Weltfrauen-Tag?

Es ist wieder so weit! Der Weltfrauen-Tag steht vor der Tür. Der Tag an dem alle – wenn auch manche nur für 24 Stunden – die Frauenrechte sich in Erinnerung rufen.

Seit 1975 wird der International Women’s Day seitens der UN gefeiert. Dabei wird jedes Jahr ein Motto gewählt. Dieses Jahr geht es um die Agenda 2030, die für mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit plädiert. Anhand von 17 Ziele und 169 Unterpunkte sollen Themen wie Armut, Hunger, Gleichberechtigung, Konsumverhalten und Klimawandel, um nur ein paar zu nennen, thematisiert werden.

Wir, als die denkerinnen, möchten aber auch dieses Jahr wieder auf ein Thema verweisen, welches uns am Herzen liegt: Gewalt gegen Frauen!

Weltweit ist die häufigste Form von Gewalt die häusliche und physische Gewalt durch den Partner. Laut der im Jahre 2004 veröffentlichten repräsentative Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, erleiden rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner. Der Anteil von Missbrauchsfällen reicht weltweit von 6% in Japan bis zu 59% in Äthiopien. Dies besagt zumindest eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche in elf Ländern durchgeführt wurde.

Die Hälfte aller ermordeten Frauen werden von ihren jetzigen/ehemaligen Partnern oder Ehemännern getötet: 40 – 70% der weiblichen Mordopfer in Australien, Kanada, Israel, Südafrika und den USA können nach Angaben der WHO in diese Kategorie eingeordnet werden. An jedem sechsten Tag (!) wird eine Frau in Kolombien von ihrem (Ex-) Partner ermordet.

Neben der häuslichen Gewalt ist die sexuelle Gewalt ein weiteres wichtiges Thema. Fast jede 7. Frau ist von sexueller Gewalt betroffen. 13% der Frau haben seit ihrem 16. Lebensjahr sogenannte strafrechtlich relevante Formen der sexuellen Gewalt, d. h. Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder andere Formen von sexueller Nötigung, erlebt. Lediglich nur 8% der Frauen, welche sexuelle Gewalt erlitten haben, haben die Polizei informiert. Dies besagt die oben erwähnte Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen“.

Jährlich werden ca. 8.000 Vergewaltigungen in Deutschland angezeigt.

Gewalt gegenüber jedem Lebewesen ist nicht vertretbar und zu verabscheuen. Durch vermeintliche körperliche Überlegenheit und durch die konstruierten Unterschiede von Geschlechtern, sollte keine Legitimation für die Ausübung von Gewalt oder andere Formen der Diskriminerung resultieren.

Wir wollen eine Welt, in der Frauen und Männer, gleichberechtigt sind.

Wir wollen eine Welt, in der Frauen einen unbeschwerten Zugang zu allen gesellschaftlichen, wirtschaflichen und gesundheitlichen Ressourcen haben, eine gute Bildung genießen können, keinen Konflikt bezüglich ihrer Karriere und Familienbildung erleiden.

Wir wollen aber auch gleichzeitig, vor allem in der Wissenschaft, mehr critical whiteness und die Akzeptanz verschiedener Blickwinkel von unterschiedlichen Menschen und nicht nur von weißen Männer.

Wie Goffman in seinem Essay ‚Das Arrangement der Geschlechter‘ schreibt:

„Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes.“

 

Quellen:

https://frauenrechte.de/online/images/downloads/hgewalt/Sexuelle-Gewalt-in-Deutschland.pdf

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=73010.html

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