Nach einem produktiven Morgen möchte ich meinen Tag grad zur fast schon angebrochenen Abendzeit mit den News, die mir von Google vorgeschlagen werden, ausklingen lassen. Na, und auf was stoße ich ganz oben in den virtuellen Schlagzeilen? Auf ganz viele neue Nachrichten zu Sami Khediras Kreuzbandriss, dem nahen WM-Aus der deutsche Nationalmannschaft und Jogi Löws Schock über Khediras Leid. Ich merke, wie ich an den Nachrichten über das letzte Fußballspiel Deutschland gegen Italien am Freitagabend hängen bleibe und muss schmunzeln. „Da soll mir einer erzählen, dass Frauen kein Fußball mögen!“, denke ich mir.

Wie kommt es, dass gefühlt oder sogar tatsächlich viel mehr Männer Fußball spielen, als Frauen? Und wie kommt es, dass das Fußballspiel fast wie für Männer erschaffen zu sein scheint. Wir können in einer noch so emanzipierten Welt wie Deutschland leben – jedes Mal, wenn ich in meiner Jugend mit Jungs Fußball gespielt habe, wunderten sie sich über meine Kompetenzen im Spielen. Wunderten sich mehr, als wenn ein Gleichaltriger mal eben so gut Fußball spielen konnte, wie jemand selbst.

Da habe ich mir schon mal versucht, zu erklären. Ich denke, wenn man Frauenfußball auf das Ziel hingerichtet, obige Fragen zu beantworten, beobachtet, dann fällt relativ schnell auf (jetzt beginne ich schon das Wort „relativ“ zu verwenden, was so viel Aussagekraft hat wie Banane an selbiger Stelle und was zeigt, dass es je nach Wahrnehmung variieren kann) – ja, dann fällt relativ schnell auf, dass Frauen, die Fußball spielen, viel männlicher aussehen. Vielleicht kommt es daher, dass es für viele schicker aussieht, wenn Männer Fußball spielen, und sie deshalb sagen, Fußball sei nichts für Frauen, oder weil Fußballerinnen männlich aussehen und man/frau deshalb dieses Ballspiel mit Männern assoziiert. Wenn es überhaupt ein männlich und weiblich gibt – worüber man/frau zu unserer Zeit im 21. Jahrhundert ja nicht selten diskutiert. Besonders  viele SozialisationstheoretikerInnen und GenderforscherInnen möchten ja krampfhaft beweisen, dass es kein Geschlecht gibt.

Und mit dem wachsenden Bewusstsein der Gender-Thematik schreibt man/frau ja auch immer häufiger „man/frau“ und weibliche neben die der männlichen Form. Zumindest wird die Sprache versucht gendergerecht zu gebrauchen.

Wenn ich zu denjenigen Gendertheoretikerinnen gehören würde, die die Geschlechterexistenz  verleugnen, würde ich nichts von der gendergerechten Schreibweise halten – denn genau das macht Mann und Frau ja wertneutral ungleich.

Aber da ich zu denjenigen gehöre, die die sich ergänzenden aber unterschiedlichen Komponenten von Frau und Mann für wahr hält, gefällt mir diese gendergerechte Schreibweise – wie man/frau an meinen Texten hoffentlich zu erkennen vermag.

Aber zurück zum Fußball. Es ist und bleibt eine Sportart, die ich gerne anschaue, und auch heute noch gerne spiele. Und das ist auch gut so.

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Fotoquelle: dpa

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