Wenn der Blick trügerisch wird

Jeder Mensch auf der Welt hat ein einziges Ziel. Dieses Ziel heißt: etwas Gutes tun. Und jeder Mensch will Gutes tun, weil das Gute in seinem Wesen veranlagt ist. Wenn wir uns die Handlungen im Zusammenhang mit den Absichten der Menschen ansehen könnten, würden wir sehen, dass jeder eigentlich nur etwas Gutes tun will.

Ich glaube, dass viele mit den bisherigen Sätzen nicht ganz zustimmen werden. Sie werden behaupten, wenn jeder Mensch nur das Gute will, warum gibt es dann so viel Schlechtes und Unheil auf der Welt? Warum gibt es so viel Leid auf der Welt? Warum gibt es so viel Ungerechtigkeit auf der Welt? Die Antwort ist sehr einfach: Es ist der trügerische Blick! Was heißt der trügerische Blick? Der trügerische Blick ist der Blick des Unwissenden.

Nehmen wir an, ein Kunstliebhaber und ein Mensch, für den z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci nicht mehr wert ist als ein Stück Papier, müssen sich ansehen, wie die Mona Lisa von einem Dritten angezündet wird, um die Hölzer im Kamin zu entfachen. Was würden diese zwei fühlen? Der Kunstliebhaber würde fast verrückt werden, er würde alles unternehmen, um die Mona Lisa zu retten. Er würde vielleicht sogar ins Feuer greifen, um sie zu retten. Weil er weiß, wie wertvoll dieses Gemälde ist, wäre der Verlust für ihn unerträglich. Der Zweite jedoch würde es sich nur ansehen und sich dann eventuell sogar am Kaminfeuer gemütlich wärmen. Was ist es, was diese zwei so unterschiedlich handeln lässt? Es ist das Wissen bzw. Unwissen über die Kunst und den Künstler. Dieses Wissen bzw. Unwissen führt dazu, dass die beiden Gut und Böse bzw. Richtig und Falsch anders wahrnehmen.

Ein anderes Beispiel: Ein Dieb stiehlt etwas, weil er damit für sich etwas Gutes tun will. Solange er nicht erwischt wird, ist es nach seiner Sichtweise auch nicht schlecht. Für ihn definiert sich gut und schlecht mit dem, was im Augenblick geschieht, weil sein Wissen im Diesseits und den Grenzen seines eigenen Wesens aufhört. Ein gläubiger Mensch aber teilt sein Hab und Gut mit Bedürftigen, weil sein Wissen ins Jenseits hineinreicht und für ihn alle Geschöpfe eine Manifestation seines Schöpfers sind. Sich um sie zu kümmern, ist für ihn einen Dienst für den Schöpfer zu vollziehen. Damit erhofft er sich seine Gunst und seinen Segen im Dies- und insbesondere im Jenseits. Auch hier sehen wir, dass eigentlich beide nur das Beste für sich wollen.

Diese Beispiele kann man ins unendliche weiterführen. Als Resultat werden wir sehen, dass jeder Mensch nur Gutes tun will. Die unterschiedlichen Bewertungen resultieren aus dem Wissen und den dadurch entstehenden unterschiedlichen Blickwinkeln. Die eigentliche Frage ist: Ist es möglich so zu handeln und so zu sehen, dass alle Menschen gemeinsam die Handlungen und die Resultate als gut bzw. schlecht definieren können. Die Antwort lautet: Ja. Die einzige Voraussetzung ist die Anerkennung der universellen Werte, deren Ursprünge in den Erfahrungen der Menschen in der Geschichte aber größtenteils in den göttlichen Offenbarungen liegen. Als den nichtveralteten Ur-Kodex kann man z.B. die 10 Gebote Moses‘ oder die 7 Gebote Noah’s ansehen. Diese Werte stehen heute u.a. auch in den Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen. Deshalb ist der wichtigste Schritt hin zu einem globalen Frieden mit Respekt und Anerkennung eine wertvolle und Werte volle Bildung und Erziehung der Menschen, damit diese den richtigen Blick und das notwendige Wissen über Mensch und Natur bekommen. Wir haben den Vorteil, dass jeder Mensch in seinem Wesen die Veranlagung zum Guten hat. Es liegt an uns, diese zu nutzen und unseren Kindern und Nachkommen das nötige Wissen und damit die richtige Sichtweise beizubringen.

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