Es ist wieder der Tag, den wir am meisten lieben: internationaler Tag der Frauenrechte! In diesem Jahr haben fünf Denkerinnen fünf Persönlichkeiten ausgewählt und würden euch gerne die Frauen vorstellen, die uns inspirieren, die uns motivieren und uns zeigen, dass uns keine Grenzen gesetzt sind.

Alicia Keys, Musikerin

Alicia Keys ist eine der größten US-amerikanischen Soul- und R&B-Sängerinnen.

Warum inspiriert sie mich?

Letztes Jahr entschloss Alicia Keys sich nicht mehr zu schminken und setze somit ein Zeichen gegen den Schönheitswahn in Hollywood. Durch diese Aktion möchte Keys die verfestigten Strukturen bezüglich der Schönheitsideale brechen und ihre körperliche Selbstbestimmung zurückerlangen. Keys ist nicht gegen das Schminken, vielmehr geht es ihr um das eigenständige Entscheiden, wann und wo sie geschminkt sein möchte:

'I think it came from, because we put so many limitations on ourselves. I think we put limitations on each other. Society puts limitations on us. And in a lot of ways, I'm sick of it. Over it, to be honest. It would be so amazing to just embrace each other how we are. I think the most important thing is you do what feels good for you.' (Daily Mail, 2016)

So tritt sie ungeschminkt auf Konzerten auf, lässt sich für die Covers ungeschminkt fotografieren und betritt sogar den roten Teppich ohne Make-Up! Für mich ist diese Handlung und die Idee dahinter in ihrem Kontext sehr revolutionär und ich würde mir wünschen, dass mehr starke Persönlichkeiten nachziehen!

Émilie du Châtelet, Naturwissenschaftlerin

Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und Übersetzerin der frühen Aufklärung. All diese Berufe übte Gabrielle Émilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet-Laumont im 17. Jahundert aus. Bekannt ist sie durch die gemeinsame Arbeit mit Voltaire geworden: Sie verfasste gemeinsam mit Voltaire die Elemente der Philosophie Newtons und übersetzte Newtons Philosophiae Naturalis Principia Mathematica. Desweiteren forderte sie schon zu dieser Zeit die Teilhabe von Frauen an allen Menschenrechten.

Warum inspiriert sie mich?

Frauen in den Naturwissenschaften sieht man heute noch als ein rares Phänomen, obwohl fast alle bedeutsamen Erfindungen Frauen zugeschrieben werden können. In unserer heutigen Gesellschaft haben viele immer noch die Vorstellung, dass Frauen und Männer nur in bestimmten Feldern gut sein können, welches seit Jahren wissenschaftlich wiederlegt wird. Für mich ist Émilie du Châtelet ein großes Vorbild und ich finde, ihre Arbeit sollte einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit vor allem Mädchen und junge Frauen auch andere Vorbilder haben. Denn auch heute haben wir unter uns viele Denkerinnen, Tüfflerinnen, Mathematikerinnen, Physikerinnen, Neurobiologinnen, die darauf warten entdeckt zu werden. Wir sollten aufhören unsere Kinder schon früh in berufliche Schubladen zu stecken und jedem seinen Weg öffnen, egal wohin die Reise geht.

Ibtihaj Muhammad, Sportlerin

2016 trat Ibtihaj Muhammad als erste Frau mit einem Hijab in der Disziplin Fechten an, um die Vereinigten Staaten bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Sie wurde die erste muslimisch-amerikanische Athletin, die eine Olympia-Medaille gewann.

Warum inspiriert sie mich? Bei dem all währenden Diskurs über den Körper der Frau - Verhüllung als Symbol der männlichen Unterdrückung/Nacktheit als zur Schaustellung der weiblichen Sexualität und somit die Abstempelung als etwas Minderes seitens der Männer, aber auch vieler Frauen - vergessen viele, dass die Entscheidung über den weiblichen Körper allein einer Person gehört: der Frau selbst. Durch das selbstbewusste Auftreten Muhammads haben viele Frauen und Mädchen, die aus dem gleichen soziokulturellen Kontext kommen, ein Role-Model, welches sie ermutigt und ihnen zeigt, dass ihnen keine Grenzen gesetzt sind und dass ihnen ihre Religiosität kein Hindernis ist. Besonders in der gegenwärtigen Situation ist es ermutigend, dass das Bild von erfolgreichen Frauen sich vielfältiger zusammensetzt und immer mehr Frauen mit verschiedenen kulturellen und ethnischen Hintergründen zu sehen sind.

