Das Schiff Noahs

Noah nahm mich nicht auf seinem Schiff auf. Denn ich war alleine.

Meine Einzahl, meine Einsamkeit war das, was die Mehrzahl gefährdete. Noah seiner Einsamkeit die Stirn bietend.

Dabei war die erste und einzige Bedingung, um  auf dem Schiff aufgenommen zu werden, dass man zweisam erschien.  Deswegen wurden von jeder Art und Spezies immer zwei auf das Schiff zugelassen. Um die Kontinuität zu sichern. Die Kontinuität der Gattungen.

[…]

Der erste Vater der Menschheit ist Adam, der zweite hingegen Noah. Adam setzte seinen Weg mit Eva fort.

Noah hingegen ging alleine.

Der einzige der keine Partnerin auf dem Schiff hatte, war Noah.

Jeder erschien als Paar. Er aber war alleine. So erzählen es die heiligen Bücher.

[..]

Im [sprachlichen] Gebrauch sind zwei Personen mehr Personen.

Ich mache mir mit meiner Einsamkeit Probleme.

Wieder stehe ich außerhalb des Schiffes.

Mitten in der See. Alleine.

Doch war es Noah auch. Er war es auch. Bevorzugte nur die Eins. Nicht die Vielzahl. Er wusste, dass es nur Einen gibt. So liebte er die Einzahl, den Einen.

Noah nahm mich nicht auf seinem Schiff auf. Denn ich war alleine.

Noah war auch alleine, aber er war in Sicherheit. Mit denjenigen die vertrauten. Mit denjenigen, die er auswählte, aussuchte.

So fragst Du nach dem Kriterium der Auswahl; ich überlasse Dich nicht Deiner Neugier:

„Ist Er Alles, oder kommt Alles von Ihm?“ fragte Noah und er nahm diejenigen auf sein Schiff auf die antworteten „Alles kommt von Ihm“.

[Im Ozean der Wahrheit ging ich nun unter.] Alleine in der Menge. Das Wasser stieg, die Dunkelheit brach ein.

Noah nahm mich nicht auf seinem Schiff auf. Denn ich war einsam in meinem Gedanken.

Freie Übersetzung aus

Autor: Dücane Cündioglu

Werk: Hz. Insan

Verlag: Kapi Yayinlari , 2009, Istanbul

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