Stellen sie sich vor, sie bekommen Post. Darin werden sie mit „Hallo Migrant“ angeschrieben und daran erinnert, dass das Wort Migrant vom lateinischen „migrare“ stammt. Weiter heisst es im Brief, dass  man bedenken sollte „ wieviel Sorgen und Nöte Sie den etablierten Politikern ersparen“ würden, wenn man denn endlich dem Wortlaut entsprechend auswandern würde.

Berliner Politiker mit Migrationshintergrund erhielten letzte Woche ein Schreiben der rechtsgesinnten NPD mit genau diesem Inhalt. Adressiert waren die Briefe neben Bundestagskandidaten der Grünen, auch Kandidaten der Linken, der Spliterpartei "BIG" und der "Alternative für Deutschland (AfD)".

Bis  dahin ist der Vorfall ja nun wirklich nicht neu und leider eben auch kein Einzelfall in Deutschland. Was allerdings neu und in der Tat innovationsträchtig ist, ist ein Antwortschreiben von einem „verantwortungsvollen und besorgten (türkischen) Deutschen“, wie der Verfasser des Antwortbriefes sich selbst nennt. Dieser entmachtete den Brief mit rechtsextremer Hetze sozusagen mit Witz und Ironie im gleichen Duktus.

Im Wortduell appelliert der  besorgte Deutsch-Türke an den „Idioten“. Dieser solle sich zweck griechischem Wortstamm „idiotes“ doch auch wie Personen "die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen" verhalten.

Mit einer dezenten Fussnote erteilte der Deutsch-Türke dem Verfasser noch einen kleinen Crash-Deutschkurs :"Ich habe einige kleine Verstöße gegen die deutsche Rechtschreibung korrigiert und ein paar Dinge so geschrieben, dass man es besser lesen kann. Deutsch ist eine sehr schöne Sprache und bietet beispielsweise viele nutzvolle Kommaregeln, die es noch viel schöner machen, auf Deutsch zu schreiben und zu lesen."

Der NPD-Brief als auch das gewitzt-smarte Antwortschreiben kann man  im Blog von "Die Integrationsblogger" nachlesen.

 

 

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