„Versprochen ist versprochen und wird niemals gebrochen“. –Oder doch? Denn nicht nur das Versprochene allein, sondern auch eine vertragliche Zusage kann ein „VerSEHEN“ sein! Man freut sich für eine schöne Wohnung, plant sie einzurichten und plötzlich war alles nur ein „Versehen“. „Versehen“ deshalb, weil man vorher nicht auf das Foto auf dem Personalausweis geschaut hat.

Vor ungefähr zwei Wochen wurde eine Mietwohnung in einer kleinen Stadt in Bayern besichtigt. Die Maklerin und der Vermieter waren dabei, aber die zukünftige Mitbewohnerin nicht. Man unterhielt sich nett. Arbeitsstelle, eventuelle Bürger – alles kein Problem. „Wo kommt ihr Name her?“ – „Aus dem türkischen, ich bin Türke“. - „Sie sprechen aber Hochdeutsch, woher kommen Sie denn?“ – „Aus Köln.“ Es gab viele „Bewerber“ um die Wohnung, doch schließlich entscheidet sich der Vermieter für den „hochdeutsch sprechenden“ jungen Mann und seine Verlobte. Oder doch nur für EINEN von ihnen?

Der Vermieter stellt auch Fragen zur zukünftigen Mitbewohnerin und lässt sich überzeugen. Sie ist bald mit ihrem Studium durch, arbeitet an der Uni, ist integriert, ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, spricht ebenso Hochdeutsch. Also, der Vertrag kann unterschrieben werden.

Wo liegt denn jetzt das Problem? – Und genau das ist schwer zu begreifen: Der Vertrag wir unterzeichnet. Alle fehlenden Unterlagen werden überreicht. Dann kommt ein Anruf von der Maklerin: „Es tut mir sehr leid, aber der Vermieter möchte Ihnen die Wohnung doch nicht geben.“ Grund? – Das Foto auf dem Personalausweis! Da ist nämlich ein Stück Stoff zuviel! Der Stoff hindert die junge Frau doch an Integration. Wieder mal was Neues gelernt. Man wird gebeten, oder besser aufgefordert vom Vertrag eigenständig zurückzutreten.

Man ist erstaunt darüber, dass diese Probleme heute immer noch auftauchen, und dieses passiert nicht vereinzelt. Vielleicht sind das die Probleme, die dafür im größten Teil beigetragen haben, dass „Ausländerviertel“ entstehen? Vielleicht wollte man sich sogar vor 50 Jahren integrieren, aber man hat es einem nicht ermöglicht? Sonst würde doch der Wert einer Immobilie sinken, oder auch der Wert des Stadtteils? Oder mal positiv gesehen, wir hätten den „Lieblingstürken“ an der „Keupstraße“ nicht!

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