Jeder kennt Star Wars, einer der bekanntesten science fiction Filme die es überhaupt gibt. Ein Schlachtfeld in der Zukunft mit großen, kleinen, bewaffneten und unbewaffneten Fliegern. Manche sogar autonom handelnd. Dies ist nicht mehr so weit davon entfernt Realität zu sein.

In der letzten Veranstaltung „Szenarienbildung“ hatte ich das Vergnügen mir diese Thematik der Unmanned Combat Aerial Systems (UCASs), auf deutsch Drohnen, anzuhören. Die Entwicklung dieser autonom fliegenden Flugsysteme ist in den letzten Jahren immens vorangeschritten. Es bleibt jedoch nicht nur bei der Entwickung – schon mindestens 80 Länder besitzen solche Flugobjekte. Es gibt hierbei Unterschiede. Nicht jede Drohne ist gleich eine Kampfdrohne, jedoch werden alle für militärische Zwecke eingesetzt. Was eine Drohne ist müsste aber geklärt werden. Laut Jeremiah Gertler (Wissenschaftlicher Dienst des Kongresses UASs) beschreibt diese Drohnen als schlichte angetriebene Luftfahrzeuge, die nicht von menschlichen Piloten befördert werden, sondern autonom durch aerodynamische Kräfte fliegen und ferngesteuert kontrolliert werden.

Mein erster Gedanke bzw. das Bild welches ich mir in meinem Kopf in einer kleinen Wolke skizzierte, war – ein Soldat in seiner Uniform, sitzt in einem Keller, trinkt neben her seine Coke ohne Zucker und beißt ein Stück von seinem Schokoriegel ab, während er in seiner linken Hand eine Handkonsole hält und vor einem großen Bildschirm sitzt. Kurzum ein Computer spielender Soldat. Das hörte sich verharmlost an, aber eigentlich war dieses Bild in meiner kleinen Denkwolke mit einer roten Warnlinie umrandet. Kann ein Krieg so banal geführt werden und auch so künstlich? Nachdem ich mir in der Vorlesung einige Theorien und den Streit zwischen den kritischen Stimmen und Befürwortern (vorranging USA) angehört hatte ging ich zurück nach Hause. Das Thema hatte mich schon stark beschäftigt. Wie kann es möglich sein, dass tatsächlich ein Krieg auf solch einem Niveau und abstrakte Form geführt werden soll. Das Ziel bei dem Einsatz von nicht bemannten Flugdrohnen ist, sowenig ‚kollateral‘ Schäden zu erzielen.

Natürlich auf eigener Seite, denn sobald der Soldat im Keller auf  ‚X‘ auf seiner Handkonsole drückt aktiviert er den Schuss auf sein Objekt. Dieses Objekt kann auch eine Gruppe von Menschen, Zivilisten bedeuten. Doch ich dachte mir, das ist doch alles viel zu weit entfernt. Das ist nur eine starke Assoziation der Bilder in meinem Kopf aus Star Wars – quasi Realitätsfern. Doch als ich meine kurzfristige Mitbewohnerin vom Coach Surfing kennenlernte bestätigte sich meine (schreckens )Vorannahme. Sie kam aus den Vereinigten Staaten, nachdem wir etwas Smalltalk geführt hatten fragte ich sie was ihre Eltern so machen würden und sie teilte mir tatsächlich mit, dass ihr Vater ‚research and development engeneer‘ sei. Ich dachte ok? Was macht er? Sie antwortete, naja kennst du diese UAS? Ich antwortete meinst du Unmanned Aerial Sytesms?  Sie nickte, ja diese. Mein Vater bastelt die Augen dieser Flugobjekte, so können die Nutzer sehen worüber und wo sie fliegen und können  im Radius von 360° alles was sich in der Reichweite dieses Flugobjektes befindet am ferngesteuerten Bildschirm sehen. Ich sagte wie im Reflex „your father is doing a bad job“.

Aber um zurück zur eigentlichen Thematik zu kommen, die so künstlich und realitätsferne Gefahr stand wohl doch nicht so weit entfernt. Solch intelligente Maschinen führen oft zu nicht schönen Nebeneffekten um dies verharmlost auszuformulieren. Doch denkt man zurück an Agent Orange und Hiroshima wird einem klar, dass solche schnellen und intelligenten Einsatzinstrumente zu großen Schäden führen. Was ich mich dabei frage, muss unbedingt in einer Nation eine Genmutation zustande kommen um etwas zu ächten? Oder könnte man das nicht vorab schon durch Szenarienbildung prognostizieren?

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