Unsere Eindrücke auf der Frankfurter Buchmesse 2013

Die Buchmesse bietet eine einmalige Gelegenheit, zu der sich die gesamte Branche trifft und an dem akutelle Trends entdeckt werden, dazu gehört unter anderem die Zukunft des E-Books. Aber sie ist nicht nur ein Ort, an dem sich gesellige Bücherfreunde treffen, sondern auch eine Gelegenheit des Image-Making. Etliche Vertreter von Hörfunk und Fernsehen haben live von der Buchmesse aus gesendet. ARD, ZDF, arte, hr2 und das Deutschlandradio sind nur einige davon. Für die ausstellenden Länder und für die Autoren bedeutet dies die Möglichkeit, sich auf nationaler wie internationaler Ebene zu profilieren und wer ein Profil hat oder besser gesagt wer Persönlichkeit hat, dem ist der Aufstieg gewillt. Aber auch der Otto-Normal-Bürger möchte hier jede Menge sehen und gesehen werden. Cosplayer haben die zeitgenössische visuelle Kultur bedeutend mitgeprägt. Und wer gerade eine kleine Lesepause einlegt, kann sich dem Anblick diverser interessanter Köstüme widmen.

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Leseverhalten von Männern und Frauen

Als wir auf der Buchmesse unterwegs waren, sah ich diese unzähligen Menschen und ihre Liebe zu dem Geschriebenen. Doch mir fiel auf, dass Frauen viel mehr Interesse an Belletristik aufzeigen, als die Männer. Auch meine Recherchen ergaben, dass die Motivation etwas zu Lesen oder zu Schreiben schon im Kindesalter bei Mädchen deutlich höher als bei Jungen ist. Mädchen über 14 Jahren gaben an, etwa 11,4 Bücher pro Jahr zu lesen. Die Zahl steigert sich bei den erwachsenen Frauen: Eine durchschnittliche Frau soll 13,4 Bücher, wobei die Männer nur 8,9 Bücher, pro Jahr lesen.

[info_box]Das Leseverhalten hängt natürlich auch mit dem Freizeitverhalten, dem Freundeskreis oder dem Partner zusammen. Außerdem ist auch die Leseerfahrung und Lesemotivation ausschlaggebend.[/info_box]

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Allgemein sind Frauen in dem Bereich Lesen als Unterhaltung dominanter. Wahrscheinlich hängt das mit ihrer Phantasie und ihrer Denkweise zusammen. Frauen fühlen gerne mit, versetzen sich viel leichter in die Rollen des jeweilig anderen und sind bereit, sich in dieser imaginären Welt zu verlieren. Sie sind sensibler und feinfühliger, erleben das Niedergeschriebene mit und können sich auch in ihrem Alltag durch die Romane verwirklichen. Männern hingegen fehlt oftmals das Durchhaltevermögen einen guten Roman mit 300-400 Seiten zu lesen. Dahingegen lesen Männer viel lieber Zeitung, Sachbücher, Biographien oder Historie. Das hängt damit zusammen, dass zwei Drittel aller Frauen beim Lesen entspannen wollen. Sie wollen also keine neuen Informationen und wichtige Inputs haben, sondern mal Abschalten und den Abend vielleicht mit einem Buch ausklingen lassen.

[info_box]Menschen, die in der Schule nicht gern gelesen haben, finden schwieriger einen Zugang, als diejenigen, die schon seit Kindesalter gerne lesen.[/info_box]

»Wenn wir weit zurückgehen, waren immer Frauen die Erzählerinnen. Frauen denken sich für ihre Kinder Geschichten aus oder lesen ihnen vor. Frauen schreiben Tagebuch und Briefe, und Frauen sind begierig, die Geschichten anderer Menschen zu erfahren. Sie sind wohl auch mit mehr Fantasie ausgestattet«, sagt Elke Heidenreich.1

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Psychologin und Ratgeber-Autorin Eva Wlodarek meint auch: »Frauen interessieren sich mehr für das große Ganze, für Zusammenhänge, für Themen wie Liebe, Macht und Beziehungen.«

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Das Leseverhalten hängt natürlich auch mit dem Freizeitverhalten, dem Freundeskreis oder dem Partner zusammen. Außerdem ist auch die Leseerfahrung und Lesemotivation ausschlaggebend. Menschen, die in der Schule nicht gern gelesen haben, finden schwieriger einen Zugang, als diejenigen, die schon seit Kindesalter gerne lesen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese später gar nicht auf den Genuss des Lesens kommen, sondern lediglich, dass die Bereitschaft und Motivation niedriger ist. Es kann natürlich auch andersrum vorkommen, dass man in der Schule gerne gelesen hat und später keinen Zugang und keine Motivation mehr für Bücher aufbringt.

[info_box]Alles wird digitalisiert, auf den Smartphones und Tablets sind alle Zeitungen und Zeitschriften vorhanden, Romane und Sachbücher in den E-Books. Auch auf der Frankfurter Buchmesse waren die E-Books einer der Hauptaugenmerke.[/info_box]

Ein Drittel der Erwachsenen liest regelmäßig, während ein Drittel nur Teilweise und der restliche Drittel kaum liest. Auch entwickeln sich neue Trends, wie das „Nischen“-Lesen, d.h. Erwachsene lesen lieber im Urlaub, als sich in dem Alltag Zeit zu nehmen, um ein gutes Buch zu lesen.

Print-Media vs Digital- Media

Ein weiterer unaufhaltsamer Trend sind die neuen E-Books. Alles wird digitalisiert, auf den Smartphones und Tablets sind alle Zeitungen und Zeitschriften vorhanden, Romane und Sachbücher in den E-Books. Auch auf der Frankfurter Buchmesse waren die E-Books einer der Hauptaugenmerke. Dabei ist zu sagen, dass man durch die E-Books männliche Leser gewinnt, da es eine Verknüpfung aus Technik und Lektüre ist.

[info_box]Eine durchschnittliche Frau soll 13,4 Bücher, wobei die Männer nur 8,9 Bücher, pro Jahr lesen.[/info_box]

Desweitern könnte die Zukunft der Romane durch die neuen E-Books gerettet werden, denn es gibt in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang von Belletristik, wobei Sachbücher und eher informative Bücher an Stabilität gewinnen. Ich persönlich bin eher skeptisch, denn ich finde ein „gutes Buch“ sollte man erleben können, d.h. den Geruch der Blätter einatmen, die schwarze Schrift auf dem weißen Papier sehen, die Seiten in den Händen halten und diese Rauheit fühlen, falls kein Lesezeichen zur Stelle ist, ein Eselsohr reinfalten und überall mit sich tragen.

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Dieses Gefühl (Vielleser werden mich verstehen) kann kein E-Book, kein Smartphone oder kein Tablet vermitteln. Daher finde ich es sehr schade, dass immer mehr Verleger und Publizisten auf das E-Book aufbauen und um die positive Zukunft dieser spekulieren. Natürlich kann man, wie alle anderen medialen Fortschritte, diesen nicht stoppen, aber ich würde mir wünschen, dass (wenn auch nur ein paar) Menschen noch das Gedruckte für sich entdecken und es nie dazu kommt, dass diese vollständig verschwinden.

http://www.buchmesse.de/de/

http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/warum-lesen-frauen-%C3%BCberwiegend-b%C3%BCcher-m%C3%A4nner-hingegen-zeitung

1http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/warum-lesen-frauen-%C3%BCberwiegend-b%C3%BCcher-m%C3%A4nner-hingegen-zeitung

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