Paul Walkers unerwarteter Tod schockierte Millionen von Menschen- vor Allem seine hinterbliebende Tochter, seine Freunde, die berühmten Arbeitskollegen und seine Fans.

Ich möchte mit diesem Beitrag aber nicht auf seinen Tod aufmerksam machen. Seit gestern sind in den Social Networks, Zeitungen, Radio und Fernsehen seine Bilder, seine Werke, seine Geschichte und sein Leben. Nicht falsch verstehen, es ist natürlich traurig, dass ein 40-jähriger erfolgreicher, geliebter und bewunderter Mensch durch einen Autounfall verstirbt. Das ist gar nicht der Punkt der Thematik. Mein Augenmerk liegt eher auf der Tatsache, dass beispielweise, der Fahrer des Autos, welcher nicht berühmt war, in den Medien im ersten Augenblick gar nicht auftauchte. Es handelte sich um zwei Tote, einer Paul Walker, der andere Unbekannt. Und jeder war so fixiert auf das bekannte Gesicht, dass man den Unbekannten einfach nicht beachtet hat.

So wie all jene Menschen, die gestern ebenfalls durch tragische Unfälle gestorben sind.

Was ist mit den Kindern, Soldaten, Zivilpersonen, Menschen(!), die den unnötigen Kriegen zu Opfer fallen;

mit den (klischeehaftes Beispiel) Drittländern- die Bilder von hungernden Kindern, Erwachsenen, alten Menschen haben wir wahrscheinlich alle im Kopf;

mit den Menschen, die sich durch den gesellschaftlichen Druck und der Verzweiflung das Leben nehmen?

Warum werden sie vergessen, verdrängt, nicht beachtet? Nur weil sie keine Filme gedreht haben, die Millionen eingespielt haben? Weil sie nicht berühmt waren? Liegt es daran, dass wir Menschen verschiedene Werte zuordnen- dein Tod ist ein mediales Ereignis, aber dein Tod dagegen interessiert keinen? Hier stirbt eine Person, am Ende der Welt vielleicht Tausende. Wie kann der Tod eines Menschen die der Tausend überbrücken?

Seit gestern versuche ich zu verstehen, warum wir das Versterben des Einen „trauriger“ und „nennenswerter“ finden, als die des anderen. Die Antwort hat sich mir noch nicht erschlossen.

Ich sehe es ein, dass es immer so sein wird. Das Geld die Welt regiert habe ich mir längst schon eingestanden. Wir, als die Menschen der hochzivilisierten, technischen und moralisch fortgeschrittenen Länder, verdrängen! Es ist nicht das Vergessen, was mich aufregt, sondern das bewusste Verdrängen. Alles was wir nicht sehen, was uns von den Medien nicht präsentiert wird, existiert für uns nicht. Medien bestimmen die Meinung der Bevölkerung. Aber wir haben die Möglichkeiten zu recherchieren, über den Horizont hinauszugucken, uns verantwortlich zu fühlen. Die Bequemlichkeit leitet uns zur Trägheit und zu dem Denken „Mir geht es ja gut mit meinem Handy, meinem Geld, meinem Laptop, meiner Familie, ist doch egal was auf der Welt passiert!“. Und wenn wir dann mal ein schlechtes Gewissen haben, spenden wir einfach fünf Euro an UNICEF und können nachts dann besser schlafen.

Es ist schade, dass wir uns einfach immer mehr zu einer faulen Generation entwickeln, der alles egal ist. Das wir so egoistisch sind und die drei Affen spielen:

Ich sehe nichts,

Ich höre nichts,

ich sage nichts…!

Share

Tags: , , , , , , ,