Susan Wojcicki, YouTube-Chefin

Die 46 Jahre alte Wojcicki gehört zu den anerkannten weiblichen Führungskräften in der Technologieindustrie. Als die Harvard-Absolventin, die Garage und ein paar Zimmer in ihrem Haus an zwei Computer-Nerds Larry Page und Sergej Brin vermietet, ist sie sich ihrer prominenten Rolle der Gründungsgeschichte von Google noch unbewusst. So fängt ihre legendäre Karriere an. Zehn Jahre leitet sie die Werbeabteilung des frisch gegründeten Unternehmens. Im Jahr 2014 wurde sie zur CEO der erfolgreichsten Videoplattform YouTube ernannt.

Warum inspiriert sie mich ?

Wojcicki hat 5 Kinder und schafft es ihre Führungsposition mit ihrem Privatleben zu vereinbaren. Sie ist für viele Frauen eine Art Vorbild-Figur, zudem trägt sie auch Impulse zu den Themen „Familienfreundlichkeit von Unternehmen“ und „Förderung von Mädchen und Frauen im Technologiesektor“ bei. Ihre Mutterrolle, so Wojcicki, verschafft ihr insofern keine Problematik, wenn sie immer zu einer bestimmten Zeit zu Hause ist.

Mit einer begrenzten Stundenzahl pro Tag ist die Mitwirkung ihrerseits geschafft, und das zwingt sie dazu, Prioritäten zu setzen. „Susan hat eine gesunde Respektlosigkeit gegenüber dem Unmöglichen“, so stellte der Google-Gründer Larry Page mit Bewunderung, Wojcicki als neue Chefin vor. Auch ich bin der Ansicht, dass es uns Frauen meist nur an Mut, Ehrgeiz und Bewusstsein von dem was man sich erträumt, fehlt. Frauen und Technik? Absolut. Schon bei Google setzte sie sich dafür ein, mehr Frauen einzustellen. Bis heute hat sich der Anteil von Frauen bei Google auf 30% erhöht. Frauen sind in technischen Berufen und Studienfächern immer noch eine Minderheit. Ich denke, der Grund hierfür ist nicht ein Mangel an Technikinteresse, sondern mehr das Gefühl der „Einsamkeit ihres Geschlechtes“ zwischen den männlichen Kollegen. Wojcicki inspiriert viele Mädchen und Frauen, die trotz allen Mainstream-Stereotypen, entgegenstreben ironisieren und in Frage stellen.

Dalia Mogahed, Aktivistin

Zahlreiche Fernsehauftritte, Interviews und eine erfolgreiche, wie bedeutsame Rede auf der TED- Talkshow. Wenn es um den Erfolg der Rede geht, dann zählt auch Dalia Mogahed zu den einflussreichsten Frauen, die nicht nur mich sondern viele andere junge Mädchen dazu gebracht haben ihre Stimme zu erhöhen. Die 33-jährige Dalia Mogahed ist Mitglied des 25-köpfigen Gremiums, das den Präsidenten der USA beim Umgang mit anderen Weltreligionen berät und leitet das Zentrum für Muslim-Studies des Meinungsforschungsinstituts Gallup, Washington. Sie wurde in Kairo geboren und kam im Alter von 4-5 Jahren in die USA. An der Universität Pittsburgh erwarb sie ihren Master of Business Administration. Mit ihrer selbstbewussten Art möchte sie aufzeigen, dass Islam und Moderne sich nicht ausschließen und der Hijab keinen Mangel für eine Integrationsbereitschaft darstellt.

Eine Heldin des Alltags

Frau M. wohnt in meiner Nachbarschaft,  ist sechsfache Mutter und Juristin. Sie ist einer der besten Beispiele für Großherzigkeit, Optimismus und Mitgefühl. Diese Dame hat mich seit unserem ersten Kennenlernen nicht umsonst inspiriert:

Nachdem sie ihre leiblichen drei Kinder großgezogen hat, entschied sie sich mit ihrem Mann für drei körperlich und geistig beeinträchtigte Pflegekinder zu sorgen. Sie nahm sie mit in Ihrem Haus auf, fördert und fordert ihre Kinder und behandelt sie alle sehr fürsorglich und liebevoll.

Kindererziehung ist keine banale Angelegenheit. Aber pflegebedürftige Kinder aufzuziehen ist eine noch größere Aufgabe und das Tag für Tag. Da stellen für die, für uns gesunden, Menschen die selbstverständlichsten Kompetenzen wie Essen, Trinken und Sprechen eine große Herausforderung dar. Eine Frau, die diesen Kindern nicht nur ein Zuhause, sondern auch eine Familie geschenkt hat, ist meines Erachtens jeden Respekt und jeder Achtung wert!

Und wer inspiriert euch? Teilt es uns mit!

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