Shoppen ist zweifellos eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen vieler Frauen. Man kann sogar behaupten, dass es sich zu einer Nationalsportart verwandelt hat. Wenn aber das Shoppen der Fokus unseres Lebens wird und zu finanziellen Belastungen führt, werden die Glocken anfangen für Gefahr zu läuten.

Nach Aussagen der Techniker Krankenkasse (TK) gibt es derzeit bundesweit fast 800.000 Menschen, die kaufsüchtig sind. Es betrifft fast genauso viele Männer wie Frauen und insgesamt 12% der Bevölkerung gehören mittlerweile dazu. Der Anstieg der Kaufsüchtigen allgemein wird auf die Zunahme des Online-Shoppings zurückgeführt und auf die häufigere Verwendung von Kreditkarten. Wer einen Geldschein zum Bezahlen einsetzt, gibt das Geld viel bewusster aus, als Menschen die eine Kreditkarte nutzen.

Ehemals kaufte man nur das Notwendige ein, um den Bedarf zu decken. Doch in den letzten Jahren stellte man fest, dass sich das Shoppen für die Beseitigung der emotionalen Bedürfnisse eingesetzt hat. Wutausbrüche kann man kontrollieren, das Leiden und Kummer jedoch schwer. Denn das Shoppen beherbergt viele persönliche Entscheidungen und hemmt auch somit die eigene individuelle Kontrolle. Es ist zum Beispiel relevant, an welchem Ort das Shoppen stattfindet, welche Läden bevorzugt werden und die auserwählten Kleidungsstücke spielen eine große Rolle für das Individuum. Der Mensch hat mehrere Gehirnzentren, die simuliert werden, wenn er bestimmte Produkte kauft. Werden diese Zentren aktiv, dann wird das Großhirn, das eigentlich die bewussten Entscheidungen trifft, gedrosselt. In der Folge wird unkontrolliert eingekauft.

Warum hat reduzierte Ware eine gewisse Anziehungskraft?

Hier spricht man von einer „fear of missing out“, die Angst drum, die reduzierte Ware zu verpassen. Diese Angst breitet sich aus, wenn man seine „Konkurrenzen“ immer im Auge behält. Manchmal ist sogar die Menge der gekauften reduzierten Ware, mit einem errungenen Sieg gleichgültig. Zugleich ist es auch ein Erfolgserlebnis, die von mehreren Menschen begehrte Ware zu eignen. Die Vorgehensweise ist meistens so, auch wenn im normalen Fall eine Ware preiswert und brauchbar ist, bevorzugen wir vielmehr die reduzierte, aber eher unbrauchbare Ware. Man kalkuliert es so ein, möglichst wenig Geld während des Einkaufs aus zu geben und so viel wie erreichbar Geld in der Tasche übrig zu haben. Das „Finden“ wird ein Ziel in dieser Einkaufsphase und ohne was gefunden zu haben, kehren wir ungern wieder in unser zuhause zurück. Zu guter Letzt, ist dieser Prozess nur mit Erfolg abgeschlossen, wenn man eine eigentlich teure Ware für sehr günstig bekommt.

Da das Einkaufen sich gut fühlen lässt, expandiert es bedauerlicherweise zu einem Teufelskreis. Je öfter man diese  Aktivität durchführt, desto glücklicher empfindet man und es besteht immer wieder Wiederholungsbedarf. Allerdings ist man hier von der Abhängigkeit gefährdet. Denn wer sich zu sehr dem Einkaufen widmet, ihr tägliches Leben und Funktionalität mit dessen beeinträchtigt und ohne nicht mehr kann, wird seriöser Weise eine geistige und seelische Störung mit sich bringen. Die Investition ist bei Frauen für die äußere Erscheinung sehr intensiv und mitunter haben sie einen gewissen Druck in sich, der immer nach „kaufen“ ruft.

Therapie

Helfen kann eine Verhaltenstherapie, die derzeit eine Erfolgsquote von 50% hat.  Zentraler Bestandteil dieser Therapie ist das Einüben von Fertigkeiten zur Bewältigung unangenehmer Gefühlszustände, die durch Zwangsbefürchtungen ausgelöst werden. Hierbei üben die Betroffenen die Gründe für und gegen die Einkäufe abzuwängen und die Entscheidungen bewusst zu durchlaufen. Zugleich lernen die Betroffenen auch, in welchen Momenten sie diesen Drang verspüren, und entwickeln danach Strategien, um das Verhalten zu kontrollieren.

 

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