Durch kalorienreiche und falsche Ernährung belastet die Gegenwartsgesellschaft vielerlei gesundheitliche Probleme, wie z. B.  Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen. Da die Lebensmittelindustrien heutzutage viele Konservierungsstoffe, Farbstoffe und künstliche Geschmacksstoffe in ihre Produkte mit verpacken, um sie für den Konsumenten langfristiger attraktiver zu gestalten, nehmen wir oft nur schädliche Substanzen auf. Doch der Körper, spezifischer gesagt der Magen, braucht auch eine Auszeit, denn ständig, 7 Tage, 24 Stunden an 356 Tagen ist er aktiv. Diese Auszeit kann man ihm auf unterschiedlichen Weisen gönnen. Aus aktuellem Anlass werde ich mich aber auf das Fasten, wie es Muslime praktizieren beziehen.

Dieses Jahr begann der Fastenmonat Ramadan am 10. Jul. 2013. Da sich jedes Jahr im Mondkalender die Monate 10 Tage zurück werfen, liegt die Zeit des Monats Ramadan also dieses Jahr im Sommer. Fasten im Islam bedeutet, dass man von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Nahrung und Wasser verzichtet. Dieses Jahr beträgt die Zeit zwischen diesem Zeitraum 16 Stunden, was selbst für die überzeugtesten Muslime eine Herausforderung ist. Aber nicht nur aus spiritueller, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht hat das Fasten Vorteile.

Durch die periodische Verminderung an Essenszufuhr verlängert sich das Leben des Menschen. Dazu wurde eine Studie mit Ratten durchgeführt, welchen in einem bestimmten Zeitraum weniger Futter als zuvor gegeben wurde. Man hat dazu natürlich auch eine Vergleichsgruppe gehabt und erkannt, dass durch die Verminderung es zu einer Verlängerung der Lebensdauer kam. Es werden also die Faktoren, die zu den Krankheiten wie Obezität führen, vermieden. Desweiteren entgiftet sich der Körper, in dem er die Toxine ausscheidet.

Enzyme, die für den Fettabbau zuständig sind, werden auf Alarmbereitschaft geschaltet und arbeiten viel schneller und effektiver, denn es gibt keine Zufuhr an Lebensmitteln, sodass sich der Körper mit dem beschäftigt, was er in sich hat.

Die Leber aktiviert gewisse metabolische Aktivitäten, die sie in der regulären Zeit nicht ausführt. Der Körper, bzw. die Zellen benötigen Glukose um zu arbeiten und normalerweise wird diese aus den Nahrungsmitteln hergestellt. Da es jedoch zu keiner Aufnahme von Nahrungsmitteln kommt, aktiviert die Leber nun die Enzyme, die aus anderen körpereigenen Stoffen Glukose herstellen. Diesen Vorgang nennt man dann Gluconeogenese. Außerdem werden die in der Leber deponierten Glukose- Einheiten verbraucht (Glykogensynthese) und durch den Fettabbau die Leber gereinigt. Somit kann sie schneller und effektiver arbeiten.

Durch die Reduzierung der Essensaufnahme kann es zu Kopfschmerzen, Minderung der Leistungsfähigkeit, Müdigkeit oder allgemeine Schwäche führen. Die Ursache liegt dabei bei der Umstellung des Energielieferanten von Glukose zu Ketonkörper. Vor allem im Gehirn werden aufgrund des Abbaus von Fettsäuren Ketonkörper gebildet und diese dienen problemlos als Ersatz für Glukose. Die „Nebenwirkungen“ klinken nach wenigen Tagen vollständig ab.

Während des Fastens wird viel weniger Blut an unser Verdauungssystem geschickt, sodass die anderen Organe und Körperteile von mehr Blut profitieren. Gleichzeitig befreit sich der Körper von dem überschüssigen Cholesterin, welches sich im Blut befindet.

Unser Nervensystem lässt sich in zwei Teile untergliedern, das Sympathikus und das Parasympathikus. Diese beiden Systeme steuern die meisten unserer Organe und wirken als Gegenspieler zueinander. Das wiederum ermöglicht eine feinere Regulation der Organtätigkeiten. Wenn diese beiden Systeme jedoch nicht in Balance gehalten werden, kann es zu Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Durchfall kommen. Das Fasten ist einer der Möglichkeiten, womit das Gleichgewicht beider Systeme reguliert werden kann und es somit wieder zu einer Harmonie kommt.

Den Diabetes- Erkrankten (Typ 2) wird empfohlen entweder Sport, bzw. Übungen zu machen, oder eben das Essverhalten umzustellen, einzuschränken. Aber auch Fasten wird als eine der Alternativen angesehen. Da der Körper eher Fettsäuren abbaut und Keton als Energielieferanten benutzt, muss die Pankreas nun keinen allzu großen Aufwand tätigen und Insulin ausschütten, um den Zucker abzubauen.

Während des Fastens arbeiten die Nieren auf Hochtouren um einen großen Wasserverlust zu vermindern. Dadurch bleiben die Nierenfunktionen immer intakt. Des Weiteren scheidet der Körper Salz aus, welches dazu führt, dass der Blutdruck reguliert wird.

Als Letztes sollte man auch die psychologischen Aspekte und Vorteile betrachten, denn durch die Selbstdisziplin und den Einklang von Körper und Geist, verleiht es dem Menschen ein Glücksgefühl, es kommt zur vermehrten Endorphin Ausschüttung im Gehirn. Fastende, die sich durch das Fasten motivieren, sind gegenüber Stress und Depressionen viel resistenter. Sowohl geistlich als auch physisch.

Ich wünsche allen Muslimen einen gesegneten Ramadan und anschließendes Ramadan-Fest!

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