Montag, 14 Uhr, Ende April 2014, die Universität XYZ in Deutschland, Seminar zu Kants Metaphysik der Sitten.
Um den berühmt berüchtigten kategorischen Imperativ soll es gehen. Doch zuerst die Frage, was denn eine Maxime ist. Allgemeines Handlungsprinzip, von der Vernunft erstelltes System – so oder so ähnlich lauten die Antworten. Klar ist, der Begriff beinhaltet einen Umstand, eine Handlung und einen Zweck. Wenn ich Durst habe, dann trinke ich Wasser.
So weit, so gut.
Es meldet sich ein Student, dunkelblond, klare blaue Augen, hohe Wangenknochen und ein scharfer Blick. Dem gebrochenen Deutsch nach zu urteilen, ist er Austauschstudent. Er will wissen, wodurch er eine Maxime einhalten kann aber man versteht nicht, worauf er hinaus will.
„Nun ja, als vernunftbegabter Mensch muss man den Willen haben, die Maxime einzuhalten. Wenn ich Durst habe, dann trinke ich Wasser kein Wodka.“
Der Erklärungswert des Wodkas scheint ziemlich hoch zu sein, denn der Vergleich wird in den nächsten paar Minuten öfter benutzt.
Wenn der Deutsche einen Austausch in den USA beispielsweise macht, wird dann das selbe Beispiel mit Bier gebracht? Ei sink so.

Aber wenn ihr mich fragt, war der Junge eh‘ kein Russe.

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