanto/20507427555/in/photolist-9dU46q-9dQZqM-9dQZmi-9dQZcR-9dU3TU-kgcN1r-xfaVKa-nS7bdy-adWN17-kgc8ev-6LSACT-kgeCSy-kgeEVw-nS7bUd-o9vzak-9dU3KG-9dQYZg-9dQZCR-5B8XxD-biySwp-AoCsTs-e4jzmW-7ErJyR-8oWHPD-kgeBCE-AQ2XNT-5ypWD8-nhGSr6-b8wB4M-66Wc7P-5ypXbT-5ypXJM-317cEL-zgccq-867eg7-sdB81Y-sT3G1y-7RDbtt-taEty2-sT29KN-8644Ea-sT3VNJ-tan4yJ-t8hKwq-sdBhUL-867e5S-zgaC4-8644AX-7FimiG-7Fim1G/CC by jean louis mazieres,

IMG_7676 Gabriele Münter. 1877-1962. München. Nature morte avec fleurs et figures. Still life with flowers and figures. 1911. Bremen

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