Der französische  Kurzfilm Majorité Oprimée (Unterdrückte Mehrheit) Oppressed Majority, lässt feministische Herzen höher schlagen. Er kehrt kurzer Hand die Geschlechterrollen um und zeichnet die "reale Welt" in eine Feministisch-Utopische. In dieser ist es Pierre, der das gemeinsame Kind in die Kita bringt und betreut. Seine Frau hingegen bevorzugt es, wie manch andere Geschlechtsgenossinnen mit freiem Oberkörper vor der Arbeit noch zu joggen. Pierre kümmert sich dann eben mal um den Rest. Er ist der einfühlsame, der es auch nicht ok findet, dass der Erzieher in der Kita nun von seiner Frau dazu gezwungen wird, einen Hijab zu tragen. Bei all seiner Qual, wird Pierre eines Tages dann auch noch am helllichten Tag, von einer kleinen Frauengang gequält und am Ende sogar vergewaltigt. Wie es das Schicksal so will, glaubt ihm die Beamtin auf der Wache auch nicht ganz recht und ergötzt sich dann auch noch an ihrem männlichen Kollegen. Es ist einfach nicht Pierre's Tag. Seine Frau versucht sich zwar noch in Mitgefühl und Empathie, bricht das Ganze jedoch ab, denn Pierre ist ja einfach leicht bekleidet in seiner Bermuda-Hose und seinen Sandalen und provoziert das Ganze ja heraus.

Was kann ich davon halten?

Ich muss gestehen, dass ich von dieser Form des Feminismus nicht viel halte. Ich kann leider keinerlei Freude für eine Umkehrung der Geschlechterrollen aufweisen. Diese Rollenaufteilung ist in beiden Richtungen absolut verwerflich. Ich vertrete wohl eher den Punkt, dass ich, noch bevor ich Frau oder Mann bin, Mensch sein sollte. Und ich würde sagen, mit dieser Aufgabe sind wir bereits in unserer Zeit reichlich überfordert. Falls wir es dann mal hinkriegen sollten, können wir uns dann den Feinheiten begeben, und genderspezifische  Themen durchdiskutieren.

Von einem exteremen -mus ins nächste extremere -mus

Die Frage, ob nun jede Bewegung, die auf -mus endet, letztendlich in ein extremeres -mus umkippen muss, damit befasse ich mich, seit dem ich diesen französischen Kurzfilm gesehen habe. Warum müssen Feministinnen eine Idealwelt erschaffen, in der sie Menschen ihres Geschlechts als Treppenstufe verwenden? Ich formuliere überspitzt und das bewusst. Hätte man die Szene, in der Pierre genötigt wird und Gewalt erfährt  nicht anders gestalten können? Sicherlich hätte man das! Man hätte zum Beispiel eine Szene auf der Arbeit darstellen können, in der seine Vorgesetzte mehr von ihm verlangt als von anderen. Oder er absolut abgehetzt ist, weil er seiner Chefin beweisen möchte, dass er genauso gut arbeiten kann, während er seine Familie nicht vernachlässigt. Er hätte von anderen Männern gemobbt werden können, die ihn als Rabenvater darstellen möchten, oder es nicht verstehen, wie man in dieser Zeit noch Kinder in die Welt setzen kann. Ja hätte, hätte, Fahrradkette… Aber nein die rassistische Version ist einfacher, verkauft sich besser. Und es ist ja eh egal, ob einige Frauen mit Migrationshintergrund dann eben nicht vom heiligen Feminismus  umsorgt werden können. Denn Feminismus ist ja was für privilegierte, kluge, selbstbewusste und besondere Frauen, oder etwa nicht?!

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