Das Schicksal der Orcas in SeaWorld

„Blackfish“ ist eine US-amerikanische Dokumentation von Gabriela Cowperthwaite aus dem Jahre 2013. Sie beschreibt das Schicksal des Orcas Tilikum, welcher 1983 gefangen wurde und seitdem drei Personen (davon zwei Trainer) getötet hat. Die Dokumentation zeigt auf, wie SeaWorld unzählige von Unfällen und Attacken vertuscht und heruntergespielt hat, und falsche Darstellungen bezüglich der Orcas und ihrer Lebensweise verbreitet. So behauptet SeaWorld unter anderem dass die durchschnittliche Lebensdauer der von ihnen gehaltenen Orcas mit etwa 30 Jahren sogar länger als in der Wildbahn sei, während klar belegt ist, dass die Lebenserwartung von Orcas in freier Wildbahn eher dem der Menschen entspricht – und bis zu 90 Jahre betragen kann. Neben der doch sehr verstörenden Methodik, die SeaWorld anwendet, um ihr Geschäft am Laufen zu halten, zeigt  die Dokumentation vor allem eines: Zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist. Neben der Misshandlungen der Tiere durch viel zu kleine Schwimmbecken und Nahrungsentzug um sie gefügig zu machen, ist es vor allem das Leiden welches durch die Trennung der Tiere von ihren Familien verursacht wird, dass einem im Gedächtnis bleibt. Orcas bilden Familienverbände in welchen sie ihr Leben lang zusammen bleiben. Jede Familie hat ihre eigene Sprache und „Kultur“, die Kälber bleiben ihr Leben lang bei ihren Müttern. Zu sehen, wie eine Orca-Mutter stundenlang nach ihrem Kind schreit und im Wasser zittert hat, mich sehr getroffen.

Was mich vor allem nachdenklich gemacht hat, sind die Aussagen der ehemaligen Trainer – welche oftmals Tränen in den Augen hatten – ich frage mich wie es sein kann, dass wir direkt an einem Unglück beteiligt sind, live dabei und irgendwo auch genau wissen dass wir etwas Falsches tun und dennoch nicht einen Finger rühren.

 

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 (Rainer Maria Rilke, 6. November 1902, Paris)

 

 Weitere Infos

http://de.wikipedia.org/wiki/Blackfish_%28Film%29

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