So ein bisschen bekommt man ja schon mit, dass in den Medien, im Bundestag, im Europaparlament und über Europa hinaus heftig gestritten wird, wie es nun mit dem Krim weitergehen soll. Frank-Walter Steinmeier (SPD) spricht von einem Verstoß gegen das Völkerrecht, wenn Krim nun ab sofort zu Russland gehören soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel davon, dass das Referendum nicht gültig sei, weil es gegen die Verfassung von Ukraine verstoßen würde. Gysi (Die Linke) erzählt, dass je nach Lust und Laune in die Verfassung der Ukrainer geschaut wird und kritisiert die Doppelmoral der deutschen Regierung bzw. Europas. Warum habe man das Völkerrecht in anderen Fällen nicht auch berücksichtigt. Im Falle Afghanistans zum Beispiel.

Als ein Mensch, der sich bis dato kaum mit der Politik in Russland, Ukraine und dem Krim beschäftigt hat, ist es ehrlich gesagt schwierig den Überblick zu behalten. Hätte nicht jedes Land so gehandelt, wie Russland? Darf man solch eine Frage überhaupt stellen? Was läuft da im Hintergrund ab, was wir von den Mainstream-Medien gar nicht mitbekommen?

Russen sprechen davon, dass die "deutschen" oder "westlichen" Medien zu verzerrt berichten würden. Vor ein paar Wochen haben das Menschen, die sich als VenezualerInnen verstehen, den "westlichen" Medien vorgeworfen. Und davor haben es die Türkischstämmigen hier im Lande gemacht. Auch von Syrerinnen hatte ich den gleichen Inhalt gehört.

Anfangs hatte ich den Eindruck, dass das doch gar nichts bringt, immer gegen den Inhalt - ja! nicht "die" Inhalt"e", sondern "den" Inhalt - der Mainstream-Medien zu sein, sobald's einem inhaltlich eben nicht passt. Aber mittlerweile ergibt das schon Sinn, wenn nach und nach mehrere Stimmen gleichen Contra-Inhalts äußern. "Hoppla, da stimmt doch was nicht!", denkt man sich doch dann irgendwann.

Anyway.

Worauf ich hier hinaus will, ist weder klar zu stellen, wessen Politik jetzt rechtens läuft und wessen nicht. Politik läuft erfahrungsgemäß ohne viel Gerechtigkeit.

Dieser Text kann vielmehr als Versuch verstanden werden, zu sensibilisieren, dass es immer die Medien sind, die Schuld tragen. Und nicht vergessen: Die Medien stehen stets in Abhängigkeit mit der Politik. Nun. Was ist die Lösung? "Politiklosigkeit"? Nein, nein. Denn sonst würden, wie Platon auch schon recht erkannt hat, nur die Dummen regieren (--> "Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.") ...

Wie wäre es mal mit dem Versuch am politischen Leben rechtens (!) teilzunehmen, um einer besseren Welt willen... Eines friedlichen Zusammenlebens willen. Hand in Hand. Nicht: Hand mit Dolch im Rücken.

Amen.

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Alle Generalisierungen wie "die RussInnen", "die VenezualerInnen", "die Türkischstämmigen", etc. bitte mit Vorsicht (!) genießen.

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