Ho'oponopono

Was macht eine Familie auf Hawaii, die kurz vorm Auseinandergehen steht?

-Ho'oponopono!

Was wird auf Hawaii praktiziert, wenn ein Krimineller einen Laden ausgeraubt hat?

-Er kommt vor Gericht, nach der eigentlichen Strafe wird er außerdem zu einigen Ho'oponopono-Sitzungen verurteilt!

Was praktiziert der Mensch auf Hawaii, der komischerweise immer „die falschen Menschen“ trifft?

-Ho'oponopono!

Was macht der hilflose Mensch auf Hawaii, dessen Umfeld Schuld an seinem Unglück(!) ist?

-Er praktiziert selbstverständlich Ho'oponopono!

Was ist das?

Ein Zauberwort? Ein Zaubertrank? Eine Psychositzung unter dem Titel „Eine Lösung für alle Probleme“?Yoga? Schwerste körperliche Arbeit, die es aus resultiernder Erschöpfung nicht erlaubt, unschöne Gedanken oder überhaupt Gedanken zu hegen?

Eine kurze Geschichte:

Es war einmal (1983) eine Irrenanstalt (in Kaneohe). Diese war völlig überfüllt von psychischkranken Kriminellen. Das Pflegepersonal war überlastet, wurde auch permanent krank und die Kontinuität des Pflegepersonals ließ dementsprechend zu Wünschen übrig. Demnach war es sehr schwer, kompetentes Personal für diese Klinik zu finden, welches im Team „glücklich“ auf der Station arbeitete.
Eines Tages kam da dieser Professor (Dr. Ihaelakala Hew Len), der die Leitung dieser Klinik übernehmen sollte. Gleich am ersten Tag, an dem er die Arbeit antrat, verlangte er sämtliche Akten der Kranken und des Personals. Tag ein Tag aus, nahm der Alltag seinen Lauf.
Tage verstrichen, Wochen verstrichen und Monate verstrichen. Es geschah aber etwas, es veränderte sich langsam aber sicher so einiges an der Situation vor Ort. Das Personal war nun nicht mehr demotiviert und auch nicht mehr so krankheitsanfällig, wie in den Monaten zuvor. Sie hatten regelrecht Freude an ihrer Arbeit. Die Kranken gewannen nach und nach wieder ihren gesunden Menschenverstand zurück. Nach und nach wurden sie nun auch entlassen. Sie hätten Genesung gefunden hieß es. Völlig gesund!

So kam es dazu, dass die Station der geisteskranken Kriminellen geschlossen werden musste, da kein Bedarf mehr bestand. Die Frage „Was hast du mit den Menschen gemacht?“ hallte der Leitung permanent entgegen. Die Antwort was simpel: „Gar nichts!“ Aber irgendetwas müsse er doch getan haben! Die Fragen wurden mit der Antwort vorerst nicht befriedigt. „Hast du dich um jeden Patienten einzeln gekümmert?Irgendwas musst du doch gemacht haben!“ Die folgende Antwort scheint für manch einer nicht wirklich realistisch: „Ich habe mir die Akten kommen lassen. Immer wieder habe ich sie mir angeschaut und vom ganzen Herzen ausgesprochen: 1.Ich liebe dich! 2. Bitte verzeihe mir! 3. Entschuldigung, es tut mir Leid und 4. Danke!“

Ho'oponopono!

Das Wort bedeutet: "etwas richtig stellen" oder "etwas zurechtrücken". Es leitet sich aus HO'O, "etwas tun" und PONO, "ausgleichen, in Harmonie sein", ab. Man kann es auch als "Weg zur Vollkommenheit" übersetzen. Diese Technik ist sehr alt und tief in der hawaiianischen Kultur verwurzelt. Das Wort, welches ganz witzig klingt, ist nichts anderes als das Eingeständnis von eigener Schuld, dem Mut, Liebe auszusprechen und der Fähigkeit Dankbarkeit zur Sprache zu bringen.  Anderen und sich selbst vergeben.  Das bedeutet, die Beziehungen zu sich selbst und zu den Mitmenschen und sogar zu seiner Umwelt zu "heilen". Diese vier kurzen Sätze:

1. Ich liebe dich!

2. Bitte verzeih mir!

3. Entschuldigung, es tut mir Leid!

4. Danke!

bilden die Säulen des einfachen Prinzips vom Ho'oponopono.

