In der Sprache liegt die Kraft

Sprache ist allgemein das vermittelnde Element für die alltägliche Kommunikation und ist notwendig als Humankapital zum Zugang zur Bildung, zu zentralen Institutionen und zum Arbeitsmarkt. Außerdem ist sie wichtig für soziale Kontakte und gesellschaftliche Anerkennung.

Fast jede fünfte Person in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Darunter zählen Ausländer mit eigener Migrationserfahrung (6,9%), Ausländer ohne eigener Migrationserfahrung (1,9%), Deutsche mit eigener Migrationserfahrung (6,1%) und Deutsche ohne eigener Migrationserfahrung (4,6%)[1]. Dieses bedeutet, dass es umso verschiedenere Kulturen in einer Gesellschaft gibt. Verschiedene Kulturen bedeutet damit beispielsweise verschiedene Muttersprachen, verschiedene Traditionen und Bräuche, verschiedene Denk- und Handlungsarten und verschiedene Esskulturen. Es ist interessant Kulturen zu begegnen, die man aus eigener Erfahrung nicht kennt. Man möchte sie näher betrachten und sein Weltbild erweitern. Diese Möglichkeit wird jemandem in Deutschland oft gewährt. Doch um diese Möglichkeit nutzen zu können, braucht man ein gewisses Medium, ein Medium der Kommunikation. Mimik und Gestik  helfen bis zu einem bestimmten Punkt weiter. Aber um das gewünschte erreichen und Freundschaften bilden, also um sich integrieren zu können, muss man die selbe Sprache sprechen. Die Sprachkenntnisse spielen eine wichtige Rolle für eine gelungene Integration, denn Sprache ist allgemein das vermittelnde Element für die alltägliche Kommunikation und notwendig als Humankapital zum Zugang zur Bildung, zu zentralen Institutionen und zum Arbeitsmarkt. Außerdem ist sie wichtig für soziale Kontakte und gesellschaftliche Anerkennung. Man bekommt durch sprachliche Kompetenzen die Möglichkeiten zum interkulturellem Austausch, womit viele Verständigungsprobleme und Vorurteile aufgehoben werden. Das Erlernen der Sprache wird aber durch ethnische Konzentrationen im Wohnumfeld, binnenethnische Kontakte und über die Verfügung von Medien in der Herkunftssprache erschwert. Um diesen Prozess des Lernens zu unterstützten ergreift die Bundesregierung Maßnahmen und stellt den neu angekommenen Zuwanderern, wovon jedoch alle Interessenten profitieren können, die Broschüre „Willkommen in Deutschland. Informationen für Zuwanderer“ zur Verfügung. Diese Broschüre, die kostenlos und in mehreren Sprachen erhältlich ist, soll den Zuwanderern Orientierungshilfen leisten, und ihnen „helfen, sich schneller in der neuen Heimat zurechtzufinden und zu integrieren“. Außerdem wird man darin auf die Integrationskurse hingeleitet, in denen man „die deutsche Sprache von Anfang an richtig [lernt]“.

Johann Gottfried von Herder hat sich schon 1785 mit dem Prozess der Inklusion und Verarbeitung unterschiedlicher Auffassungen beschäftigt, die wir heute auf das Erlernen der Sprache und auf die Bereitschaft neuen Kulturen zu begegnen, beziehen können: „Alle Erziehung kann nur durch Nachahmung und Übung, also durch Übergang des Vorbildes ins Nachbild, werden. Und wie könnten wir dies besser als Überlieferung nennen? Der Nachahmende aber muß Kräfte haben, das Mitgeteilte und Mitteilbare aufzunehmen und es wie die Speise, durch die er lebt, in seine Natur zu verwandeln.“

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