Jeder oder gar kein Tag Muttertag

 
Heute ist wieder der Tag, der sich Muttertag nennt.
 
Es gibt Menschen, die regen sich d’rüber auf, weil sie sagen, „Nö! Nicht an solch einem fremdbestimmten Tage denk‘ ich an meine Mama, sondern jeden Tag!“ Ist ja an sich legitim. Aber: Ist es nicht so, dass man anlässlich des fremdbestimmten Muttertags erst darauf kommt, dass man/frau jeden Tag an die eigene Mutter denkt?! Scheint so.
 
Dann gibt es wieder andere, die lassen den Muttertag einfach so an sich vorbei ziehen. Manche bewusst, andere vergessen diesen einfach. Für diese ist gar kein Tag der Muttertag.
 
Es gibt aber auch Menschen, die erfreuen sich an solch einem Tag, die an die Mutter gewidmet ist. Ein Tag, den man als Gelegenheit nutzen kann, um seiner Mama eine Freude zu bereiten. Den man sich zum Anlass nehmen kann, um darüber nachzudenken, was es eigentlich bedeutet, „eine Mutter zu sein“, oder „eine Mutter zu haben“ …
 
Nicht jede Frau ist eine Mutter, aber jede Mutter ist eine Frau.
Und deshalb finde ich das Thematisieren des Phänomens „Mutter“ besonders aus der Gender-Perspektive äußerst interessant. Denn ein Mensch, der biologisch gesehen ein Mann ist, kann nie eine Mama werden. Das klingt banal, aber hinter diesem Satz steckt viel Diskussionspotenzial – zumindest für einige gender-willige Freunde*inne von mir. (Gern auch unten kommentieren!) Aber hier möchte ich erklären, warum es eben etwas besonderes ist, Mama zu sein und etwas, was ein Mann niemals erleben konnte und erleben kann (Wahnsinn, dass wir in einem Zeitalter leben, in welchem in einem Blogeintrag wie diesem erklärt wird, wieso ein Mann niemals Mama sein kann..)
 
Eine Frau muss selbstverständlich nicht zwingend Mutter sein oder werden. Manche wollen es nicht. Anderen wird es nicht zuteil. Und wieder andere trauen sich nicht.
 
Mama-Sein ist etwas Verrücktes!
Da trägt man monatelang ein Leben im eigenen Körper und entwickelt eine solch innige und intime Beziehung zu diesem Lebewesen in (!) einem auf, welche keiner anderen der Art zu ähneln vermag. Es entsteht in einem, es wächst in einem und erblickt dann wie durch ein Wunder das Licht dieser Welt. Und das aus einem.
Welch eine Verantwortung es doch erst dann ist, dieses Etwas, was zu einem gehört, groß zu ziehen.
„Erziehung beginnt schon im Bauch“, sagen viele Lehrbücher. Aber so richtig realisieren tut man als Beginn der „Erziehung“ nachdem das eigene Fleisch und Blut in den Armen liegt. Das sag aber ich – jene, die noch kein Kind hat. Deshalb an alle Mütter, die diesen Text lesen: Bitte widersprechen wenn dem nicht so ist und des Besseren informieren! Ich finde es so schön Mutter und Kind zu beobachten. So viel Liebe, so viel Verbindung ist sonst nirgendwo zu sehen – aber das auch nur, wenn die Beziehung zwischen Mama und Kind stimmt.
 
An alle, die keine gute Beziehung hatten, wünsche ich viel Kraft aber auch Verständnis.
 
und an alle Mütter: Alles Gute zum Muttertag! Viel Liebe, Geduld und Kraft! An euch gehen all meine Segenswünsche…
 
und an alle Kinder dieser Welt, und das sind wir alle Menschen: einfach mal in sich gehen und überlegen, wie viel man/frau von dem, was man/frau von der Mama bekam, zurückgeben konnte.. Und wenn es nur die 9 Monate im Bauch waren, die wir in unserer Mama angekündigt eigentlich unangekündigt verbringen durften…
 

Foto: Florence Owens Thompson, Quelle: de.wikipedia.org

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