Tag der Menschenrechte | Kiasma

Das Kiasma ist einer der vielen guten Museen in Helsinki, welches Ausstellungen und Sammlungen zur zeitgenössische Kunst beheimatet. Dabei hat Kiasma es sich zur Aufgabe gemacht, moderne Kunst jede*r und jede*m nahzubringen und hat es sogar bei mir geschafft, mich bis auf die vierte Etage restlos zu begeistern. Da ich nicht gerade die größte Kunstversteherin (wie etwa meine mit-denkerin Merve Akal) bin, durchlief ich die Austellung eher mit der Perspektive einer angehenden Soziologin. Dabei möchte ich heute am 10. Dezember 2016, am Tag der Menschenrechte, die Ausstellung „After the Turmoil“ von Meeri Koutaniemi und Arman Alizad ansprechen.

[info_box]“After the Turmoil“ ist eine Exhibion über das Überleben. Es ist über Menschen, die großes Leid erfahren haben, aber sich geweigert haben, die Opferrolle zu spielen. Sattdessen sind sie zu aktiven change-makers  in ihrer Gemeinde geworden.

Die Fotografien und Installationen von Meeri Koutaniemi in den drei Räumen auf der zweiten Etage zeigen Gewalt an Frauen in Indien und Kenia. sowie Flüchtlinge in Thailand und anderen Teilen der Welt. Sie richten sich an Personen, die aufgestanden sind und sich physische und strukturelle Gewalt, sowie Diskriminierung widersetzen.

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In dem ersten Raum den ich betrat, sah ich als allererstes das Foto von einer indischen Frau, welche lächelnd in die Kamera schaute. Ihr Lächeln war so ansteckend stark, dass ich kurz innehalten musste. Die Spuren auf ihrem Gesicht verrieten, dass sie zu einem früheren Zeitpunkt in ihrem Leben mit Säure angegriffen worden ist. Auf der rechten Seite des Bildes stand „Why should we hide our faces? What have we done?“. Mit dieser Frage im Hinterkopf durchlief ich die Ausstellung und versuchte irgendeine Antwort zu finden. Was haben 200 Mio. Mädchen und Frauen weltweit getan, um auf brutalerweise verstümmelt zu werden und jahrelang mit den gesundheitlichen und psychologischen Folgen zu leben? Was haben Frauen in Indien getan, um ihres Gesichts beraubt zu werden? Was haben – vor allem – Frauen und Mädchen weltweit getan, um tagtäglich sexuelle, physische und psychische Gewalt zu erleben?

Es kann viel über die Ursachen und Gründe für die Gewalt an Menschen und vor allem an Frauen gesagt werden. Es kann vieles für schuldig erklärt werden. Die Tatsache jedoch, dass die Frauen in der Ausstellung nicht an dem „wieso/weshalb/warum“ hängen geblieben sind und ihr Leben in ihrer einzigartigen Eigenart weiterführten, erstaunte. Die Stärke auf den Bildern, ihr Kampfgeist und die Art, wie sie gegen diese Strukturen ankämpfen, waren die Impressionen, die der Betrachter am Ende der Ausstellung mitgenommen hat. Das Erzählen ihrer Geschichten trägt dabei gewiss zum Empowerment vieler anderen Frauen bei. Mit der Hoffnung und dem Glauben, dass sich die Welt irgendeines Tages bessert.

In Solidarität mit allen Frauen, egal welche sozialen Kategorien und Labels ihnen von dem patriarchalen Strukturen aufgezwungen wurden. Und mit der Hoffnung, das unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion alle Menschen in der gleichen Weise behandelt werden, dass sie Selbstbestimmung über sich und ihre Körper erlangen, dass die Einhaltung der Menschenrechte kein Traum, sondern Realität wird.

Mehr zu dem Tag der Menschenrechte: https://www.unesco.de/wissenschaft/2010/uho-1210-tag-der-menschenrechte.html

Mehr zu dem Museum und dessen Ausstellung findet ihr auf der offiziellen Website: http://www.kiasma.fi/en/

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