Die beliebteste Ansicht über die Art der Beziehung zwischen Körper und Seele heutzutage ist der Funktionalismus. Diese Ansicht wurde mit ihren einzelnen Entwicklungsphasen ursprünglich von Hilary Putnam und Jerry Fodor vorgebracht und von berühmten Philosophen, wie D.M. Armstrong und David Lewis verteidigt. Die Identifizierungstheorie reduziert die verschieden mentalen Zustände auf unterschiedliche Gehirnzustände beziehungsweise Gehirnprozesse. Um ein Lebewesen auf eine Seele zurückführen zu können, muss man nach dem Funktionalismus kein spezifisches Organ, wie das Gehirn, besitzen. Ich versuche es mit einem Beispiel zu erklären:

Stellen Sie sich einen Menschen vor, mit dem Sie seit Jahren sehr eng befreundet sind. Stellen sie sich nun vor, dass der Kopf ihres Freundes platzt und der Körper zerfetzt wird. Dann sehen Sie, dass der Körper ihres Freundes sich von allen anderen Menschen unterscheidet. Sie sehen, dass kein Organ ihres Freundes der unserer gleich ist. In seinem Schädel beispielsweise befindet sich etwas Seltsames anstelle eines Gehirns. Sagen Sie sich selber, sobald sie das sehen: „Ich habe gedacht, dass mein Freund einen Verstand hatte, ich habe mich geirrt, er habe doch keins.“  Oder sagen sie: „ Dann besitzen andere Organismen auch einen Verstand bzw. Geist wie wir es kennen“  Wenn sie sich für die zweite Aussage entscheiden, denken sie schon wie ein Funktionalist.

 

Die Funktionalisten sagen, dass der Geist ein Computerprogramm ist. Sie sagen, dass es einer Software gleicht, ein Komplex mit Inputs und Outputs. Das Gehirn ist nach dieser Theorie die Hardware des Computers, worin die Software funktionieren kann.

 

Eine Software kann von verschiedenen Computern ausgeführt werden. Eine Microsoft Word oder Excel Software kann ich sowohl auf einem Laptop, Rechner oder Tablett-PC ausführen.

 

Somit kann man die Software, die dem menschlichen Geist entspricht, auf ein Computer oder Roboter, welche wie das menschliche Gehirn funktionieren, übertragen. Wenn man dann diesen Computer oder diesen Roboter anschaltet, dann wird dieser genauso wie ein menschliches Gehirn, mentale Zustände wie Gedanken, Schmerzen, Freuden, Wünsche, Wahrnehmungen von Farben, Lebenserschwernisse, usw. haben können. Auch wenn diese Maschine aus Chips und elektro-mechanischen Komponenten besteht.

 

Die Funktionalisten gehen so weit und sagen, dass auch folgendes möglich ist:

 

Man könne die Software, die der menschlichen Seele entspricht, auch auf ein kompliziertes mechanisches, hydraulisches oder pneumatisches System installieren und ausführen.

 

Ein solches System würde natürlich sehr gigantisch und schwer handhabbar sein, aber es würde trotzdem, nachdem man die Software aktiviert, eine Seele besitzen… eine sehr langsam funktionierende Seele…

 

Also könnte dieses System nach den Funktionalisten Gedanken, Bemühungen, Schmerzen, Ängste, Freuden, Juckreiz ja sogar Liebe besitzen.

 

Diese Theorie wird von einigen Geistesphilosophen als übertrieben empfunden. Nach diesen Philosophen, kann der Geist keine Computer-Software sein, die wie das Gehirn auf eine komplizierte Art und Weise aufgebaut ist und in jeder Hardwareumgebung funktioniert. Es ist auch wichtig, wie die Software in der Hardwareumgebung ausgeführt wird. Das heißt, dass es zum Beispiel möglich ist, dass egal wie komplex das mechanische oder hydraulische System ist, man kann darin keine Seele finden. Vielleicht kann man sogar eine Seele nur im Hirngewebe finden und nicht in Robotern und Maschinen.

 

Vielleicht imitieren diese Roboter und Maschinen den menschlichen Geist. Ein sophistischer Roboter kann vielleicht wie ein menschliches Wesen folgendes ausdrücken: „Oh, es tut weh!“, „in diesem Moment würde ich gern am Meer sein“, „das Reden mit Kindern macht mich glücklich“ oder „Ich habe mich verliebt“ und kann sich auch entsprechend verhalten. Ein Roboter zum Beispiel kann sagen, dass es Schmerzen hat, kann sich auf dem Boden wälzen und kann seinen Schmerz auch durch Aussagen, wie „Aua!“ oder „Autsch!“ ausdrücken. Aber kann es wirklich Schmerzen empfinden, wie wir Menschen es tun? Kann es Lust auf ein Eis haben? Kann es glücklich sein? Vielleicht ist das einzige was es kann nur das Nachahmen und Simulieren des Verhaltens eines Menschen, der diese mentalen Zustände erlebt.

 

So könnte es sein, dass auch wenn man die menschliche Seele durch mechanische Systeme kopiert, keine Seele im eigentlichen Sinne vorfinden kann.

 

 

*Bildquelle: http://www.foxcrawl.com/wp-content/uploads/2013/10/Soul-leaving-body.jpg

 

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