Mein Mevlana ist mein Lehrer, mein Mevlana ist der Fels in der Brandung, mein Mevlana ist mein Hoffnungsschimmer in einer hoffnungslosen Welt. Mein Mevlana reicht der Unwissenheit die Hand, mein Mevlana lebt den absoluten Frieden und bringt die Menschheit dazu, darüber nachzudenken...

Mein Mevlana ist Schams und Mevlana zugleich. Mein Mevlana bedeutet mir soviel, wieviel alle großen Denker dem Otto Normalverbraucher was beuteten. Mein Mevlana ist mein Picasso. Picasso sagte einst: "Beim Malen bedeutet 'Suchen' meiner Ansicht nach gar nichts. Auf das Finden kommt es an." Während ein Werk ein seltsames Dingsda darstellt, macht das Auge des Kunstliebhabers und Kenners folgende Entdeckung: Das ist der Sonnenaufgang! Da kann mein Mevlana noch soviel reden. Wenn der Betrachter den "Sonnenaufgang" als seltsames, angsteinflößendes Dingsda darstellen möchte, soll er mal machen. Damit wird er nicht weit kommen!

Mein Mevlana aggiert als Vorbild für das heutige Zeitalter in allen Angelegenheiten. Wenn der Mevlana, der 1207 geboren wurde, verantwortlich für den Grundstein des osmanishen Reiches war, dann ist mein Mevlana verantwortlich für den Grundstein einer neuen Welt. Einer Welt, in der es nicht darum geht, selber so gut wie möglich zu leben, sondern in der es darum geht, anderen behilflich zu sein, ihr Leben zu leben. In dieser neuen Welt spielt Wissenschafft und Bildung eine enorm große Rolle. Der Begriff "neue Welt" soll nicht etwa ein Synonym für "neues Reich" oder "neuer Staat" sein...Nein!!! Es ist eine neue Welt, die trotz ihrer Hasser und Kritiker und Feinde, zustande kommen wird. Diese Welt wird existent sein. Frieden, Nächstenliebe, hasslose Politik(!), Geborgenheit, füreinander lebende Menschen, sich liebende Menschen, auch wenn sie sich nicht kennen, denn man liebt doch die Schöpfungen nicht nur, wenn man durch sie Nutzen gezogen hat oder ähnliches, oder?

Das ist es, worum es geht! Eine Welt, erfüllt von Liebe! Eine Welt, gefüllt mit Liebe! Die Liebe! Wen oder was lieben wir denn eigentlich? Ich liebe meine Mutter! Wieso? -Das ist doch meine Mutter. Ach ja, natürlich! ich liebe meinen Nachbarn! Wieso? -Ja, jetzt wird es komplizierter, geht aber gerade noch. Also "wieso" lautete die Frage, wa?(Wa! Abscheuliches 'nicht wahr' auf Berlinesisch) Weil er nett ist? Weil er immer freundlich grüßt? Weil er immer meine Pakete entgegennimmt, wenn ich nicht zuhause bin, also erspare ich mir den Weg zur nächsten Postfiliale. Dann mal weiter: Ich liebe meine betse Freundin! Wieso? -Wir sind immer gemeinsam durch dick und dünn gegangen, sie hat immer sowohl meine Trauer als auch meine Freude mit mir geteilt, sie war immer für mich da, sie sie sie... Ja, auch plausibel!

Also, liebe ich die Mutter des Klassenkameraden meines Sohnes, der meinen Sohn permanent ärgert und schlägt? -Wenn sie nett ist, wieso nicht? Eben NICHT! Wieso muss jemand nett, behilflich, fröhlich, freundlich, Friede, Freude, Eierkuchen sein, damit ich ihn liebe? So ein Quatsch! Dann ist keine wahre Liebe in mir existent!!! Das behaupte ich jetzt mal einfach so.

Von einem religiösen Pädagogen hatte ich mal folgende Aussage gehört: "Wenn du dein leibliches Kind liebst, dann liebst du dich selbst, aber wenn du auch fremde Kinder liebst, dann liebst du Gott." Diese Aussage sei dann mal so dahingestellt. Sie hatte mich aber damals wie ein Blitz getroffen. Ja, diese Aussage hat mich sogar erschlagen und ich habe mich lange mit der Tatsache beschäftigt, wieso denn viele Mütter nicht in der Lage sind, alle Kinder zu lieben, zumal sie ja auch selber Mütter sind. Und Kinder sind IMMER unschuldig!! Es sind Kinder! -Das Kind ist ungezogen, jenes Kind ist ungepflegt, dieses ist so anklammernd und solches dort ist frech.

Wenn wir nicht in der Lage sind, ohne irgendwelche Einschränkungen alle Kinder dieser Welt zu lieben, brauchen wir erst garnicht versuchen, alle Menschen zu lieben. Denn Menschen tragen im Gegensatz zu Kindern, schwere Laster mit sich, sie haben Fehler... Jaaa, und wir haben nämlich keine solch Laster.

Ahaaa, ist es etwa die Arroganz, die uns daran hindert, ausnahmslos ALLE Menschen zu lieben? Was hält uns davon ab? Wenn ich von der Kassiererin angeschnautzt werde, schnauze ich zurück? Wenn ja, dann existiert in meinem Inneren nicht die absolute Liebe, denn genau die würde mich davon abhalten. Vielleicht hatte sie ja einen schlechten Tag und alles würde wieder gut werden, wenn sie von mir ein Lächeln bekäme und eine plausible, ruhige Antwort auf ihr Schnauzen.

-Und was, wenn ich einen schlechten Tag habe? Da kommt dann nämlich der Egoismus ins Spiel. Ich, ich, ich, ich, ich. Ich muss auch mal meine schlechte Laune rauslassen! Ich lass mir doch nicht alles gefallen! Ich behaupte jetzt mal, dass jeder Mensch für das Ausmaß seiner Ertragungen selbst verantwortlich ist. Die Geduld eines jeden Menschen, reißt an einer anderen Stelle. Widerspricht mir, wenn ihr anderer Auffassung seid. Wieso versuchen wir nicht mal, dass unsere Liebe unsere Geduldsgrenze überschreitet. Ein Versuch wäre es wert..

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