Schön, dass den Flüchtlingen jetzt auch geholfen wird. Aus München zum Beispiel kennen wir schöne Bilder. Aber was ist mit dem Bild des Kindes am Meeresstrand in Bodrum? Und: ist es immer irgendwo im nirgendwo, das etwas Schlimmes passiert? Was ist zum Beispiel damit, was dieser Tage (leider weiterhin) in Heidenau geschieht? Was da an Hass sichtbar wurde, dreht nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Menschen den Magen um. Nicht weniger grauenhaft war der Brand eines bewohnten Flüchtlingsheims in Neustadt an der Waldnaab (Bayern). Doch im Grunde ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. Es war sogar abzusehen. "Heute brennen leere Gebäude, doch bald werden Flüchtlingsheime brennen. Das sage nicht nur ich, das sagen viele", sagte Marcus Arndt, freier Journalist aus Dortmund, während einer Diskussionsrunde zu Extremismus und Medienfreiheit im Juli. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts #freeourmedia der European Youth Press und der Jugendpresse Deutschland statt. Auf der einen Seite brennen Flüchtlingsheime, auf der anderen Seite werden Menschen bedroht, weil sie sich für eine freundliche Aufnahme von Neuankömmlingen einsetzen. Markus Nierth musste aus diesem Grund von seinem Posten als Bürgermeister zurücktreten. So sieht eine Willkommenskultur nicht aus und damit dieses Wort nicht nur die Seiten der Wörterbücher ziert: Warum sollte man Geflüchtete aufnehmen?

Eines vorweg, die gewalttätige Eskalation in einer Aufnahmestelle in Suhl ist selbstverständlich ebenso grauenhaft.

Flüchtlinge schaffen Arbeitsplätze

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge/Fotograf: Wilhelm/roul

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge/Fotograf: Wilhelm/roul

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass überall Arbeitsplätze "abgeschafft" werden? Dies ist sicherlich keine neue Entwicklung. Doch neu ist, dass der Bund versprochen hat, die Zahl der Mitarbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu verdoppeln. Insgesamt sollen dort 2000 neue Stellen geschaffen werden und 750 sogar noch in diesem Jahr.

Aber Flüchtlinge werden auch wiederum als Arbeitskräfte gebraucht. 6-7 Mio. Erwerbsfähige soll es bis 2025 weniger geben. Das ist Humankapital das fehlt. Nach spiegel.de müssten jährlich 400.000 Arbeitnehmer kommen, um den Wohlstand und den Wachstum zu halten. Deswegen hat die SPD ein Einwanderungsgesetz nach dem kanadischen Vorbild vorgeschlagen.

Jeder zweite Asylantrag wird vom BAMF abgelehnt.

In aller Munde ist das Punktesystem und es wird geradezu eine Vorfreude erzeugt, weil man damit Asylbewerber nach arbeitsmarktpolitischen Gründen auswählen kann. Wer bestimmte Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikationen hat, bekommt dafür Punkte und wer genug Punkte gesammelt hat, der darf einreisen. So schön kann Einwanderung sein, nicht wahr?

Verschwiegen wird, dass das Punktesystem selbst in Kanada nicht funktioniert. Dort fahren Ingenieure Taxi. Außerdem haben Migranten in Kanada einen ähnlichen Zugang zum inländischen Arbeitsmarkt wie jene in Deutschland. Laut dem weltweiten Migrationsindex MIPEX belegen Deutschland und Kanada den selben Platz, was den Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten angeht. Schon Max Frisch sagte: "Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen". An dieser Sichtweise hat sich bis heute nichts geändert. Besser als mit einem Punktesystem kann man Menschen wohl nicht zu Kapital, zu Humankapital, machen.

Menschlichkeit erweisen

Geflüchtete sind gezwungen Zuflucht in europäischen Ländern zu suchen. Mit Sicherheit würden sie ein normales Leben im eigenen Land bevorzugen, wenn es möglich wäre. 

Genau jetzt in diesem Augenblick hat jeder Mensch in Deutschland die Chance zu helfen. Grundschüler schreiben auf ihre Wunschzettel zu Weihnachten, dass sie sich Gesundheit, Essen und Frieden für die ganze Welt wünschen. Die ganze Welt kommt nun bis an unsere Füße. Manche beklagen sich, dass Spenden nicht ankommen. Jetzt kann man persönlich spenden und helfen und sich sicher sein, dass ankommt was man weitergibt.

50% der Flüchtlinge haben einen beruflichen oder akademischen Abschluss.

Dabei muss es sich nicht immer um Sachhilfen handeln. In manchen Städten gibt es genug Kleidung, da lohnt es sich bei den Aufnahmestellen nachzufragen. Man kann sich auch ehrenamtlich betätigen. Manche helfen bei der Kinderbetreuung, manche geben Deutschunterricht und wieder andere begleiten Asylbewerber bei Behördengängen.

Frieden auf der Welt bedeutet Frieden zu Hause

haende-weltkarte-frieden-denkerinnen.de

Global denken und lokal handeln für den Frieden.

Frieden ist ein komplexes System und äußerst schwer zu erreichen. Wer den Frieden zu Hause unterstützen möchte, der muss auch den Weltfrieden unterstützen. Dazu bedarf es einer globalen Denkweise und lokalen Taten. Wer seinen Beitrag für ein friedliches Miteinander leistet, der leistet seinen Beitrag zum Weltfrieden. Das kann ein freundliches Lächeln, Nachsicht mit seinen Mitmenschen oder Deutschunterricht sein, den man ehrenamtlich gibt. Ausgerechnet diese Kleinigkeiten setzen große Dinge voraus, wie die Akzeptanz des anderen.

Die meisten Menschen sind auf der Flucht wegen radikalen Gruppierungen wie dem IS, wegen tyrannischen Präsidenten wie in Syrien und Eritrea und dem Bürgerkrieg in Somalia. Flüchtlinge sind gezwungen Zuflucht in europäischen Ländern zu suchen. Mit Sicherheit würden sie ein normales Leben im eigenen Land bevorzugen, wenn es möglich wäre. Der Terror irgendwo auf der Welt "spült" Tausende Flüchtlinge nach Europa. In Europa wiederum wird diesen Menschen mit rechtsradikalem Terror begegnet. Im Grunde erleben wir wie Gewalt zu neuer Gewalt führt, deswegen sollte der Weltfrieden das Ziel eines jeden Bürgers sein.

http://www.nordbayern.de/region/neumarkt/nach-brand-in-fluchtlingsheim-polizei-sucht-zeugen-1.4606509 letzter Zugriff am 25.08.2015

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-und-einwanderer-die-wichtigsten-fakten-a-1030320.html Zugriff am 25.08.2015

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