„Schulen – Eltern – Kinder: Ein unschlagbares Trio oder das Bermuda-Dreieck der Bildung?

Die Schulen haben angefangen. Für viele bedeuten die kommenden Monate früh aufstehen, viel lernen, auf Spiele verzichten und gute Noten schreiben. Bei diesem langen Marathon wird jedoch oftmals der eigentliche Sinn der Schule vergessen.

Weshalb sind Schulen so wichtig? Auf diese Frage werden viele sagen: „Eine gute Bildung ermöglicht ein besseres Leben.“
Heute reden wir in der Regel von der Bildung und vergessen oftmals, dass Schule auch Erziehung bedeutet.
Wir vergessen oft, dass die Werteerziehung mindestens so wichtig ist, wie Bildung.
Wir vergessen oft, dass die Schulen nicht ein abgeschlossenes Gebäude sind, sondern das gesamte Umfeld eines Kindes.
Wir vergessen oft, welche Vorzüge, Schwächen und Starken unsere Kinder haben und versuchen sie nach unseren Wünschen zu formen.
Wir vergessen oft, dass Schulen zur Entfaltung der Stärken unserer Kinder beitragen sollen und nicht zur Uniformierung einer Gesellschaft.
Wir vergessen oft, dass die richtige Bildung und Erziehung eines Kindes das Ergebnis einer guten, kontinuierlichen und verantwortungsbewussten Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus ist.
Ein Beispiel dafür, wie Schulen und Elternhaus nicht sein sollten, wiedergibt die folgende Geschichte.

Der pubertierende Jugendliche Markus S. hat Probleme sowohl in der Schule, als auch zu Hause.
In einem Brief an die Eltern schreibt die Lehrerin Simone G. folgendes:

„Sehr geehrte Familie S.,
Das Verhalten Ihres Sohn Markus hat sich in letzter Zeit sehr verschlechtert. Er passt im Unterricht nicht mehr auf, spricht ohne sich zu melden, stört seine Mitschüler und hat kein Respekt mehr gegenüber seiner Lehrer.
Ich bitte Sie deshalb, diesbezüglich etwas zu unternehmen und für die Verbesserung Ihres Sohnes zu sorgen.
Mit freundlichen Grüßen
Simone G.“

Daraufhin schreibt die Mutter von Markus die folgende Antwort:

„Sehr geehrte Frau G.,
Wir haben Ihren Brief zur Kenntnis genommen. Auch wir wollten seit längerer Zeit Ihnen unser Anliegen darlegen.
Ihr Schüler Markus S. ist in letzter Zeit unausstehlich geworden. Er räumt sein Zimmer nicht auf, lehnt sich immer wieder gegen seine Eltern auf, streitet ohne Grund immer wieder mit seinen Geschwistern.
Ich bitte deshalb, Ihre Aufgabe besser wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass sich das Verhalten von Ihrem Schüler Markus S. in kürzester Zeit verbessert.

Mit freundlichen Grüßen
Martina S.“

Kinder sind wie Blumen, die nur dann richtig gedeihen und blühen können, wenn sie einen sicheren und fruchtbaren Platz (Elternhaus), gute Umweltbedingungen (Umfeld des Kindes) und eine ausgeglichene Versorgung mit Licht und Wasser bekommen (Bildung und Erziehung in den Schulen). Fehlt ein Aspekt, so ist die Entfaltung und das Aufblühen eines Kindes gefährdet.

Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit und Verantwortungsbewusstsein aller Teile einer Gesellschaft zur Bildung und Erziehung unserer Kinder von essentieller Bedeutung.

In diesem Sinne wünsche ich allen Kindern, Eltern und Lehrern ein erfolgreiches und glückliches Schuljahr und das beste für ihre Zukunft.“

Fotoquelle: © Picture Alliance

 

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