Staatskonzern im Visier des Kartellamts

Deutschlands oberste Kartellwächter hegen den Verdacht, dass die Deutsche Bahn ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen könnte. Das Bundeskartellamt möchte den Verkauf von Fahrkarten überprüfen. Konkurrenten beklagen sich über die Benachteiligung beim Fahrkartenverkauf. Die Kunden beklagen sich über die hohen Fahrkartenpreise.

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Quelle: www.wiwo.de

„Wettbewerber beklagen, dass sie allenfalls einen eingeschränkten Zugang zu den Vertriebskanälen der Deutschen Bahn haben“, so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Laut dpa hat die Behörde mit Sitz in Bonn nun ein Verfahren gegen die Deutsche Bahn eingeleitet. Es soll der Frage nachgegangen werden, warum Wettbewerber der Deutschen Bahn ihre Tickets nicht an den Bahnhöfen verkaufen können. Eine Stellungnahme der Bahn liegt zunächst nicht vor.

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Quelle: www.heute.de

Fahrkartenverkauf seit Jahren in Kritik

Die Untersuchungen des Bundeskartellamts gehen auf Klagen der Wettberwerber zurück. Der Staatskonzern betreibt in den großen Bahnhöfen Deutschlands Reisezentren, in denen man Tickets für den Nah- und Fernverkehr erwerben kann. Der Thalys verbindet die Städte Essen, Düsseldorf und Köln mit Brüssel und Paris. Fahrkarten des Wettberwerbers Thalys und des Hamburg-Köln-Express (HKX) kann man in den Reisezentren an den Bahnhöfen nicht erwerben.

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Quelle: www.n-tv.de

Dies zwingt die Wettberwerber dazu, eigene Vertriebskanäle aufzubauen. Thalys hat neben dem Internetverkauf ein Büro außerhalb des Kölner Bahnhofs eröffnet. Der HKX konzentriert sich nur auf den Vertrieb über das Internet. Trotz Berechtigung verzichtet der HKX einen Fahrkartenautomaten am Bahnhof aufzustellen. Die Einnahmen würden die Wartungs- und Mietkosten nicht decken.

Seit langem fordert der HKX, Tickets in den Reisezentren der Deutschen Bahn zu verkaufen. Trotz Provision weigert sich die Deutsche Bahn dagegen. Obwohl aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar, ist das Vorgehen der Deutschen Bahn aus Wettbewerbssicht kontraproduktiv.

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Quelle: www.wiwo.de

Experten empfehlen das britische Modell zur Lösung dieses Problems: In zentralen Verkaufsbüros an Bahnhöfen sollen sämtliche Tickets des Personenschienenverkers angeboten werden.

Selbst Logo benachteiligt Wettbewerberb

Kritiker bemängeln seit Langem das allgegenwärtige Logo der Bahn. Dies sei fast diskriminierend. An allen Eingangsportalen der Bahnhöfe ist das Logo der Deutschen Bahn AG angebracht. Dadurch verbindet der Kunde den Eisenbahnverkehr mit den Zügen der Deutschen Bahn. Dass mittlerweile auch Unternehmen wie Thalys, HKX und Interconnex im Fernverkehr fahren, erschließt sich erst mühselig.

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Provisionsbedingungen geben Anlass zu Kritik

Auch die Provisionshöhen beim Vertrieb von Fahrkarten, die die Deutsche Bahn für Wettbewerber betreut sollen untersucht werden. Wenn ein Wettbewerber wie Eurobahn oder Nordwestbahn Fahrkarten für die Züge der Deutschen Bahn verkauf kassieren sie Provisionen. Auch die Deutsche Bahn kassiert Provisionen wenn sie Fahrkarten für die Züge der Wettbewerber verkauft.

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Das ist völlig normal. Fragwürdig ist die Höhe der Provisionszahlungen. Wenn die Deutsche Bahn Fahrkarten der Wettbewerber verkauft, müssen die Konkurrenten deutlich höhere Provisionen zahlen als umgekehrt.

Außerdem soll geprüft werden, ob die Bahn die gesetzlichen Verpflichtungen zur Aufstellung gemeinsamer Tarife missbrauche. Wettbewerber würden so zur Nutzung der Vertriebsleistungen der Deutschen Bahn verpflichtet werden.

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„Funktionierender Wettbewerb beim Fahrkartenverkauf ist essentiell für den Wettbewerb auf der Schiene“

Im Rahmen des nun anstehenden Überprüfungsverfahrens muss sich die Deutsche Bahn AG darauf einstellen, umfangreiche Fragen zu beantworten. Auch die Wettbewerber im Nah- und Fernverkehr, sowie der Tarifverband Bundeseigener und Nicht-Bundeseigener Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) sollen vernommen werden.

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Der Verkauf von Fahrkarten gilt als einer der letzten Bastionen der Deutschen Bahn. Stürzt diese Festung nach den laufenden Untersuchungen des Kartellamts, kann die Deutsche Bahn ihren Monopolvorteil nicht mehr ausspielen.

„Funktionierender Wettbewerb beim Fahrkartenverkauf ist essentiell für den Wettbewerb auf der Schiene“, führt Mundt weiter aus. Insbesondere der Verbraucher profitiert von dem Wettbewerb, da er sich aus einer breiten Palette von Angeboten diejenigen auswählen kann, die am ehesten zu seinen Bedürfnissen passen.

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Quelle: www.wiwo.de

 

Quelle des Beitragsbilds: www.n24.de

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/ticketverkauf-kartellamt-ermittelt-gegen-deutsche-bahn-seite-all/9407456-all.html

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Kartellwaechter-pruefen-Deutsche-Bahn-article12159196.html

http://www.heute.de/ticketverkauf-kartellamt-leitet-verfahren-gegen-deutsche-bahn-wegen-missbrauchs-der-marktfuehrerschaft-ein-31697206.html

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/4204760/kartellamt-nimmt-deutsche-bahn-ins-visier.html#.Uuo4gPGwdvx

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