Un grand salut de Genève!

Wer bitte kommt auf die Idee mit sechs Mädels eine ca 1350 km lange Strecke mit dem Auto zu fahren. Wir natürlich. So startete dieses Abenteuer an einem stinknormalen Donnerstag. Der morgen verlief bei allen halbwegs wie jeder Donnerstagmorgen.

Treffpunkt für die Abfahrt unserer Reise war der Hauptbahnhof Frankfurt. Pünktlich um 15:15 sollte abgefahren werden. Nachdem gefühlte 1000 (Sprach!!-)Nachrichten mit dem Kontent „Wo seid ihr?“, „Welche Bäckerei?“, „Hä, ich finde keinen“ und „Hab meine Zahnbürste vergessen“ in der WhatsApp-Gruppe ausgetauscht wurden und jeder halbwegs den Treffpunkt gefunden hatte, holte uns unsere Reisemama, aka Fahrerin, mit ihrem superschnellen (Ironie) und superkomfortablen (keine Ironie) Jeep, auch Familienauto genannt, ab. Natürlich gab es auch Schwierigkeiten bezüglich der Parkposition, sodass wieder durch zahlreiche Sprachnachrichten die exakte Lage des Wagens beschrieben und schlussendlich aufgefunden wurde.

Mörf, Fräulein Mitte (sie war dazu verdammt die ganze Fahrt und Rückfahrt in der Mitte zu sitzen), Fahrerin plus Beifahrerin und meine Wenigkeit verließen nach kurzer Tetrisspielerei im Kofferraum mit den „Koffern“ (eigentlich waren es ja Handtaschen in XXL Formaten und wir sollten ja NUR 3 Tage unterwegs sein) und dem Reiseproviant Frankfurt. Auf der Fahrt durften wir unsere sechste Mitfahrerin, Stupsnase, von einer Raststätte abholen, diese verspätete sich jedoch, da sie nochmal zu Omi fahren und ein Bügeleisen holen musste. (Bei mir war kurze Panik bezüglich nicht gebügelter Kleidung ausgebrochen. Mir wurde erklärt, dass im „Hostel“ bestimmt kein Bügeleisen auffindbar ist, welches sich durchaus als eine wahre Tatsache herausstellte. Daher arrangierte ich lieber schnell noch eins- hallo ungebügelte Kleidung ?!)

Stupsnase wurde nach Hinten verstaut und die Fahrt konnte weiter gehen. Da das super-hightech Auto über einen SD-Karten Anschluss verfügte (das sieht man nicht oft), durften wir auf einer 2 GB Karte (mehr akzeptierte das Auto der Zukunft nicht) Lieder aufladen und uns die Fahrt angenehmer gestalten. Aus dem breiten Repertoire Stupsnases kopierten wir dann 35 Lieder (immerhin einigten wir uns auf mehr als fünf) auf die SD-Karte und die musikalische Untermalung verschaffte uns ein paar lustige Stunden. Zwischendurch haben wir gefühlte 60 Mal (in Wahrheit nur zwei Mal) wegen Ich-muss-mal-Pausen angehalten, ich hatte einen Durchbruch als Sängerin in der Kategorie „Ich kenn den Text nicht und reime mir irgendwas zusammen“, Mrs. Beifahrerin kollabierte vorne fast, weil sie´s nicht mehr mit uns aushielt (es sind vielleicht ab und zu paar feministische Bemerkungen gefallen) und der Rest verzehrte munter das selbstgebackene Reiseproviant Stupnases. Als dann die 35 Lieder durch waren, wurde die SD-Karte von unserer Reisemama eingesteckt. Wie soll ich es nett ausdrücken, sie war in Sachen Musik nicht ganz Up To Date. (nicht böse sein)

Als wir dann irgendwann nach dem 293. Lied aus den 50ern in Genf antrudelten, begann die Suche nach dem Hotel. Da das Navi keine Frankreichkarte besaß, unser Hotel aber an der Grenze zu Frankreich, bzw. in Frankreich war, stellte sich das alles doch etwas problematisch als gedacht heraus. Dank den Smartphones und internationalem Roaming-Tarifen fanden wir mit Hilfe Google-Maps (ist das jetzt Schleichwerbung, naja, a little bit ?), den Weg. Das einzige Problem an der ganzen Sache war, dass ich die Adresse falsch eingegeben hatte und wir in das Stadtzentrum gelenkt wurden. Da ich aber unheimliche Angst hatte, die falsche Adresseneingabe in einem Moment der Verzweiflung, Wut und Unzufriedenheit der Fahrerin über die gegebenen Umstände zu outen, hielt ich es für das Beste meine große Klappe zu halten und ganz fest die Daumen zu drücken und alle Gebete aufzusagen nach dem Motto: „irgendwie finden wir‘s schon“. Als die Fahrerin dann nach 600 km langer Fahrt ausstieg und einen alten Mann, der ebenfalls sich als Tourist herausstellte, fragte, trafen wir GLÜCKLIHCERWEISE auf Bekannte aus Deutschland. Ja ja, Sirup hatte uns mal wieder gerettet. Mit deren Hilfe gelangten wir dann endlich ins „Hostel“, ich würde es gerne als Absteige bezeichnen. Da man aber ab 21:30 nicht mehr einchecken konnte, wartete die nächste Hürde auf uns. Nach einem aufschlussreichen Gespräch mit einem Angestellten des Hostels am Telefon, leitete dieser uns zu einem anderen Hotel weiter, wo wir angeblich einchecken konnten. Eigentlich war das Hotel ja nur 300 Meter entfernt, weil wir aber in die komplett falsche Richtung gelaufen sind, stieg die Entfernung auf etwa 700 Meter. Das Einchecken funktionierte ohne weitere Probleme. In den Zimmern angekommen, wartete leider kein Korb voller Früchte oder ein schön gemachtes Bett mit Schwänen-Handtüchern auf uns, sondern der reinste Mist. Das soll hier nicht zu einer Hotelbewertung ausarten, weshalb ich meine Ausführung nicht weiter führe. Und somit endete der Action-Thursday.

Wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich nur selber lachen. Die nächsten Tage verliefen bis auf weiteres sehr angenehm und es bleiben doch sehr, sehr schöne Erinnerungen von Genf zurück. Friedrich Hebbel sagte einst mal: „Eine Reise ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens.“
Am Ende ist man doch dankbar für die Menschen, die im eigenen Leben (oder Herzen) nach einer langen Reise seinen Platz gefunden haben.
Neue Gesichter. Neue Bekanntschaften. Neue Leben. Neue Lieben. Neue Wiedersehen.

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