Zu Gast bei Staatsministerin Maria Böhmer

[one_half_last]Gestern, am Mittwoch den 21.08.13 um 19.00 Uhr fand  im Kulturzentrum in Ludwigshafen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vielfalt als Chance“ mit Frau Staatsministerin Frau Prof. Dr. Maria Böhmer und Ministerin Aygül Özkan statt. Eingeladen als Gesprächspartner waren auch Songül Bechtum (Rechtsanwältin), Dr. med. Mustafa Değirmenci (Facharzt für Urologie)  und Dr. med. dent. Kadir Aksoğan (Zahnarzt) vom Medical Academy & Care. [/one_half_last] denkerinnen_Maria Böhmer

 

Im Publikum saßen jüngere sowie ältere sowohl Deutsche deutscher Herkunft, als auch Deutsche türkischer Herkunft. (Ich merke selber, wie seltsam es klingt, die deutsche Herkunft Deutscher zu erwähnen… Aber der Präzision halber, verwende ich es doch.)

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Ein apolitischer Abend

Bei dieser in meinen Augen sehr wichtigen und zugleich auch persönlichen Veranstaltung, wurde einmal auf direkten Wahlkampf verzichtet. Indirekter Wahlkampf ist in jedem Satz einer Politikerin / eines Politikers zu entdecken. Aber es fiel weder der Begriff „Bundestagswahl“, noch wurde diskutiert, was denn nun die NSA-Affäre soll, oder wie die Haltung der Bundesregierung gegenüber Ägypten gerechtfertigt wird.

Zum Einen kann man sagen, „Ja, was hat denn die Veranstaltung dann überhaupt gebracht, wenn da nicht einmal die aktuellsten Themen besprochen werden“. Aber in meinen Augen kamen Themen zur Sprache, die oft vergessen werden und die immer größere Klüfte zwischen “Deutschtürken“ und „Biodeutschen“  entstehen lassen: die gemeinsame Geschichte zwischen diesen. Gut, Deutschland besteht nicht nur aus Deutschen mit deutscher Herkunft und Deutschen mit türkischer Herkunft. Aber es gibt nun mal vor allem den größten Anteil an den Türkischstämmigen.

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Hauptziel: Klüfte schließen

Klüfte zwischen „Deutschtürken“ und „Biodeutschen“ zu schließen bedeutet also Klüfte zwischen Deutschdeutschen und Deutschausländern zu schließen. Denn diese Klüfte sind die Ursache aller Konfusion zwischen diesen. Bevor über aktuelle Themen heftig diskutiert wird, muss erst ein Gefühl existieren, was eine Teamfähigkeit mit sich bringen kann. Ein Gefühl, dass man zusammen gehört, zusammen arbeiten will, gemeinsame Ziele hat. So ist man auch stärker, effektiver und so macht es auch Sinn, überhaupt miteinander zu reden.

Wie Deutsche und Türken aneinander vorbei leb(t)en

Besonders gefallen hat mir Aygül Özkans Anekdote, die sie mit uns an diesem schönen Abend teilte. Als sie eine türkische Familie einst trösten sollte, weil die deutschen Nachbarn sich bei jeder Kleinigkeit  über die neu eingezogenen Türken beschweren. „Auch nur bei einem kleinen Husten unseres Kindes sollen die sich da beschwert haben“, erzählt Özkan. „Da fragte ich nach, ob sie sich denn vorgestellt hatten, als sie neu in die Wohnung einzogen. Sie antworteten natürlich mit Nein. Warum natürlich? Na, weil es in der türkischen Kultur üblich ist, dass bei einem Neueinzug alle Nachbarn einen willkommen heißen und auch etwas zum Essen bringen. Denn wenn man neu einzieht, ist die Küche meistens noch nicht da und so wurde es zum Brauch. Und in der deutschen Kultur ist es üblich, dass die Neueinzügler an jeder Türe klingeln und sich vorstellen. So war mir sofort klar, wo das Grundproblem lag – denn normalerweise ärgert man sich nicht so leicht über einen Husten. Deshalb müssen auch wir mehr miteinander reden und uns gegenseitig zuhören, um gemeinsam stark zu sein.“, schließt sie ihre Worte ab. Denn wie Staatsministerin Maria Böhmer auch sagt, muss „Vielfalt als Chance“ gesehen und verinnerlicht werden, denn gemeinsam seien wir und sind wir stark.

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Ganz deutlich verurteilt Maria Böhmer, Kinder von Migranten immer noch Migranten zu nennen. Sie sprach sich gestern Abend dafür aus, dass die Willkommenskultur endlich etablieren müsse. „Ziel unserer Integrationspolitik ist es, allen Menschen die Chancen für sozialen Aufstieg zu bieten“, betont Böhmer. Ein Zeichen, dass sie es ernst meint, ist auch die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen.

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Auch Rechtsanwältin Songül Bechtum, Dr. Mustafa Değirmenci und Dr. Kadir Aksoğan bereicherten uns mit ihren eigenen Geschichten. Denn Geschichten führen zu einer gemeinsamen Geschichte, was mich an diesem Abend auch mehrmals immer wieder  gerührt hat und gerade auch beim Schreiben rührt.

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Hier auch ein Video, in welchem vor der Bundestagswahl 2013 Frau Professorin Maria Böhmer zeigen möchte,

was die Bilanz des Landes Rheinland Pfalz hinsichtlich der Integration von Migranten und ihren Kindern ist.

Hierzu besucht sie mit der türkischstämmigen Ministerin Aygül Özkan (CDU) zwei Früchte der Integration:

einen türkischstämmigen Unternehmer Abdurrahman Keskin und einen türkischstämmigen Arzt Dr. Mustafa Değirmenci.

„Wer in Deutschland ein Unternehmen gründet, der hat Anker geworfen“,

sagt sie über Keskin und lobt auch den erfolgreichen Werdegang des Arztes Değirmenci:

– Vertraute der Kanzlerin und gelungene Integration in Rheinland-Pfalz mit Dr. Mustafa Değirmenci

Weiterführende Links

Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer

Ministerin Aygül Özkan (CDU) 

Medical Academy & Care

 

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