Kinder können grausam sein

 

Heute möchte ich, so lieb ich diese Wesen auch habe, über Kinder schreiben, die grausam sein können. Oder mit anderen Worten: über Mobbing unter Kindern.

Dieses Sprichwort, dass Kinder grausam sein können, ließ sich letzte Woche auf der Zugfahrt nach Hause bestätigen.  Nun ist es auch schon eine Woche her, sodass ich auch nach einiger Zeit Selbst- und Fremd-Reflexion besser beschreiben kann, was Sache war, ohne vom Thema groß abzuschweifen.

Viertklässler im Zug

Es geht um Viertklässler, etwa 9 Jahre alt, die scheinbar, wie aus den Gesprächen zu entnehmen war, eine Klassenfahrt hinter sich hatten. 5 von diesen saßen nun neben mir im Zug, zwei direkt bei mir und drei auf den Sitzen nebenan. Der Junge, der direkt neben mir saß, wurde permanent gefragt, ob er nicht nachher mitspielen wolle. Und obwohl dieser jedesmal mit „Ja, will ich!“, antwortete,  erwiderte sein Gegenüber mit „Du möchtest also nicht mitspielen.“, und fragte erneut, ob er wirklich nicht mitspielen möchte. So ging das dann einige Male hin und her, bis ich es nicht mehr aushielt. „Warum machst du das? Verstehst du ihn nicht, oder willst du ihn nicht verstehen?“, kam es aus meinem Munde. Zunächst verwirrt, gab mir das Kind mit einem Achselzucken dann seine Antwort. Auch wenn nach meinem plötzlichen Einfall ins Gespräch Ruhe herrschte, ging es dann doch genauso wie eben beschrieben weiter, nur, dass nun die Kinder nebenan von der passiven Beobachtung in die aktive wechselten und dem ‚Täter‘, wie man den ‚Haupt-Mobber‘ nennt, in seinen sinnlosen Fragen unterstützten.

So wurde mir klar, dass wenn ich mich erneut einmische, es nur schlimmer werden kann.

Normalerweise finde ich es Quatsch zu schnell von Mobbing auszugehen. Aber dennoch muss die Sensibilität genug existent sein, um manche Fälle dann auch als solches identifizieren zu können.

Erziehungsauftrag von Eltern und Lehrpersonen

Es hieß dann irgendwann auch, dass der Junge neben mir doch nur Gast in Deutschland sei, weil seine Eltern nicht in Deutschland geboren seien.. et cetera perge perge.

Schade, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht ausreichend in der Lage sind, überall zu sein und alles im Blick zu behalten – was ja wahrlich sehr schwierig ist!

Sprecht mit den Kindern und Jugendlichen

Deshalb ist es für die Personen mit dem Erziehungsauftrag sowohl an der Schule,  als auch zu Hause von hoher Bedeutung, sich nicht nur theoretisch mit Themen wie Mobbing zu beschäftigen,  sondern vor allen Dingen mit diesen Kindern zu reden (!), sich zu unterhalten und mit diesen Freundschaften zu schließen statt ständig drauf aus zu sein, DIE Autoritätsperson darzustellen. In den Unterhaltungen lassen sich Beziehungen schaffen, die durch nichts ersetzt werden können. Und dann wird ein Kind, egal ob es in der Täter-Rolle, in der Opfer-Rolle oder Beobachter-Rolle ist, Lösungsvorschläge egal welcher Art akzeptieren und sie umsetzen. -Wenn es nach solch einem Aufbau einer freundschaftlichen Elternkind- / LehrerInschülerIn-Beziehung nötig ist. Aber falls doch, dann gilt:

Ganz gleich in welcher Rolle ein Kind steckt, in keinem Fall wird das Kind das ohne Weiteres erzählen.  Man / frau muss schon unabhängig von der Kenntnis einer Rolle, Themen wie Mobbing ansprechen.

Man / frau muss darüber aufklären,  dass…

…eine/r, die/der gemobbt wird, sein Gegenüber mit Ignoranz bestrafen kann und sich mit Hilfe von den älteren Freunden wie Eltern und Lehrpersonen verteidigen kann.

…eine/r, der mobbt, auch mal gemobbt werden könnte und das sehr unangenehm werden kann.

…eine/r, die/der beobachtet,  am besten dazu in der Lage ist, dem Mobbingopfer zu helfen, indem dem Täter gesagt werden kann, dass dieser damit aufhören soll! Denn man kann auch mal in einer Situation stecken, in dem Hilfe einem ganz Recht wäre.  Und meistens hört der Täter dann auch auf die aktiven Beobachter, wie man sie auch nennt.

In jedem Falle soll und muss das Thema zu Hause angesprochen werden. Damit sich ein Kind im Falle der Fälle nicht ohn-mächtig fühlt. Ohne Macht also. Denn manchmal habe ich eben das Gefühl, als wären Eltern und Lehrkörper viel zu sehr damit beschäftigt,  einfach nur mal um jeden Preis autoritär zu wirken. Nicht mal zu sein, sondern nur so zu wirken.

Schließt Freundschaften

Vielmehr sollten Freundschaften zwischen SchuĺerInnen und LehrerInnen (auch Eltern sind mit inbegriffen, denn sie sind die wichtigsten LehrerInnen)geschlossen werden. Vielleicht würde es dann gar nicht zu solchen Fällen kommen.

 

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