Nun an die DenkerInnen:

Ist der Mensch in der Lage, nicht nur sich selbst, sondern auch sein Umfeld aktiv zu verändern und zwar nur mit der Intensivierung emotionaler Kraft? Ist ein Gedanke oder eine Gedankenkombination ausreichend um zwischenmenschliche Liebe zu fördern und sogar um Krankheiten zu heilen oder Konflikte zu lösen? Dass man mit der eigenen Einstellung bzw. der eigenen Sichtweise sein Wohlbefinden beeinflussen kann, hat für viele Menschen kein Realitätsbezug. Kann ich mir Probleme wegdenken? Bleibt das Problem dann noch bestehen oder zwinge ich mich nur dazu, es nicht zu sehen? Oder formt etwa mein Blickwinkel die Intensität des Problems?

Es ist in der Tat Fakt, dass das Glas für einen Teil der Gesellschaft eher halbvoll ist und für den anderen Teil eher halbleer, die Tatsache, dass das Glas jedoch nicht bis zum Rand gefüllt ist, bleibt dabei jedoch unberührt, oder? Tja, darüber kann man sich anhand des Beispiels oben Gedanken machen.

Mein Standpunkt zu der Sache ist Folgender: „Wer schön denkt, der sieht schön und wer alles schön sieht, der findet Glückseligkeit.“ Das ist nicht mein Satz, jedoch stehe ich mit Leib und Seele dahinter. Denn nur wenn man sich mit den eigentlich wertvollen Sachen im Leben beschäftigt, kann einem die Tatsache egal sein, dass man gerade von einem vorbeifahrenden Auto, welches durch eine Pfütze rast, nassgespritzt wurde. Wenn ich NUR den Müll in der Wohnsiedlung hier sehe und mich darüber aufrege, kann ich nicht mitbekommen, wie schön die Kinder spielen, wie niedlich die Vögel zwitschern und wie angenehm es ist, dass der Wind mich an einem heißen Sommertag streichelt.

Wenn ich einen Pappbecher auf dem Boden neben der Bank sehe auf welcher ich sitze, wieso erlaube ich es ihm, dass er mich stört, wenn ich die Möglichkeit habe, ihn in den Abfalleimer zu werfen? Wieso stört mich die Waschmaschine des Nachbarn um 5 Uhr morgens, wenn ich doch weiß, dass er keine andere Möglichkeit hat, weil er nach einem schweren Arbeitstag auf dem Bau, nach Feierabend nach Hause kommt und sich sofort ins Bett haut.

Ist es denn wirklich sooo wichtig, in einem Konflikt, der Recht habende zu sein? Ist es so schlimm, um Verzeihung zu bitten, obwohl wir der Meinung sind, dass der Andere eigentlich der Verletzende gewesen ist?

Können wir nicht einfach ein Gänseblümchen, welches wir gerade platt getreten haben um Vergebung bitten? Können wir nicht der Ameise dafür danken, dass sie die Krümel auf dem Bürgersteig wegtransportiert und wiederverwendet? Können wir nicht der schönen Spinne eingestehen, dass wir sie dafür lieben, dass ihr gewebtes Netz im Tau so wunderschön aussieht? Tut es uns nicht wirklich so Leid, wenn die Blumen auf unserem Balkon wegen der tagelangen Hitze die grüne Farbe ihrer Blätter verlieren und deren Erde staubtrocken ist, während wir genüsslich unser  mineralreiches Wasser trinken?
Wir können jedem Geschöpf dankbar sein, es lieben und mit seinem Leid, Leid empfinden. Dazu sind wir als Menschen in der Lage. Fragt sich nur, wie sehr Mensch wir denn überhaupt sein möchten?

In erster Linie müssen wir an uns arbeiten, das Umfeld wird sich nur dann verändern und nicht andersrum!

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