Hommage an einen Helden dieser Zeiten: Nelson Mandela

Als ich in der achten Klasse war und das erste Mal den Namen Nelson Mandela hörte, hörte ich diesen im Zusammenhang des Begriffes „Terrorismus“. Im Englischunterricht stimmte Thatcher und Reagon den Ton weitgehend an, denn diese Persönlichkeiten waren zuständig für diese Konnotation bei diesem Menschen. Nelson Rolihlahla Mandela, traditionell Madiba genannt, sollte aber später in den kommenden Jahren in meinem Verständnis nicht als Terrorist verbleiben, sondern zu einem meiner Helden dieser Zeiten aufsteigen.

Neben Martin Luther King, gilt Mandela als einer der größten und weltbekanntesten Schwarzen, die sich für die Rechte der schwarzen Bevölkerung einsetzten.

Mandela ist dem Stamm Xhosa zuzuordnen, so kann auch seine Sympathie und Gesinnung für den African National Congress  ANC nachvollzogen werden, welcher er sich als junger Mann anschließt.

Als die Ungerechtigkeit in Südafrika durch die gesetzliche Regelung namens Apartheid seinen Höhepunkt erlangt, entsteht der Widerstand des ANC. Folglich wird 1960 der ANC von der Regierung der Apartheid als illegal eingestuft, was automatisch jegliche Mitglieder und Aktivisten zu Kriminellen macht. Durch die Untergrundaktionen und auch der Führung des bewaffneten Flügels MK des ANC macht sich Mandela aus Sicht der Regierung strafbar. Die Tatsache, dass zu diesen Zeiten im ganzen Land keine regelrechte Kontrolle und Einhaltung der Menschenrechte herrschte soll nicht als Legitimierung für die Angriffe von beiden Seiten gelten, jedoch befand sich das Land in einem Bürgerkrieg und die unterdrückte Bevölkerungsgruppe versuchte sich mit allen Mitteln, die ihnen noch gegeben waren zu wehren.

Mandelas Versuch sich zu wehren wurde jedoch frühzeitig unterbrochen, als er bei einer Fahrt in eine andere Stadt durch die Polizei festgenommen wurde. Diese Festnahme sollte noch eine große Rolle in seinem Leben spielen. Wahrscheinlich rechnet kein Individuum damit überhaupt festgenommen zu werden, noch damit in eine Einzelhaft auf einer Insel 27 Jahre seines Lebens zu verbringen. Diese Zahl versuche ich mir dadurch zu vergegenwärtigen, indem ich mir vorstelle nur ein Jahr meines Lebens in Freiheit verbracht zu haben. Wie kann ein Mensch einen Großteil seines Lebens in einer Einzelhaftzelle auf einer Insel namens Robben Island verbringen ohne dabei seinen Verstand zu verlieren, die Hoffnung auf Verbesserung aufzugeben, ohne die vorhandenen Hassgefühle zu verstärken, ohne seine Ungerechtigkeit für die Wut zu instrumentalisieren? So frage ich mich, wie hat es Nelson Mandela geschafft, diese Worte von sich geben zu können:

„…die Zelle ist der ideale Ort, um sich selbst kennenzulernen, realistisch und regelmäßig die Entwicklung der eigenen Gedanken und Gefühle zu erforschen. Wenn wir unser Fortkommen als Individuen beurteilen, konzentrieren wir uns gern auf äußere Faktoren wie gesellschaftliche Stellung, Einfluss und Beliebtheit, Reichtum und Bildungsstand. Sie sind selbstverständlich wichtig […] Aber innere Faktoren sind für die Beurteilung unserer Entwicklung als Menschen wohl noch entscheidender. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Einfachheit, Bescheidenheit, anderen zu dienen – Eigenschaften, die für jede Seele leicht zu erreichen sind-  bilden die Grundlage unseres geistigen Lebens.“ (Mandela, Nelson 2010: Bekenntnisse)

Dies sind die Worte eines Mannes, der als Terrorist bezeichnet wurde. Jedoch sind auch dies die Wörter eines Mannes der den Friedensnobelpreis erhalten hat. Die Wörter eines Mannes, der für die kollektive Versöhnung einer gespaltenen Nation durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission TRC (Truth and Reconciliation Commission) gesorgt hat. Die Wörter eines Mannes, der die Hoffnung auf ein besseres Zusammenleben nicht aufgegeben hat . Die Worte eines großen Mannes dem Bewunderung, Demut und Respekt gebührt. Die Worte eines Kämpfers, der wie alles auf dieser Welt auch der Vergänglichkeit ins Auge blicken muss und viele seiner Landsleute trauern lassen wird.

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